Zweite im Sprint und Sieg in der Verfolgung 

Biathlon: Sechsmal Null als Grundlage für Hochlers Meistertitel

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Mit Vorfreude im Gesicht der Ziellinie entgegen: Karolin Horchler wiederholte ihren deutschen Meistertitel aus dem Vorjahr, siegte gestern in der Verfolgung. 

Arber – Wenn es bei Karolin Horchler im Winter mal so gut laufen würde, wie im Sommer, dann wäre die gebürtige Ottlarerin im deutschen Team eine feste Größe im Biathlon-Weltcup:

Die 30-Jährige, die für den WSV Clausthal-Zellerfeld startet, wurde gestern auf Rollskiern deutsche Meisterin in der Verfolgung (10 km), nachdem sie im Sprint (7,5 km) nur ihre Nationalteamkollegin Denise Herrmann (Oberwiesenthal) den Vortritt lassen musste.

Diese laufstarke Konkurrentin kann Karolin Horchler allerdings nur hinter sich lassen, wenn sie am Schießstand standhaft bleibt und viele Treffer ins Schwarze setzt.

Doch nach dem deutschen Meistertitel sah es gestern morgen gar nicht aus. „Nachdem es mir am Samstag im Sprint noch richtig gut ging, bekam ich in der Nacht Magenkrämpfe und wusste nicht, ob ich starten kann“, sagte Karolin Horchler. Dementsprechend sei ihre Laufleistung auch nicht so gut gewesen. „Ich habe bei jeder Abfahrt mit meinem Magen gekämpft, dass bei mir nichts vorne rauskommt“, sagt Horchler. Ans Siegen habe sie da gar nicht mehr so gedacht. „Erst ist der letzten Runde habe ich mitbekommen, dass ich vorn liege.“

Grundlage für diesen Erfolg war sechsmal Null am Schießstand, weder eine Fahrkarte bei zehn Schüssen im Sprint, noch eine bei 20 Schüssen in der Verfolgung. Damit hatte Horchler bei dieser Meisterschaft ein Alleinstellungsmerkmal.

Für die zehn Kilometer auf Rollski benötigte die neue deutsche Meisterin in der Verfolgung 29:03,8 Minuten. Denise Herrmann schoss hier gleich fünfmal daneben und überquerte 16,1 Sekunden nach Horchler die Ziellinie. Ihr Vorsprung aus dem Sprint betrug rund 16 Sekunden. Rang drei ging an Vanessa Hinz (Schliersee/29:40,9), die zwei Strafrunden laufen musste.

Auf die Frage, ob dieser Titel schon ein Fingerzeig in Richtung Winter und auf einen Platz im Weltcup sei, sagte Karolin Horchler: „Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich mich trotz der Magenproblem auf meine Stärke, das Schießen, verlassen kann, Das ist wichtig, wenn es läuferisch nicht so gut geht.“

Ob sie diese Leistung mit in in den Winter tragen könne, wisse sie nicht, „aber ich denke, es sieht nach diesem Wochenende schon mal sehr gut aus.“ Nicht so gut sieht es für Karolins Schwester Nadine Horchler aus, die für den SC Willingen startet. Sie ärgerte sich über Platz 15 im Sprint mit drei Schießfehlern und einer Zeit von 21:42,4 Minuten .

„So habe ich mir den Saisonstart nicht vorgestellt, läuferisch war ich vom Gefühl her ganz gut dabei, aber das Schießen war nicht gut.“ Die Verfolgung lief für sie besser und es wäre sogar noch mehr für die 33-Jährige drin gewesen, wenn sie sich beim zweiten Schießen nicht die drei Fehler eingehandelt hätte. Fünf Schüsse vorher und zehn nachher landeten alle im Ziel.

„Ich hatte beim zweiten Schießen eine Verlagerung drin. Warum auch immer, das kann passieren, sollte aber nicht in der Quali passen“, gab sich Nadine Horchler selbstkritisch. Die Schüsse seien alle ein wenig zu weit nach rechts oben gegangen. Das ist schon ärgerlich, aber ansonsten war die Verfolgung okay. Auf ein neues in Ruhpolding am nächsten Wochenende kommt die nächste Chance, mal gucken, wie es dann wird.“ Nadine Horchler lief in der Verfolgung nach 33:17,1 Minuten als Zwölfte ins Ziel.

Und was sagte die Schwester und Konkurrentin zu der Leistung von Karolin? „Sie hat ein Superrennen abgeliefert. Das hat sie wirklich toll gemacht.“ (rsm) 

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