Hessens Innenminister hebt Kontaktbeschränkungen auf

Aufatmen bei Ballsportlern: Ab 1. August darf trainiert und gespielt werden

Szene aus dem Fußball-Freundschaftsspiel Mönchengladbach U19 gegen Waldeck/HSK-Auswahl. Auswahlspieler Sean Querl (links) gegen Kushtrim Asallari (Gladbach)
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Bald wieder erlaubt: Vollkontakt-Fußball. Hier eine Szene aus dem Freundschaftsspiel Mönchengladbach U19 gegen Waldeck/HSK-Auswahl. Auswahlspieler Sean Querl (links) gegen Kushtrim Asallari (Gladbach). Es fand in Westfalen statt, wo bereits seit einiger Zeit die Vorschriften gelockert sind.

Aufatmen im hessischen Amateursport: Ab August kann in Hessen wieder uneingeschränkt trainiert und gespielt werden. Selbiges gilt für den Schulsport.

Im Laufe des gestrigen Tages machten die Neuigkeiten aus dem hessischen Innenministerium sicher die Runde unter Fußballer, Handballer und anderen Ballsportlern im Waldecker Land. Sie wissen nun wie auch alle „Kollegen“ in Hessen: Die Pläne für die Vorbereitung und die kommende Saison, die in den Schubladen liegen, können umgesetzt werden.

Denn: Angesichts der weiterhin positiven Entwicklungen der Pandemie in Hessen hat die Hessische Landesregierung weitere Lockerungen beschlossen: Ab 1. August 2020 sind Mannschaftssportarten wieder uneingeschränkt erlaubt. Das gab das Hessische Ministerium des Innern und für Sport an diesem Donnerstag bekannt.

Zuletzt waren Kontaktsportarten nur mit maximal zehn Personen möglich. Ab August können sämtliche Teamsportarten sowie der Schulsport ohne Anzahlbeschränkung ausgeübt werden, so das Innenministerium. Wichtig dabei bleibe aber, dass die Hygieneregeln in den Vereinen sowie im Sportunterricht eingehalten werden.  „Die beschlossene Änderung der Corona-Verordnung ist eine gute Nachricht für alle Sportlerinnen und Sportler sowie die Schülerinnen und Schüler in Hessen“, hieß es in der Stellungnahme von Innen- und Sportminister Peter Beuth und Kultusminister Alexander Lorz. „Dass es dazu kommen kann, ist auch der vorbildlichen Haltung während der zurückliegenden Monate zu verdanken.“

Sportler können für Saison planen

Das Ministerium lobte die über 7.500 Sportvereine Hessens für ihr Verantwortungsbewusstsein während der Krise, hielt die Klubs aber weiterhin dazu an, „Hygienekonzepte zu erarbeiten und vor Ort mit Leben zu füllen.“ Insbesondere beim Zugang zu den Sportstätten sollten Warteschlangen vermieden und in den Umkleiden sowie Sanitäranlagen auf Abstands- und Hygieneregeln geachtet werden.

Sollten lokal wieder verstärkt Coronainfektionen zu beobachten sein und die Pandemie wieder aufleben, so sei zunächst vor Ort mit entsprechenden Einschränkungen zu reagieren, teilten die Minister mit.

Durch die Lockerungen sei es den Verbänden der großen Mannschaftssportarten möglich, den geregelten Spielbetrieb zu planen und sich mit Trainingsspielen in gewohnter Weise darauf vorzubereiten. Heißt auch: Der Spielbetrieb in den Ligen des Hessischen Fußball-Verbands kann nunmehr wie geplant am 5./6. September beginnen.

Verbände begrüßen die Lockerungen

Bei den sportlichen Fachverbänden wurde die Nachricht erfreut aufgenommen. Der Landessportbund Hessen e.V. (lsb h) sieht in der Aufhebung der Kontaktobergrenze für den Trainings- und Wettkampfbetrieb „einen wichtigen Meilenstein und großen Fortschritt, der bei den hessischen Sportvereinen und -verbänden für Aufatmen sorgen wird“.   Präsident Dr. Rolf Müller: „In der Corona-Krise war es für unsere rund 7.600 hessischen Sportvereine und ihre gut 2,1 Millionen Mitglieder selbstverständlich, mit verantwortungsvollem Handeln zur Reduzierung des Infektionsgeschehens beizutragen. In der derzeitigen Phase der Entspannung sind verlässliche Rahmenbedingungen für eine ,neue Normalität‘ aber unabdingbar.“ 

Uwe Steuber, Vorsitzender des Sportkreises Waldeck-Frankenberg, sagte in einer ersten Reaktion: „Ich begrüße diese Entscheidung sehr. Darauf haben viele Vereine lange gewartet.“

Auch der Hessische Fußballverband begrüßt die Entwicklung. „Wir freuen uns, dass wir grünes Licht für die Ausübung unseres geliebten Fußballsports erhalten haben. Somit steht einer geregelten Vorbereitung der kommenden Saison nichts mehr im Wege“, erklärte Stefan Reuß. „Bei aller Euphorie sollte uns jedoch bewusst sein, dass die Gefahr der Verbreitung des Coronavirus noch nicht gebannt ist und wir außerhalb des Platzes die installierten Hygienemaßnahmen weiterhin verantwortungsbewusst durchführen müssen", fügte der HFV-Präsident an.

Auch Schulsport wieder möglich

Die Lockerungen der Landesregierung betreffen auch den Schulsport. So sieht der neue Hygieneplan für Schulen vor, dass Sportunterricht sowie außerunterrichtliche Sportangebote in allen Schulformen und in allen Jahrgangsstufen unter Einhaltung von bestimmten Schutzmaßnahmen stattfinden können.

Auch die Schulen hätten nun Planungssicherheit und könnten sich mit der weitgehenden Rückkehr zum Regelbetrieb nach den Sommerferien bestmöglich vorbereiten, sagt Kultusminister Lorz. Kleiner Wermutstropfen: Um ein ungehindertes Infektionsgeschehen zu verhindern, finden allerdings im ersten Schulhalbjahr keine überörtlichen schulsportlichen Wettbewerbe statt. (schä/red)

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