Upländerin wird 23. im Sprint und tankt Selbstvertrauen 

Biathlon-WM: Karolin Horchler startet mit Prädikat "empfehlenswert"

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Im Ziel alles andere als unzufrieden: Karolin Horchler beendete ihre Weltmeisterschafts-Premiere mit Platz 23 im Sprint. 

Beste Deutsche am Schießstand – das war ein sehr guter Einstand für Karolin Horchler bei der Biathlon-WM in Südtirol. Im Sprint über 7,5 km wurde die aus Ottlar stammende Athletin 23. im Feld von 102 Starterinnen.

Antholz– Teils sehr böig war der Wind im Anterselva-Stadion; das machte aus vielen Titelfavoritinnen begossene Pudel. Beispiel: Tiril Eckhoff, Weltcup-Führende. Die Norwegerin schoss sechs Fahrkarten, ist als 59. so gerade noch für das Verfolgungsrennen qualifiziert.

Es gibt aber Athletinnen, die stark sind am Schießstand. So wie Karo Horchler. Die 30-Jährige ließ zwar im Liegendanschlag eine Scheibe stehen, bewies aber beim Stehendschießen sehr viel Nerven und ließ sich vom Wind nicht das gute Ergebnis wegblasen. 

Nur ein Fehler am Schießstand

Null Fehler, also einer insgesamt – eine sehr respektable Leistung, denn nur vier Athletinnen schafften es, gänzlich fehlerfrei zu schießen. Und auch von ihren deutschen Teamkolleginnen bekam Horchler reichlich Schulterklopfer, denn sie war die beste Schützin im DSV-Quintett.

Und der Weg war frei, um gleich im ersten Einsatz bei einer WM überhaupt unter die besten 20 zu kommen, was ihr auch im Weltcup in dieser Saison nicht oft gelungen war. Aber das ist diese erbarmungslose Schlussrunde in der Höhe von Antholz, auf denen eben eine Reihe anderer Athletinnen mehr in den Beinen haben.

Dreifacher Grund zur Freude für Horchler

So kam zum Rückstand auf Siegerin Marte Olsbu Roiseland (Norwegen) nach dem zweiten Schießen bis zum Zielstrich noch einige Sekunden drauf. 1:11 Minuten betrug letztlich der Rückstand Horchlers, die aber keinen Grund hatte, um Trübsal zu blasen.

„Der Fehlschuss war ein bissl rechts, ich habe nicht genug reagiert auf die Verhältnisse“, sagte Horchler, die mit dem besten Sprintresultat dieses Winters sehr zufrieden war.

Horchler: "Strecke schwer zu laufen"

Nur das Läuferische machte sie nicht glücklich: „Beton mit einem Spiegel darauf, wie Eis.“ So beschrieb die Athletin des WSV Clausthal-Zellerfeld die Strecke, die nach etwas Neuschnee über Nacht schwer zu laufen gewesen sei. „Mit meinem Schienbeinschmerz bin ich da leider etwas anfällig, weil ich nicht so druckvoll laufen kann.“ 

Gleichwohl freut sie sich auf weitere WM-Rennen ("die Ausgangsposition für Sonntag ist richtig gut"). Denn sie hat zum WM-Auftakt quasi gleich einen „Hattrick“ hingelegt: Starker Einstand mit Top25-Platzierung; sehr gute Ausgangsposition für das Verfolgungsrennen am Sonntag (13 Uhr) und – wohl am wichtigsten – ein dickes Empfehlungskärtchen für einen Einsatz in der WM-Staffel. 

Die deutsche Nummer fünf, Janina Hettich hingegen musste der fehlenden Erfahrung Tribut zollen, erwischte heftigen Wind, traf stehend nur eine Scheibe und verpasste den Verfolger.

Lob von Experte Sven Fischer

ZDF-Experte Sven Fischer war voll des Lobes über Horchler: „Wenn du bei so einer hohen Belastung mit nur einem Fehler wegkommst ist das super. Sie hat gezeigt, dass es auch bei solchen Bedingungen geht. Daran kann sich die deutsche Mannschaft orientieren.“

Horchlers. Zimmergenossin Denise Herrmann hat trotz einer famosen Laufleistung Bronze knapp verpasst. Die 31-Jährige lag nach drei Schießfehlern neun Sekunden hinter der drittplatzierten Tschechin Lucie Charvatova. Silbe rholte sich die überraschend starke Susan Dunklee (USA). (schä)

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