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Carolin Schäfer muss zur WM einen Umweg nehmen

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Carolin Schäfer im Hürdenlauf beim Mehrkampf-Meeting
Diese Hürden nahm sie gut: Carolin Schäfer beim Meeting in Ratingen unterwegs zu ihrer Zeit von 13,57 Sekunden. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/KJPeters

Am Ende von zwei kräftezehrenden Tagen konnte Carolin Schäfer doch noch lächeln. Denn die Weltklasse-Siebenkämpferin auf Bad Wildungen beendete das Meeting am Sonntagabend in Ratingen mit 2:13,95 Minuten und damit einer neuen 800-Meter-Bestzeit.

Ratingen - Schlussendlich kam die 30-Jährige auf 6170 Punkte. Das Ziel, gleich zu Saisonbeginn, die Norm von 6420 Punkten für die Weltmeisterschaften Mitte Juli in Eugene (USA) abzuhaken, verfehlte die Vize-Weltmeisterin von 2017 um 250 Zähler.

Als Olympia-Siebte 2021 in Tokio hatte Carolin Schäfer 6419 Punkte gesammelt und damit einen winzigen Zähler zu wenig für die direkte WM-Qualifikation. Allerdings genügend für die EM-Qualifikation. Die Europameisterschaft wird Mitte August in München (Norm: 6250 Punkte) ausgetragen. Erstmals in der Leichtathletik-Geschichte stehen damit WM und EM im selben Jahr an.

„Es waren zwei Tage harte Arbeit. Ich habe gespürt, dass wir noch vor zwei Wochen im Trainingslager waren und noch kaum Test-Wettkämpfe bestritten haben. Da kann die Form noch nicht top sein, die soll im Sommer top sein“, sagte Carolin Schäfer nach den zwei Siebenkampftagen. Speziell bei den Sprüngen fehlte ihr die absolute Spritzigkeit und Frische.

Carolin Schäfer: Hürdensprint und Kugelstoßen gut

Mit 1,71 Metern im Hochsprung und 5,84 Metern im Weitsprung blieb die 30-Jährige unter ihren Möglichkeiten. „Gut liefen die Hürden mit 13,57 Sekunden und das Kugelstoßen mit 13,98 Metern“, zog Carolin Schäfer Bilanz. Die weiteren Leistungen: 24,40 Sekunden bei Gegenwind über 200 Meter, 47,81 Meter im Speerwurf und eben 2:13,95 Minuten auf den abschließenden 800 Metern.

Wobei man alle Ratingen-Ergebnisse anders als in den Vorjahren einordnen muss. Denn normalerweise wird der Mehrkampf-Klassiker erst Mitte Juni als finale Qualifikationschance ausgetragen. Dieses Mal bildete das Meeting quasi den Saison-Auftakt. Was sich natürlich bei den Leistungen widerspiegelte. Da lag am Ende die Leverkusenerin Sophie Weißenberg mit EM-Norm von 6.273 Punkten vor der für Eintracht Frankfurt startenden Schäfer. Rang drei belegte die Französin Leonie Cambours (5933 Punkte).

Die Weltrangliste öffnet womöglich eine Tür

Als „Notausgang“ könnte sich die WM-Qualifikation über die Weltrangliste erweisen. Da weltweit erst elf Athletinnen die 6420 Punkte im Qualifikationszeitraum erfüllt haben oder per Wildcard qualifiziert sind, werden aktuell 13 Startplätze über die Weltrangliste vergeben. Damit wäre ein Götzis-Start von Carolin Schäfer in drei Wochen nicht zwingend nötig.

Denn mit Rang sieben bei Olympia und Platz zwei beim hoch gewerteten Gold-Label Mehrkampf in Ratingen hat sich die 30-Jährige in eine gute Ausgangsposition gebracht. Auch wenn erst ganz am Ende des Siebenkampfs wieder ein Lächeln bei Carolin Schäfer zu sehen war. (Martin neumann)

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