"Mr. Volleyball" aus Dorfitter betreut seine Tochter und ihre neue Partnerin auf dem Weg nach Tokio

Beachvolleyball: Julia und Burkhard Sude haben Olympia im Visier

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Julia und Burkard Sude (hier bei einem früheren Turnier) wollen 2020 zum olympischen Beachvolleyball-Turnier in Tokio.

Friedrichshafen – Er ist der „Mister Volleyball“ aus Dorfitter; sie ist seine Tochter und die Nummer eins der deutschen Rangliste; zusammen träumen sie von Olympia 2020 in Tokio: Burkhard und Julia Sude. Die Beachvolleyballerin hat sich für die Qualifikationsphase von ihrer langjährigen Partnerin Chantal Laboureur getrennt und spielt nun mit Karla Borger. Ihr Vater ist als sportlicher Leiter an ihrer Seite.

Erst in anderthalb Jahren ist wieder Olympia. Aber in vielen Sportarten beginnt der Vorbereitungs- und Qualifikations-Zyklus schon jetzt. So auch im Beachvolleyball. Nach dem Karriere-Aus für Kira Walkenhorst musste sich die Goldgewinnerin von Rio, Laura Ludwig, eine neue Partnerin suchen – und damit hat das große Stühlerücken unter den Spielerinnen begonnen.

Mit auf dem Karussell sitzt auch Julia Sude, die Tochter des aus Dorfitter stammenden Burkhard Sude, der gern auch „Mr. Volleyball“ genannt wird. Lange schon leben beide am Bodensee, ihr gemeinsames Reiseziel 2020 soll Tokio sein.

Für diesen Traum setzt Sude gar die langjährige Freundschaft zu Chantal Laboreur aufs Spiel. Denn den Weg zu Olympia will die 31-Jährige ohne ihre bärenstarke Partnerin gehen, mit der sie seit 2013 zusammen spielte.

Zahnarzt am Bodensee

Laura Ludwig geht das Ziel Olympia 2020 mit Margareta Kozuch an, und mit deren bisheriger Partnerin Karla Borger greift Julia Sude unter der Regie und sportlichen Leitung ihres Vaters an. Burkhard Sude, der Zahnarzt aus Neukirch am Bodensee und Landwirtssohn aus Dorfitter, hat mit seiner Tochter noch einmal Olympia im Visier. Er selbst wurde durch den Olympia-Boykott um die Moskau-Teilnahme gebracht, hatte dort sogar studieren wollen.

Ende einer erfolgreichen Ära: Nach fünf Jahren hat sich Julia Sude (rechts) überraschend von ihrer Beachvolleyball-Partnerin Chantal Laboureur getrennt.

Der mit einer Korbacherin verheiratete Zahnarzt – Sohn Jakob spielt Tennis –, hat wie auch seine Tochter noch immer vielen Freunde, Bekannte und Verwandte im Waldecker Land, die den Weg Richtung Tokio aufmerksam und mit gedrückten Daumen verfolgen. 

Der heute 61-Jährige ließ nie locker und trat immer wieder als Spieler und Trainer auf. In Atlanta 1996 und Sydney 2000 schloss er Frieden mit Olympia: als Bundestrainer, dessen Schützlinge Ahmann/Hager zu Medaillenehren kamen.

Sude: "Nicht die Weiterentwicklung gesehen"

Dei deutschen Meister 2017, Sude/Laboreur, die im vorigen Sommer sogar die Nummer eins in der Welt waren und aktuell die deutsche Nummer eins sind, schafften es 2016 nicht nach Rio, fielen trotz Quali der nationalen Quote zum Opfer, die nur zwei Startplätze erlaubt. Stattdessen spielten neben Ludwig/Walkenhorst in Rio Kozuch und Borger, die es nun ein zweites Mal packen will. 

Die Neue:  Mit der 30-jährigen Karla Borger, deutsche Meisterin 2014, will Julia Sude die Qualifikation für Olympia 2020 schaffen.

„Ich habe in unserem Team nicht die Weiterentwicklung gesehen, die ich mir für die bevorstehende Qualifikation für die Olympischen Spiele vorgenommen habe. Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, das Ziel mit Karla Borger ins Visier zu nehmen“, wird Julia Sude in einer Presseerklärung zitiert. Darin bedankt sie sich bei ihrer Ex-Teamkollegin „für die gemeinsamen und erfolgreichen Jahre“.

Laboureur: "Hatten großes Potenzial"

Ausgerechnet an ihrem 29. Geburtstag wurde Chantal Laboreur – Beachvolleyballerin des Jahres 2018 – von der Trennungs-Nachricht überrascht. Sie war entsprechend bedient. „Mir hat es den Boden unter den Füßen weggezogen“. 

Ich kann den Entschluss nicht wirklich nachvollziehen. Meiner Meinung nach hatten wir ein großes Potenzial, gemeinsame Top-Ergebnisse bei der diesjährigen Heim-WM und bei Olympia zu erzielen“, hält die gebürtige Friedrichshafenerin dagegen.

Laboureur, die sich durch ihr sympathisches Auftreten auch beim Frankenberger Beach-Cup viele Freunde gemacht hat, steht nun steht mit leeren Händen da. Ich werde mir intensive Gedanken machen, wie ich mich weiter aufstelle. Wer mich kennt, weiß, ich bin eine Kämpferin, und ich werde nicht so einfach den Traum von den Olympischen Spielen aufgeben.“

Sie und ihre langjährige Partnerin sind nun Konkurrentinnen – und fahren vielleicht doch beide nach Tokio. (schä/be)

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