Korbacher Torwart spielt für Hünfelder SV

Viel Lesen und der Nachbarin danken: Handballer Yannik Voß war in Quarantäne

Stand unter Quarantäne: der Korbacher Yannik Voß, Torhüter in Diensten des Hünfelder SV. Foto: Klöcker

Mittlerweile ist Yannik Voß wieder in der Heimat – Urlaub von der Corona-Quarantäne und einer ungewissen Zeit.

Der Handball-Torhüter des Hünfelder SV wurde mit seinem Team vor einer Woche unter Quarantäne gestellt, weil in der Mannschaft von Gegner Großenlüder/Hainzell ein Spieler positiv auf das Corona-Virus getestet wurde.

In Osthessen ist das Coronavirus mit das erste Mal in Hessen aufgetreten. Festgestellt wurde es bei einem Spieler der HSG Großenlüder/Hainzell. Die gesamte Mannschaft wurde in die Quarantäne geschickt – und nicht nur die: Weil ein paar Tage zuvor im Osthessenderby der Hünfelder SV Gegner des Landesligatabellenführers war, mussten auch die Spieler des HSV eine Woche zu Hause verbringen, darunter auch der ehemalige Korbacher Yannik Voß.

Vor gut einer Woche erreichten den Hünfelder SV erste Nachrichten über den Corona-Fall beim osthessischen Rivalen. Ab Donnerstag dann wurde es ernst. „Ich bin vom Gesundheitsamt angerufen worden. Die haben gefragt, ob ich bei dem Spiel wirklich dabei war und ob ich zu dem Spieler Kontakt hatte“, erzählt Voß.

Im Testzentrum traf Voß "nur Vermummte"

Kontakt hatte er. „Wir hatten uns in der Pause unterhalten und nach dem Spiel, wie Sportler es eben tun, abgeklatscht und umarmt.“ Die Folge: Der 21-Jährige wurde sofort gebeten, das Haus nicht mehr zu verlassen, und er musste einen Tag später ins Testzentrum am Fuldaer Klinikum.

Das ist ihm besonders in Erinnerung geblieben. „Das war ein extra Bereich am Klinikum. Ich bin da rein und dann waren in einem Raum nur Menschen, die komplett vermummt waren. Bis auf deren Augen hat man gar nichts gesehen“, erzählt Voß.

Szenen, die man bislang nur aus dem Fernsehen kannte. Bei Voß wurde ein Rachenabstrich gemacht, anschließend wurde er für eine Woche in Quarantäne geschickt, ebenso seine Freundin. „Wir durften nicht vor die Tür“, erzählt Voß. „Gottseidank hatten wir eine liebe Nachbarin, die für uns eingekauft hat.“

Entwarnung für die Familie

Und was macht man in der vielen Zeit? „Lesen, sich über die Medien informieren. Ansonsten hat man viel Freizeit“, so Voß, der in Fulda Gesundheitsförderung studiert.

Mittlerweile steht fest: Yannik Voß und seine Freundin haben sich nicht mit dem Coronavirus infiziert. Er ist derzeit in Korbach und hilft bei seiner Familie. Zwei jüngere Geschwister müssen betreut werden, die Eltern müssen arbeiten. „Ein paar Tage will ich noch hierbleiben“, sagt der Torhüter. „Dann will ich wieder nach Fulda zurück und hoffe, dass es keine Ausgangssperre gibt.“

Übrigens: Dem Spieler aus Großenlüder geht es gut. „Ich hatte mit ihm Whatsapp-Kontakt. Er ist symptomfrei geblieben“, erzählt Voß. (tsp)

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