Im Einzel in Pokljuka patzt die 30-Jährige nur beim ersten von 20 Schuss

WM-Nominierung? Biathletin Karolin Horchler muss nach Platz 20 abwarten

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Nur einmal verließ sie den Schießstand unzufrieden: Karolin Horchler (hier beim Weltcup in Ruhpolding) traf in Pokljuka 19 von 20 Scheiben.  Mit Platz 20 verpasste sie die halbe WM-Norm knapp.

Bringt sich Karolin Horchler ins Gespräch für einen WM-Startplatz? Das war aus Sicht der Fans im Upland die Hauptfrage vor dem Biathlon-Weltcuprennen am Freitag in Pokljuka.

Pokljuka – Nach dem ersten Wettbewerb in Slowenien, dem Einzel über 15 Kilometer, war keiner viel schlauer, was die Antwort betrifft.

„Wir analysieren noch einmal die aktuellen Rennen und dann setzen wir uns Sonntag zusammen und beraten, damit wir auch die richtigen mitnehmen“, meinte Damen-Bundestrainer Kristian Mehringer am Freitag in der ARD. Fest stand kurz danach nur: Karolin Horchler wird heute bei keiner der beiden Mixed-Staffeln dabei sein.

Um 14.45 Uhr begann der letzte Versuch Horchlers, auf offiziellem Wege noch auf den Weltmeisterschaftszug aufzuspringen. Ein Platz unter den besten Acht wäre das Maß der Dinge dafür gewesen. Top 15 würde zumindest das Erreichen einer „halben“ Norm bedeuten. Beides war nach 20 Minuten in weitere Ferne gerückt – Fehler gleich beim ersten Schuss liegend; damit die erste Strafminute.

Horchler mit 19 von 20 Treffern

Aber: Dieser Fehler sollte auch der letzte für den Freitag gewesen sein. Das zweite Liegend- und Stehendschießen absolvierte die 30-Jährige tadellos, zwischenzeitlich lag sie auf Rang zwölf. Eine halbe Minute verlor die Wahl-Ruhpoldingerin pro Runde. 

Und dann nochmal 40 Sekunden auf der Schlussrunde, die erkennbar nicht zu Horchlers Stärken zählt. Platz 20 stand im Ziel zu Buche für die Startnummer 58, mit einem Rückstand von 3:48 Minuten auf die Siegerin. Die kam am Ende aus ihrem eigenen Team: Zimmerkollegin Denise Herrmann.

Da dampft das Kleinkaliber: Karolin Horchler traf beim Einzel über 15 Kilometer 19 von 20 Scheiben. Mit Platz 20 verpasste sie die halbe WM-Norm knapp. 

Die ehemalige Langläuferin blieb fast zu ihrer eigenen Überraschung viermal fehlerfrei und gewann mit einer Minute Vorsprung vor der Schwedin Hanna Öberg.

Und was kann Karo Horchler jetzt mit diesem Rennen anfangen? „Leider ging der erste Schuss gleich daneben. Aber ansonsten war das Schießen gut“, bilanzierte sie das Einzel, bei dem es ihr läuferisch von Anfang an nicht gut ergangen sei. „Ich glaube, ich hatte zu viel Respekt vor der Runde, so war ich von Anfang an ein bisschen fest.“

Konkurrentinnen nicht besser als Horchler

Fazit: abwarten; bis zur Nominierung für die WM in Antholz. Dort will Deutschland auf jeden Fall eine Staffel stellen, auch wenn keine vier Läuferinnen die erforderliche Qualifikation nachweisen können. Nach bisher stabilen Staffelauftritten spricht vieles für einen Start Horchlers. Auch Magdalena Neuner warb für Horchler: „Sie hat für mich bei der WM einen berechtigten Platz in der Staffel“, sagte die ARD-Expertin.

Und: Konkurrenz im Kampf um die Nummer vier hat Horchler eigentlich keine im deutschen Team. Janina Hettich (gestern 26. mit drei Schießfehlern) hat Potenzial, aber keine bessere Platzierungen vorzuweisen. Und die Winterbergerin Maren Hammerschmidt (drei Fehler, aber sechs Minuten Rückstand, Platz 42) ist noch lange nicht wieder konkurrenzfähig.

Um 18 Uhr war Karo Horchler schon wieder guter Laune. Ob sie nicht fürs heutige Mixed nominiert wurde, weil die Trainer wissen, dass sie Staffel kann, wollte die WLZ wissen. „Wahrscheinlich“, antworte sie schmunzelnd. (schä)

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