Spieler dürfen wieder in die Halle - Nachholbedarf

Badminton: Corona-Stillstand verursacht technische Verluste

Badminton – hier Svenja Hügel (TV Volkmarsen) – litt stark unter dem Corona-Lockdown. 
+
Abgetaucht: Badminton – hier Svenja Hügel (TV Volkmarsen) – litt stark unter dem Corona-Lockdown. 

Die Sportwelt erwacht allmählich wieder aus dem wochenlangen Corona-Schlaf. Einfach aufstehen, kurz recken und strecken, weiter geht’s wie vor der Krise. Doch dem ist nicht so.

Volkmarsen/Korbach – Durch das eingeschränkte Training mag vielleicht die Fitness stimmen, aber die technischen Fertigkeiten haben gelitten, egal in welcher Sportart.

Während Ballspieler, die meisten Leichtathleten, Fechter oder Kampfsportler zumindest halbwegs ihre technischen Fähigkeiten in den eigenen vier Wänden oder im Garten aufrecht erhalten konnten, gibt es aber auch Sportarten, bei denen kein technisches Training möglich war. Homeoffice für Badmintonspieler ist ein Unding.

„Der Freizeitfederball wiegt etwa 30 Gramm und der für Badminton nur fünf, da geht draußen gar nichts, schon ein leichter Windstoß verändert die Flugbahn erheblich“, sagt Dankwart Terörde, Abteilungsleiter und Trainer beim TSV Korbach. Enorme technische Verluste durch die Corona-Krise meldet auch der Badminton-Oberligist TV Volkmarsen. „Ich schätze es braucht zwei bis drei Monate Aufbauarbeit, damit die Spielerinnen und Spieler ihr vorheriges technisches Niveau wieder erreichen“, sagt TVV-Abteilungsleiter Rainer Deutsch.

Für diese Aufholarbeit haben die Vereine nun zwei Wochen mehr Zeit, denn der Landkreis hat seine Entscheidung, die Hallen nicht mehr vor den Sommerferien zu öffnen, zurückgenommen. Seit gestern dürfen die Sportler wieder in der Halle trainieren.

Dafür haben beide Vereine ein Hygienekonzept erarbeitet und sie richten ein Appell an die politischen Entscheidungsträger, dass ihre Sportler auch während der Ferienzeit in der Halle trainieren dürfen. Das war bislang nicht möglich. Beide Clubs haben dafür einen Antrag gestellt und die Korbacher leiteten diesen Wunsch auch an den Sportkreis weiter.

Doppel und Mixed noch nicht möglich

Die Spieler benötigten diese Zeit unbedingt, betonen Deutsch und Terörde, damit sie diese Aufholphase abschließen könnten, bevor die neue Saison starte. „Zum Glück soll die Oberliga-Saison für unsere erste Mannschaft erst Ende September oder Anfang Oktober beginnen“, sagt Deutsch.

Trainingszeit während der Ferien sei auch für den Nachwuchs sehr wichtig. „Die jungen Leute sind heiß, die wollen wieder spielen, sie fragen bei mir oft nach, wann es endlich wieder losgeht“, sagt Terörde.

Nun geht es zwar wieder los, aber einige Spieler werden trotzdem enttäuscht sein, denn es gelten nun andere Regeln als zuvor. Natürlich müssen Spieler den 1,50-Meter-Abstand auch in der Halle einhalten, dadurch sind noch keine Doppel- oder Mixed-Spiele erlaubt. „Wir müssen wegen der Hygienevorschriften auch unsere Breitensportgruppe anders organisieren“, erzählt Terörde, der selbst zur Risikogruppe zählt und daher die Trainingsarbeit Dominik Imöhl übertragen hat. „Nach 46 Jahren bin ich erstmals komplett raus, das fühlt sich schon sehr komisch an“, betont der Lehrer im Ruhestand.

Die beiden Abteilungsleiter befürchten aber noch einen weiteren Negativeffekt durch den langen Stillstand des Trainingsbetriebs: Spielerverluste. „Die Senioren bleiben, da passiert nichts, aber bei den Jugendlichen ist diese Gefahr schon da, vor allem bei denjenigen, die nur unregelmäßig spielen und an keinen Wettkämpfen teilnehmen“, sagt Deutsch.

Er rechnet ohnehin damit, dass Corona den Vereinen auch im Herbst noch Schwierigkeiten bereiten wird. (rsm)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare