Coronavirus im Kreis Waldeck-Frankenberg

Zurück oder da bleiben?  Frankenberger Beachvolleyballerin in Australien gestrandet

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Ist derzeit in Australien: Beachvolleyballerin Sarah Schneider aus Frankenberg, fühlt sich dort sicher.

Die Beachvolleyballerin Sarah Schneider aus Waldeck-Frankenberg sitzt wegen der Corona-Krise in Australien fest.

Sarah Schneider erlebt die Corona-Krise derzeit am anderen Ende der Welt, wie sie selber sagt. Die Beachvolleyballerin aus Frankenberg befindet sich in Australien – und stand lange vor der Frage: zurück nach Deutschland oder auf dem fünften Kontinent bleiben?

Hingezogen nach Australien hat sie – natürlich – ihr Sport. Eigentlich sollte sie ein Drei-Sterne-Turnier in Coolangatta mit Sandra Ittlinger spielen, deren Partnerin derzeit verletzt ausfällt. Ein nationales Turnier spielte sie in „Down Under“ noch zur Verbreitung, doch dann traf es den Beachvolleyball wie fast alle anderen Sportarten auf der Welt: Alle Turniere wurden wegen des Corona-Virus abgesagt.

„Und jetzt bin ich in Australien und weiß nicht, was ich machen soll“, sagt die ehemalige Spielern des TSV Frankenberg. Ihre Trainer wollten, dass sie zurück nach Deutschland kommt. Aber die 24-Jährige zögerte lange. „Ich fühle mich hier wohl sowie sicher und kann hier auch gut trainieren.“ Zwar sei das Corona-Virus auch in Australien aufgetreten. „Aber man bekommt hier nur wenig von der Krise mit“, sagt Schneider.

Sportlerin aus Waldeck-Frankenberg: Hamsterkäufe wegen Corona gibt's in Australien nicht

Ein Grund dafür ist das dünn besiedelte Land. „Wir haben hier einen zweistündigen Spaziergang am Strand gemacht und du triffst nur fünf Leute“, erzählt Schneider. Auch sei der Umgang mit der Krise ihrer Meinung nach konsequenter als in Deutschland. „Australien hat viel früher Quarantäne-Maßnahmen angeordnet, zum Beispiel bei der Einreise in das Land“, sagt die Beachvolleyballerin. „Dagegen ist eine Freundin von mir, die aus Malaysia zurückkam, in Deutschland bei der Einreise nicht mal gefragt worden, wo sie war.“

Und auch Hamsterkäufe, wie es sie in Deutschland gibt, sind in Australien nicht an der Tagesordnung. „Hier darfst du ein Paket Nudeln oder Reis kaufen, nicht mehr“, berichtet Schneider. „Das macht es für mich hier entspannter, als in Deutschland“, sagt sie. 

Corona in Australien - Sportlerin aus Waldeck-Frankenberg: „Angst ist die falsche Reaktion“

Dennoch hat sie mittlerweile entschieden, dass sie versuchen will, nach Deutschland zurückzukommen. Sie bekommt natürlich mit, wie die Lage in ihrem Heimatland ist – und wie unterschiedlich die Stimmung: von einer aggressiven Haltung bis zu Personen, die die Lage unterschätzen. Selbst Angst hat sie nicht. „Das ist auch die falsche Reaktion. Angst löst im Körper Stress aus und Stress schwächt das Immunsystem.“

Sportlich ist Schneider ohnehin wie ihre Kollegen auch auf das Training beschränkt. Alle Turniere weltweit sind abgesagt, ebenso Lehrgangsmaßnahmen, die Olympischen Spiele in Tokio mittlerweile verschoben.

Bitter für alle, die sich Hoffnungen darauf gemacht haben. „Ich kann den Frust da echt verstehen. Es ist schon heftig, wenn man sich ein Leben lang auf einen Traum vorbereitet und alles dafür opfert“, sagt Schneider. Für sie selbst war Tokio in diesem Jahr noch kein Thema, eher die Spiele vier Jahre später in Paris. „Man merkt in so einer Krise, dass Sport, Erfolg und Olympische Spiele total nebensächlich sind“, sagt Schneider. „Wir sollten uns alle glücklich und dankbar schätzen mit dem, was wir haben. Dazu reicht allein Gesundheit, was man meistens ohne so eine Krise eher vergisst.“

Von Thorsten Spohr

Die neuesten Entwicklungen zu Corona im Landkreis Waldeck-Frankenberg* und zu Corona in Nordhessen* gibt es im jeweiligen News-Ticker.

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