Biathletinnen bleiben auch in Verfolgung und Staffel ohne Medaille

EM-Bilanz der Horchlers: Da war mehr drin

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Abschnallen: Die Biathlon-EM in Ridnaun ist zu Ende. Nadine Horchler blieb wie Schwester Karolin ohne Medaille.

Ridnaun. Deutschlands Unterbau im Biathlon macht durchaus Sorgen. Nur eine Medaille gab es insgesamt bei der Europameisterschaft, die am Sonntag in Südtirol zu Ende ging.

Die Frauen gingen leer aus; auch zum Abschluss in den Staffeln am Sonntag. So fiel denn auch die EM-Bilanz von Nadine und Karolin Horchler gemischt aus.

Die Medaille blieb ihnen auch im vierten Versuch verwehrt. Nachdem zuvor schon das Tandem Janina Hettich/Florian Graf (Single Mixed) als Neunte chancenlos war, endete auch die Vierer-Mixed-Staffel ernüchternd. Deutschland wurde Siebter – was nicht an den Horchlers lag. Startläuferin Nadine Horchler übergab nach jeweils einem Nachlader als Führende auf ihre Schwester. „Vom Laufen her habe ich den besten Tag erwischt“, so Horchler. 

Karolin brauchte nur eine Ersatzpatrone, hatte als Vierte beim Wechsel 25 Sekunden Rückstand. Einen Sturz verkraftete sie dabei gut. „Gleich in der ersten Runde hat es mich in der Abfahrt geschmissen. Der Ski war schneller als gedacht, und ich habe in der Kurve nicht angepflügt“, berichtete die jüngere der Horchler-Schwestern. Die mussten dann mit ansehen, wie Philipp Horn und David Zobel mit vier bzw. fünf Nachladern die Konkurrenz um letztlich fast 1:30 Minuten ziehen lassen mussten – Platz sieben.

Aus Medaillenrängen gerastet

„Wir wussten, dass es harte Konkurrenz gibt. Staffeln haben aber oft eigene Gesetze. Nur diesmal leider nicht. Das Ergebnis ist nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten“, sagte Nadine Horchler.

Am Samstag im Verfolgungsrennen, als erneut Chloe Chevalier (Frankreich) gewann, musste sie sich eher einen Vorwurf machen als gestern. Gleich die ersten beiden Schüsse liegend gingen daneben, die übrigen 18 traf die 31-Jährige. „Das war sauärgerlich. Ich habe 20 sauber gezielte Schüsse angebracht. Allerdings hatte ich um zwei Rasten gedreht am Visier, weil die Bedingungen eigentlich genau wie beim Anschießen waren“, so Horchler. Sie drehte wieder um zwei Rasten zurück, wie es ihr die Trainer anwiesen – das war des Rätsels Lösung. Die 1:31 Minuten Rückstand waren aber letztlich zu viel. Bis zum Bronzeplatz fehlten 47 Sekunden.

Weniger konkurrenzfähig war im Verfolger Karolin Horchler gewesen. Nach einmal Null jeweils ein Schießfehler – Platz 14 (+1:43) und eine klare Analyse: „Kein gutes Rennen, definitiv zu viele Fehler.“

Neben den Schießfehlern hat „Karo“ ein neues Problem: die Schießgeschwindigkeit. „Daran muss ich arbeiten. Ich verliere 12 bis 15 Sekunden pro Schießeinlage. Das ist auf kleinen Runden wie in Sprint und Verfolgung nicht wettzumachen.“ Das Fazit der EM fiel daher gemischt aus. Die 28-Jährige lieferte „solide Rennen“ ab, sie habe sich aber mehr erhofft nach den Leistungen der Saison bisher. „Aber es waren auch ein gutes Starterfeld und enge Entscheidungen; ein Fehler mehr oder weniger entscheidet.“

„Insgesamt ganz gute Rennen“, sah auch Nadine Horchler, die aber mit der Achterbahn haderte. „An einem Tag hat es läuferisch nicht gepasst, am anderen Tag war es am Schießstand ein Fehler zu viel“, sagte die Athletin des SC Willingen.

Gestern zum Abschluss zeigte sie noch einmal „ein megagutes Rennen, das aber auch nicht das gewünschte Ergebnis brachte. So richtig sollte es nicht sein“, so Horchler, die die Bilanz der Upländer Schwester treffend zusammenfasste: „Wir sind nicht ganz enttäuscht, aber eine Medaille wäre natürlich schöner gewesen.“ (schä)

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