Bad Wildunger Siebenkämpferin muss wegen Impf-Nebenwirkungen passen

Carolin Schäfer startet nicht in Götzis

Von Nebenwirkungen ihrer Corona-Impfung gestoppt: Die Bad Wildunger Siebenkämpferin Carolin Schäfer von der LG Eintracht Frankfurt (rechts) mit ihrer Trainerin Stefanie Kaul beim Deichmeeting 2020 in Neuwied.
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Von Nebenwirkungen ihrer Corona-Impfung gestoppt: Die Bad Wildunger Siebenkämpferin Carolin Schäfer von der LG Eintracht Frankfurt (rechts) mit ihrer Trainerin Stefanie Kaul beim Deichmeeting 2020 in Neuwied.

Deutschlands beste Siebenkämpferin Carolin Schäfer hat ihre Teilnahme am traditionsreichen Mehrkampf-Meeting am kommenden Wochenende im österreichischen Götzis kurzfristig abgesagt.

Bad Wildungen – Aufgrund von Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung könne sie nicht starten, erklärte die 29-Jährige aus Bad Wildungen. Ihren Olympia-Fahrplan muss die Zweite der Weltmeisterschaft von 2017 nun neu aufstellen.

„Mein Körper sagt Nein“, sagte die bereits für die Tokio-Spiele (23. Juli bis 8. August) qualifizierte Weltranglisten-Zehnte. „Seit einiger Zeit habe ich mit für uns nicht vorhersehbaren Impf-Nebenwirkungen zu kämpfen, die mein Training sehr stark beeinflussen.“

Die Entscheidung, nicht an der renommiertesten Mehrkampf-Veranstaltung der Saison teilzunehmen, sei nach längeren Beratungen in den vergangenen Tagen getroffen worden, so Schäfer, hatte sich aber schon zuvor angedeutet.

Vor zwei Wochen hatte die für die LG Eintracht Frankfurt startende Athletin erstmals nach dem Gewinn ihrer Deutschen Meisterschaft im August 2020 bei einem Mehrkampf-Meeting in Neuwied getestet – hatte aber den Hürdensprint abgebrochen und im Hochsprung und beim Speerwerfen keine überzeugenden Leistungen gezeigt; auch damals schon wegen Impf-Nebenwirkungen – unter anderem Probleme mit der Ansteuerung der Muskeln.

Zweite Impfung vor vier Wochen

Aufgrund ihrer Anstellung bei der Polizei hatte Schäfer im April die erste Corona-Impfung erhalten; die zweite dann vor vier Wochen. Die Athletin aus Südwaldeck hatte sich nach der ersten Impfung sehr erfreut gezeigt. „Es war, als hätte man mir Gold gespritzt. Das gibt viel Sicherheit“, so damals der Kommentar der Olympia-Fünften von 2016. Auch um ihr großes Ziel – eine Medaille bei ihren letzten Olympischen Spielen – zu erreichen, war Schäfer nach zuvor acht Jahren mit Trainer Jürgen Sammert im Herbst 2019 in die Trainingsgruppe von Stefanie und Michael Kaul gewechselt, den Eltern von Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul.

Vor der ersten Corona-Impfung sei sie in einer Top-Verfassung gewesen. Die Bundesregierung hatte Mitte April die Impfung aller 1100 Olympia-Teilnehmer aus Deutschland zugesichert. „Wir werden weiter alles dafür tun, dass die Athleten ihren sportlichen Lebenstraum verwirklichen können“, kommentierte Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

„Die Impfung ist einer von mehreren Bausteinen dabei, dies auch im hohen Maße verantwortungsvoll umzusetzen.“ Eine Pflicht zur Impfung gegen das Coronavirus gibt es aber laut DOSB für die deutschen Olympia-Sportler nicht.

Für Schäfer lebt indes der Traum von einer olympischen Medaille in Tokio trotz der Götzis-Absage weiter. „Mit meinem medizinischen Team arbeiten wir konsequent und mit Bedacht daran, mich schnellstmöglich wieder fit auf die Bahn zu bringen“, erklärte die Nordhessin optimistisch und bat ihre Fans: „Drückt mir die Daumen!“ (sr)

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