Biathletin mit drei Fehlern in der Verfolgung

Karolin Horchler beendet Saison nach guter "zweiter Halbzeit" mit Platz 26

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Einiges zu bejubeln gab es in der zweiten Saisonhälfte für Karolin Horchler. Zum Beispiel den zweiten Platz mit der Staffel bei der Weltmeisterschaft in Antholz. 

Nun ist sie also (wie allenorts abrupt) beendet, die Biathlon-Saison. Für Karolin Horchler endete sie mit Platz 26 im Verfolgungsrennen und einem positiven Fazit.

Kontiolahti– Eine, die Karolin Horchler lange Zeit nicht so richtig begeistert haben dürfte; eine, an deren Ende sie aber ein sehr positives Fazit ziehen kann. Das hat weniger mit dem 26. Platz im letzten Rennen zu tun als vielmehr mit den guten Auftritten, in sie in der zweiten Saisonhälfte ab Januar zeigte.

Im Norden Finnlands hatte Horchler am Donnerstag mit dem zwölften Platz im Sprint ihre Spätform noch einmal bewiesen – bestes Saison-Ergebnis bei der letzten Weltcup-Station, wo andere schon gerne bereits schwächeln.

Nur kurz Hoffnung auf einstelligen Platz

Am Samstag ging die 30-Jährige, die am Sonntagnachmittag in München gelandet ist und von der noch keine Einschätzung zu ihrem Rennen zu erhalten war, mit der leisen Hoffnung auf einen einstelligen Platz ins Verfolgungsrennen über zehn Kilometer, zumal die Jagdrennen bisher stets besser liefen als die Sprints.

Aber: Nur ein Viertel des Rennens war Horchler im Vorderfeld platziert, dann rutschte sie etwas ab und wurde letztlich mit 2:02 Minuten Rückstand auf die überraschende Siegerin Julia Simon (Frankreich) 26.

Nach fehlerfreiem erstem Liegendanschlag stand Platz sechs für die in Ruhpolding lebende Ottlarerin zu Buche, doch das zweite Liegendschießen war vorentscheidend: Zwei Fehler gleich, ungewohnt für Horchler, die sich von Platz 25 mit null Fehlern stehend noch einmal auf Rang 18 nach vorn kämpfte, aber nach einem Fehler beim vierten Schießen und nach der 38. Laufzeit die Top 20 verpasste, die sicher noch einmal ein runder Abschluss gewesen wären.

Ergebnisse 2020 klar besser als zu Saisonbeginn

Schlecht muss man diesen 26. Platz aber auch nicht einordnen. Er bestätigte die gute Form, die Karo Horchler nach dem Jahreswechsel die WM-Fahrkarte einbrachte und die sie bis zum Ende konservierte. Im Schnitt holte die Athletin des WSV Clausthal-Zellerfeld in elf Rennen Platz 23, als Startläuferin der Staffel war sie trotz einzelner „Wackler“ zuverlässig.

Im alten Jahr hatte das noch ander ausgesehen. 52, 51 und 64 lautete die Platzierungen bei den ersten beiden Weltcup-Stationen, ehe Horchler in den IBU-Cup zurückbeordert wurde. Offenbar war die Zwangspause in der ersten Liga nicht negativ.

Horchler zuverlässig als Nummer vier

Während im Jahr eins nach Laura Dahlmeier bekannte Größen wie die formschwache Franziska Hildebrandt und die lange verletzte Maren Hammerschmidt (noch) nicht in Weltcupform waren, darf sich Karolin Horchler als Nummer vier im deutschen Team fühlen, dessen Gesamtbilanz nicht so schlecht war, wie es Experten anfangs befürchtet hatten; als die DSV-Staffel etwa in Hochfilzen Zwölfte geworden war.

Für Horchler gilt: Am Schießstand können die Teamkolleginnen etwas lernen von der zweitältesten im deutschen Weltcup-Kader. Die wiederum weiß, dass sie wohl auch jenseits der 30 nicht mehr zu flotten Läuferin wird. 

Die Saison endet für sie mit Platz 37 (191 Punkte) im Gesamt-Weltcup, mit dem erfolgreichen Kampf um ein WM-Ticket, mit den ersten Weltmeisterschafts-Einsätzen ihrer Karriere – und mit einer schmucken Silbermedaille aus der WM-Staffel. Die nimmt ihr keiner mehr. (schä)

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