Upländer Schwester beide für Biathlon-Wettkämpfe in Deutschlands Hochburgen nominiert

Vorfreude bei Horchlers auf Kult-Weltcup in Oberhof

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Beste Erinnerungen an Oberhof hat Karolin Horchler. In Thüringen wurde sie dreifache deutsche Meisterin. Gibt's auch diesmal Grund zum Anstoßen? 

Oberhof/Willingen – Jahresauftakt der Biathleten. Das heißt: Kult-Weltcups in Oberhof und Ruhpolding. Und Karolin und Nadine Horchler können sie als Athleten miterleben.

Etwas überraschend nominierte der deutsche Skiverband (DSV) beide Upländer Schwestern, die nach Weihnachten beim City-Biathlon in Garmisch Zweite und Dritte im Mixed wurden, für die „erste Liga“.

Zum Saisonstart in Pokljuka hatten die Horchlers gemeinsam die Weltcup-Rennen absolviert. Ob es dazu noch einmal kommt, war zur Jahreswende fraglich. Doch Laura Dahlmeier hat sich erkältet. Da die Trainer sie behutsam für die Weltmeisterschaft Anfang März aufbauen wollen, müssen die Fans im Thüringer Wald – 60 000 werden erwartet – auf die Nummer eins verzichten. „Manchmal ist weniger mehr. Ich muss Schritt für Schritt gehen und dann bewerten, was möglich ist“, schrieb Dahlmeier auf Instagram.

Auch Vanessa Hinz und Franziska Hildebrandt erwischte ein grippaler Infekt; Letztere hofft, dennoch starten zu können.

Des einen Freud, des anderen Leid: Die Grippewelle ermöglicht den „Sister-Act“. Beide freuen sich sehr auf die Wettkämpfe in den deutschen Biathlon-Hochburgen, die Björn Weisheit, sportlicher Leiter Biathlon beim DSV, als die für die deutsche Mannschaft wichtigsten Weltcuprennen der Saison“ einstuft.

Auch und vor allem für Karolin Horchler werden es wichtige Tage werden. Nachdem sie über die Feiertage zu Hause war und gut trainiert hat, hat sie sich viel vorgenommen für die Rennen in Oberhof und in ihrer Wahlheimat Ruhpolding. „Mein Ziel es auf jeden Fall, dass ich wieder gute Rennen zeige. Ich will die Qualifikation für die Weltmeisterschaft fix machen“, gibt sich die 29-Jährige angriffslustig.

Oberhof ein gutes Omen?

An Oberhof hat sie sehr gute Erinnerungen: Im September holte sie dort und im benachbarten Altenberg drei deutsche Meistertitel auf den Skirollern. Nun geht's in den Schnee, von dem die Veranstalter genug haben. Es gibt ein riesiges Schneedepot, in dem trotz des extrem heißen Sommers rund 9000 Kubikmeter Schnee aus dem vergangenen Jahr überlebten.

„Karo“ weiß, dass eine Steigerung notwendig ist, denn bisher überzeugte sie nach starken Leistungen in der Sommersaison im Weltcup nicht. „Ihr 14. Platz in Hochfilzen war ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer, der Horchler keinen Druck macht. „Sie soll locker in die anstehenden Heimrennen gehen, nichts erzwingen wollen.“

Zumindest noch einmal müsste die Upländerin, die ansonsten bisher noch kein Top-20-Ergebnis zu Buche stehen hat, unter die besten 15 kommen, um die WM-Norm zu erfüllen.

Locker gab sich Nadine Horchler beim City Biathlon in Garmisch kurz vor dem Jahreswechsel. Nun darf sie wieder im Weltcup ran.

Anna Weidel, die schon die WM-Fahrkarte hat, bekommt im Weltcup ebenso eine weitere Chance wie Nadine Horchler. Die 32-Jährige musste nach Pokljuka in den IBU-Cup zurück, war dort zuletzt aber meist erfolgreich. „Ein schöner Start ins neue Jahr. Ich freue mich sehr über diese Chance“, sagt die ältere der Horchler-Schwestern. Auch auf einen Start in Ruhpolding in der nächsten Woche darf sie hoffen. 

Die Wettkämpfe in Oberhof beginnen an diesem Donnerstag (14.30 Uhr) mit dem Sprint der Frauen. (schä/be)

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