Spielerin der HSG Twistetal warf 13 Tore im Finale der A-Jugend-Hessenmeisterschaft

Bodenständig mit Blick nach oben: 18-jährige Kim Hering ist schon Leistungsträgerin im Landesligateam

Handballerin
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Blick nach oben: Kim Hering (Mitte) kann sich vorstellen, höherklassig zu spielen. Hier versucht sie sich gegen Mara Rachor (links) und Selin Basaran (Bachgau) durchzusetzen.

„Wir können sehr stolz auf das sein, was wir erreicht haben“, sagt Kim Hering in Anspielung auf die Vizehessenmeisterschaft der A-Jugend-Handballerinnen der HSG Twistetal.

Korbach – „Dass wir bis ins Endspiel gekommen sind, war schon überraschend. Das hätte vorher keiner gedacht“, fügt die Rückraumspielerin an.

Dass das Finale am vorigen Samstag mit 28:33 (9:11) gegen die HSG Hungen/Lich verloren ging, lag am allerwenigsten an der Korbacherin. Denn mit 13 Treffern war Hering, die die zwölfte Klasse an der Alten Landesschule in der Kreisstadt besucht und nächstes Jahr ihr Abitur machen will, die herausragende Spielerin der Partie. Die anfängliche Enttäuschung über die Niederlage ist bei der gelernten Halblinken mittlerweile verflogen.

An dem Erfolg habe Trainer Jochen Isenberg, der das Team seit der B-Jugend betreute, einen großen Anteil. „Er hat uns alle individuell weiterentwickelt und auch dafür gesorgt, dass wir als Mannschaft zusammengewachsen sind“, sagt Hering. Als die mit Abstand beste Torschützin spielte die Schülerin, die Experten für die beste Halblinke in der Oberliga halten, selbst eine große Rolle bei dem Erfolg.

Trainer Isenberg: „Kim kann sicher höherklassig spielen“

„Kim ist technisch stark und hat eine gute Übersicht. Sie ist sehr ehrgeizig und eine Teamplayerin“, sagt Isenberg über die 1,82 Meter große linke Rückraumspielerin, die er als „sehr zurückhaltend“ charakterisiert. „Sie kann sicher höherklassig spielen“, sagt der Coach über die wurfstarke Halblinke, die bereits mit 17 Jahren ihr Debüt in der 1. Mannschaft gab. Auch im Landesligateam der HSG ist Hering die beste Werferin und war nach der Hauptrunde sogar Ligatorschützenkönigin.

Zwischenzeitlich hat das Riesentalent auch zwei Jahren bei Erstligist HSG Bad Wildungen mittrainiert. Dabei hätte es Vipers-Trainerin Tessa Bremmer gerne gesehen, wenn sich Hering einem Drittligisten wie dem SV Germania Fritzlar angeschlossen hätte. „Doch ich habe klar gesagt, dass ich lieber das Jahr mit der A-Jugend zu Ende spielen will“, sagt die bodenständige Hering, die auch wegen des „zeitlichen Aufwandes“ ihr Engagement bei den Vipers beendete.

Die Torjägerin kann sich aber vorstellen, später „höherklassig“ Handball zu spielen, wobei sie für die nächste Saison Twistetal ihre Zusage für eine weitere Landesligaspielzeit gegeben hat. „Danach gucke ich mal“, sagt Hering, die nach dem Abitur mit einem Studium liebäugelt und sich handballerisch „noch keine Ziele“ für ihre Zukunft gesetzt hat.

„Ich denke, dass wir in der nächsten Saison in der Landesliga gut mithalten können“, sagt das Talent und führt die Personalprobleme der HSG als Grund für die verlorenen Partien in der Aufstiegsrunde zur Oberliga an. Sie hat festgestellt, dass der „körperliche Unterschied“ die größte Differenz zwischen der A-Jugend und dem Frauenteam ist. „Ich denke, dass ich mit meinen Leistungen in beiden Mannschaften recht zufrieden sein kann“, sagt Hering, was definitiv der Fall ist. (jh)

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