Die Sportler und das Team des Jahres:

Caro Schäfer, Jan Speer, Nils Kollmar und die HSG Bad Wildungen

- Korbach/Frankenberg. Zwei Favoritensiege, erstmals ein Bobsportler an der Spitze und die Dominanz der Leichtathletik – das ist die WLZ-FZ-Sportlerwahl 2009 in Schlaglichtern. Mehr als 4000 Leser und Leserinnen haben abgestimmt.

„Cool, super“, freute sich Carolin Schäfer in Prag, wo sie Silvester verbringt, über ihre Wahl zur Sportlerin des Jahres – für die sie erstmals nominiert war. Gewonnen hatte die U-20-Welt- und Europameisterin im Siebenkampf bereits in der Nachwuchskategorie, im vergangenen Jahr wurde sie Zweite. Nun verwies die 18 Jahre alte Bad Wildungerin Titelverteidigerin Meike Naumann (TSV Frankenberg) und Frederike Hogrebe von der LG Diemelsee, dritte Leichtathletin im Bunde, auf die Plätze zwei und drei.

Nein, sie habe nicht damit gerechnet, an die Spitze gewählt zu werden, bekannte „Caro“. Als Mitglied der LG Eintracht Frankfurt hat sie es eher schwer, vom Verein aus Stimmensammler zu mobilisieren – was ja ausdrücklich erlaubt ist. „Deshalb freut es mich umso mehr.“Mit 735 Stimmen vereinte sie genau 52 Stimmen mehr auf sich als Klassewerferin Meike Naumann, die wiederum 36 Stimmen vor 400-Meter-Ass Hogrebe lag. Skispringerin Anna Häfele (511), die im Internet die meisten Votes erhielt, durchbrach als Rangvierte vor der Frankenberger Mittelstrecklerin Annette Briel (215) die Phalanx der Leichtathletinnen.

Die absolut meisten Stimmen bekam Jan-Martin Speer: genau 1000. Der bobfahrende Sportler des Jahres war dennoch nicht nur froh, als er von der guten Nachricht hörte: Als ihn die Nachricht erreichte, war der Wirmighäuser gerade von Oberhof auf dem Weg nach Hause – wo er den internen Anschieber-Wettbewerb um den letzten freien Platz im Viererbob von Manuel Machata bei der Junioren-Weltmeisterschaft verloren hatte. Um eine Hundertstelsekunde. „Ärgerlich, aber das ist der Sport, da kann man nichts machen“, kommentierte Speer sein Pech fair. Vorzuwerfen brauchte er sich nichts: „Ich habe alles gegeben.“ Im Zweikampf mit dem Potsdamer Gino Gerhardi schob der Diemelseer zwar die schnellere Zeit auf der hinteren Position, beim seitlichen Anschieben aber war sein Konkurrent besser – und lag in der Addition jene Winzigkeit von einer Hundertstel vorn.Der ebenfalls erstmals als Sportler des Jahres nominierte Senioren-Rekordläufer Wilhelm Hofmann aus Berndorf (469) und der Alrafter Fahrsportler Christian Plücker (295), sehr knapp vor Beachvolleyballer Paul Becker vom TSV Frankenberg (292), belegten die Ränge zwei und drei.

Ganz nach vorn schaffte es die Leichtathletik wiederum in der Kategorie der jungen weiblichen und männlichen Aktiven: Nils Kollmar, Werfer vom TSV Frankenberg, wurde mit 747 Stimmen erstmals zum Nachwuchssportler des Jahres gewählt. Nils wurde mit dem Diskus süddeutscher Meister der B-Jugend, bei den „Deutschen“ erreichte er die Ränge neun und zehn. „Ich finde das natürlich gut“, sagte Nils zu seiner Wahl. Sein Bruder Dominik hatte ihn benachrichtigt, denn der jüngere Kollmar befand sich mit seinem Vater Michael in Stuttgart – zu einem Trainingslehrgang. „Ich bedanke mich bei allen, die mir ihre Stimme gegeben haben“, sagte Nils. Der Ellershäuser trat die Nachfolge von Tobias Göbel an, der zweifache deutsche Team-Juniorenmeister im Sportschießen aus Meineringhausen wurde in diesem Jahr mit 433 Stimmen Dritter. Vor ihn schob sich Jan Müller, Biathlet vom SC Willingen. Seinen dritten DM-Platz honorierten 577 Leser – übrigens vor allem mit Stimmabgabe auf unserer Homepage.

Während sich beim Nachwuchs die viertplatzierte Handballerin Sandra Josefiak als einzige Sportlerin unter den besten fünf einreihte, gab es im Wettbewerb der Teams Frauenpower total. Den Zweikampf an der Spitze entschieden ganz knapp die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim für sich. Mit 774 Stimmen erhielt der Zweitliga-Aufsteiger lediglich 16 Stimmen mehr als die Voltigiererinnen des RFV Edertal. Auf Rang drei kamen die Fußballerinnen des TSV Korbach mit 360 Stimmen. „Echt? Das ist ja super. Seit ich in Bad Wildungen spiele, ist es das erste Mal, dass wir auch bei der Sportlerwahl ganz oben landen“, freute sich HSG-Torhüterin Danja Lerch: „Für uns ist das eine weitere Anerkennung – nicht nur immer vor den vielen Fans in der Halle zu spielen, sondern auch so viele Stimmen zu bekommen.“

21 Frauen, Männer und Jugendliche sowie acht Mannschaften hatten zur Wahl gestanden – das waren sieben Vorschläge weniger als vor einem Jahr. Das erklärt vielleicht auch, warum wir bei weitem nicht die Rekordzahl des Vorjahres mit über 7500 Teilnehmern erreicht haben. (mn)

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