Medaillentraum auf der Anterselva

Auftakt zur Biathlon-WM: Karolin Horchler startet im Sprint 

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Blickt Antholz freudig entgegen: Karolin Horchler, hier während der Vorbereitung auf der Seiser-Alm, war 2019 „WM-Urlauberin“, diesmal ist ihr ein Einsatz gewiss. 

Es ist wieder Februar bei den Biathleten. Es ist wieder Weltmeisterschaft. Und es ist wieder Karolin Horchler aus Ottlar, die auf der Teilnehmerliste steht.

Antholz– Nur: Diesmal nimmt Horchler auch tatsächlich teil, nachdem es vor einem Jahr trotz eindeutiger Qualifikation keinen Einsatz gab für die 30-Jährige.

Wenn an diesem Donnerstag die WM im Antholzertal beginnt, ist Horchler nicht mehr in der Zuschauerrolle. Zwar tritt Deutschland zum Auftakt in der Mixed-Staffel ohne die in Ruhpolding lebende Ottlarerin an. Doch am Freitag beginnt dann auch für Horchler der Saisonhöhepunkt; nach einer Saison, in der das Ticket für die WM zunächst recht weit entfernt war.

Horchler war zwischenzeitlich in den IBU-Cup zurückversetzt worden, doch da die deutschen Frauen insgesamt weit weniger Topplatzierungen erreichten als in den Vorjahren, war die Chance, als vierte Läuferin ins WM-Team zu rücken, bis in den Januar hinein da. Und Horchler nutzte sie; vor allem mit guten Auftritten in der Staffel.

Horchler und Herrmann: Vorbereitung auf der Seiser-Alm

Nach der letzten Weltcup-Station in Pokljuka und einer mehrtägigen Pause ist Horchler mit den anderen zehn deutschen WM-Startern Richtung Südtirol aufgebrochen. Erste Aufgabe: Auf die Höhenlage einstellen – die berüchtigte „Anterselva“-Strecke liegt auf 1600 Metern. „Ich war mit Denise Herrmann auf der Seiser-Alm trainieren“, berichtete Horchler. 

Nach den Einheiten auf der größten Hochalm Europas (rund 2000 Meter Höhe) trainierte das DSV-Team in Ridnaun (1300 Meter) in etwas tieferer Lage. „Wir haben dort viel Gruppentraining gemacht, und einige intensive Einheiten. Ich habe gut trainiert und fühle mich fit“, so die Wahl-Bayerin.

Seit Sonntag sind Horchler und Co. im WM-Ort Antholz, wo nach etwas Erholung seit Montagnachmittag wieder trainiert wird. Zwar stürmte es gestern auch dort ein bisschen, aber das Wetter macht Horchler Laune auf den Start. 

Horchlers Premiere: Freitag ab 14.45 Uhr

Zunächst freue sie sich, diesmal nicht nur nominiert zu sein, sondern auch an der Startlinie zu stehen – dass sie am Freitag im Sprint über 7,5 Kilometer (Start 14.45 Uhr) ran darf, steht bereits fest: Weil Denise Herrmann voriges Jahr die Verfolgung gewonnen hat, stehen Deutschland fünf Startplätze zur Verfügung; bei insgesamt fünf Frauen, die mitgefahren sind. 

Die 30-Jährige fiebert dem Auftakt entgegen: „Antholz ist ein genialer Ort mit ganz anderer Atmosphäre, ein kleines Stadion, in dem es familiär zugeht. Und endlich hat es geschneit, es soll richtig geiles Wetter geben.“ 

Und ab wann ist es eine geile WM für Karo Horchler? „Wir können als Mannschaft um eine Staffel-Medaille mitkämpfen. Die wäre ein absoluter Traum. Das ist natürlich unser Ziel“, sagt die WM-Debütantin, die Medaillen bisher nur von der Europameisterschaft kennt. Von 2013 bis 2016 brachte sie jährlich mindestens eine mit nach Hause.

Horchler hofft auf Top-15-Platz

Der letzte Platz im Massenstart von Pokljuka ist längst abgehakt; Horchler, die einmal mehr über ihre guten Schießleistungen kommen muss, blickt nach vorn: Ich will in Antholz meine Leistung abrufen. "Ich habe in Ruhpolding gemerkt, dass es für die Top 15 reichen kann, wenn ich stark schieße“, umreißt die Athletin des WSV Clausthal-Zellerfeld ihre persönlichen Ziele.

In Ruhpolding beim Weltcup war sie nach toller Aufholjagd 17. im Verfolger und nach einem ärgerlichen Fehler 20. im Einzel geworden. Diese Plätze wären für sie auch bei der WM zweifelsohne ein Erfolg.

Wie viele Einsätze Horchler bei fünf Damenrennen und zwei gemischten Staffeln bekommt, hängt zum einen von den Trainern ab; in der Frauen-Staffel (22. Februar) kommen diese wohl nicht an der Upländerin vorbei Es hängt aber auch von Horchler ab – ein guter Einstand am Freitag würde schon mal bedeuten, dass sie auch für die Verfolgung am Sonntag (13 Uhr) planen kann.

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