Biathlon: Dahlmeier siegt, Hinz Dritte - Upländerin überzeugt

Als einzige fehlerfrei: Karo Horchler Achte in Antholz

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Der Schießstand ist momentan ihr Freund: Karolin Horchler traf schon in der Verfolgung gut. Im Massenstart verließ sie das Stadion dank null Fehlern ebenfalls vor eine Reihe Konkurrentinnen.

Antholz. Der Massenstart in Antholzer Tal ist doch irgendwie mit dem Namen Horchler verbunden. Vor zwei Jahren feierte Nadine Horchler in Südtirol ihren ersten Weltcup-Sieg. Gestern machte Karolin Horchler Schlagzeilen.

Platz acht im Massenstart zum Abschluss der Weltcuptage – das beste Ergebnis für die 29-Jährige in dieser Saison und ein wichtiger Fingerzeig in Richtung WM. 

Klar: Horchler bewegte sich ein wenig im Schatten von Laura Dahlmeier, die nach 12,5 Kilometern vorn lag, und Vanessa Hinz, die strahlende Dritte wurde. Aber freilich wertet das die Leistung der Upländerin nicht ab. Im Gegenteil: Sie war die einzige der 30 Athletinnen, die alle 20 Scheiben traf. „Mit vier Mal null Fehler bin ich super happy“, sagte Horchler am ZDF-Mikrofon und hatte Grund zum Strahlen, nachdem es schon am Samstag gut gelaufen war. 

Zumal die Tage von Antholz nicht ganz so einfach waren. „Ich hatte mich schon in den letzten Tagen mit ein wenig Magenproblemen herumgeschlagen. Unser Doc hat mich ein bisschen versorgt. Aber heute ich habe gedacht: Zum Schluss haue ich nochmal alles raus“, sagte die Athletin des WSV Clausthal-Zellerfeld. Mit Nervosität am Schießstand hatte das Magengrummeln nichts zu tun. 

In allen drei Wettkämpfen zeigte Horchler eine beinahe tadellose Vorstellung auch bei wechselnden Bedingungen. Von insgesamt 50 Schuss in Sprint, Verfolgung und Massenstart traf sie 48. „Natürlich denkt jeder nach, wenn es auf den Schießstand zu geht. Aber ich habe auf meine Fähigkeiten vertraut und es hat gut geklappt“, erklärte die aus Ottlar stammende Athletin, die 11. und 14. nach den beiden Liegendschießen war. Nach dem ersten Stehendanschlag lag sie mit 19 Sekunden Rückstand auf Platz neun erstmals auf Top-Ten-Kurs. 

Und den hielt sie auch: Sechste war Horchler nach dem vierten Schießen, 23 Sekunden betrug der Rückstand. Die Russin Irina Kryuko und die Finnin Kaisa Mäkärainen musste die Upländerin auf der Schlussrunde noch passieren lassen, doch auch Rang acht (Rückstand 42,6 Sekunden) konnte sich sehen lassen. Zehn Sekunden schneller, und Rang fünf wäre drin gewesen. Aber ein paar Körner mehr in der Loipe fehlen „Karo“ Horchler noch, um noch weiter in die Weltspitze vorzudringen. Bis zur WM Anfang März ist noch Zeit, ein wenig aufzuholen. Die Qualifikationsnorm hatte sie bereits vorher geschafft, hat sich nun übererfüllt. 

In der Weltcup-Gesamtwertung machte Horchler mit den 34 Punkten von gestern einen Sprung auf Platz 27 (203) Punkte, direkt hinter ihrer Zimmerkollegin Denise Hermann.

Nadine Horchler Zweite mit der Staffel

Beim IBU-Cup in Lenzerheide hat Nadine Horchler am Sonntag in der Mixed-Staffel am Sonntag Horchler gemeinsam mit Lucas Fratzscher, Philipp Horn, der bei sieben Schießfehlern zweimal in die Strafrunde musste, und Janina Hettich Platz zwei belegt.

Als Schlussläuferin machte sie trotz zweier Nachlader noch einen Rang gut und verwies mit knapp fünf Sekunden Vorsprung das norwegische Quartett auf den Bronzerang. 

„Wir haben uns sehr gefreut“, sagte Nadine Horchler zum Abschneiden mit der Staffel. Sie hatte sich im Laufe des IBU-Cups in der Schweiz deutlich gesteigert und bekannte nach dem dritten Wochenende mit drei Wettkämpfen am Stück. „Ich bin sehr zufrieden, dass es noch mal richtig gut ging mit einer richtig guten Zeit auf der Schlussrunde“, sagt sie. 

Am Sieg der russischen Staffel, die 1:24,9 Minuten Vorsprung auf Horchler und Co. hatte, gab es nichts zu deuteln. 

Pause bis zur EM

Der IBU-Cup macht jetzt Pause. Als nächster Termin stehen die Europameisterschaften in Minsk/Weißrussland mit dem Auftakt am 20. Februar im Terminkalender. Nadine Horchler wird, wenn nicht eine unerwartete Weltcup-Nominierung kommt, die Zeit bis dahin zum Trainieren nutzen. (schä/mn)

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