Leichtathletik

Das Unmögliche möglich machen: Chayenne Tarhanis wandelt auf den Spuren einer Carolin Schäfer

Du bist eine Leichtathletin: Diese nahm ihrer Sportlehrerin nahm sich Chayenne Tarhanis zu Herzen und wechselte die Sportart.
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Du bist eine Leichtathletin: Diese Worte ihrer Sportlehrerin nahm sich Chayenne Tarhanis zu Herzen und wechselte die Sportart.

2015 wusste Chayenne Tarhanis noch gar nicht was Leichtathletik ist. Und 2021 ist sie in der Altersklasse W15 bereits „die Vize-Königin der Athletinnen“ in Hessen. Die 14-jährige aus Usseln schraubte bei der Hessenmeisterschaft in Darmstadt im Siebenkampf ihre Bestleistung auf 3444 Punkte.

Usseln – Erst Karate, dann Fußball. Das waren im dritten Schuljahr noch Chayennes Lieblingssportarten, bis ihre Sportlehrerein Iris Niemeier ihr sagte: „Du bist eine Leichtathletin!“ Anfangs habe sie tatsächlich nicht genau gewusst, was sich dahinter verberge, gibt die Neuntklässlerin der Korbacher Alten Landesschule zu. Doch nach einem Schuppertraining beim TSV Korbach war Chayenne sofort klar: „Das ist meine Sportart.“ Sie konnte sich zwar noch nicht sofort vom Fußball trennen, aber als die Termine sich zu oft überkreuzten, ließ sie auch ihn fallen. Ab jetzt nur noch leichte Athletik, die so schwer fallen kann.

Nachdem sie einige Disziplinen ausprobiert hatte, wollte sie auf keine mehr verzichten. Doch eine: „Ich mag den 800-Meter-Lauf nicht, dafür ist meine Ausdauer nicht so gut“, gibt sie zu. Doch Chayenne ist keine Wegläuferin, sondern eine Entgegenkommerin. Daher fügt sie diesem Satz schnell noch hinzu, dass sie bereits daran arbeite, diese konditionellen Lücken zu schließen. Und vielleicht kann sich 800 Meter irgendwann in ihre Arme schließen, wie sie es bereits mit den 80-Meter-Hürden getan. hat.

Hürden anfangs nicht gemocht

„Die Hürden mochte ich anfangs überhaupt nicht und jetzt liebe ich die Hürden“. Diese Kehrtwende habe sie vor allem ihrem Trainer im Stützpunkt in Kassel zu verdanken, betont die 14-Jährige. Dort trainiert sie einmal pro Woche. Taxi Mama bringt sie dorthin. Ihre Tochter weiß das durchaus zu schätzen: „Das ist nicht selbstverständlich, dass Eltern das tun, deshalb bin ich ihnen auch sehr dankbar für die Unterstützung“, sagte Chayenne. Hinzu kämen die Fahrten zum Training in Korbach, zweimal pro Woche.

Vorbild Carolin Schäfer noch nie getroffen

Es vergeht kein Tag für die 14-Jährige ohne Sport. „Ich jogge öfters, mache Workouts, Sport ist einfach mein Leben.“ Die Frage, wer Chayennes Vorbild im Siebenkampf ist, kann man sich fast schenken. Klar, Carolin Schäfer, derzeit die beste deutsche Siebenkämpferin aus Bad Wildungen. „Ich habe Caro erst kürzlich um ein Autogramm gebeten und sie mir schnell geantwortet.“

Sie schaue sich auch die Weltklasse-Siebenkämpferinnen im Fernsehen an, weil sie sich bei ihnen das ein oder andere abschauen kann, etwa die Armhaltung beim Hochsprung. Ein Treffen mit der Vize-Weltmeisterin wäre für die Vize-Hessenmeisterin schon eine tolle Sache. Sie könnten dann auch über Olympia plaudern, ein großes Ziel von Cheyenne.

Die 14-Jährige treibt ihren Sport nicht nur mit Armen und Beinen, sondern auch mit dem Kopf. Mit ihr kann man bereits über Misserfolge reden. Ihre Gedanken kreisen öfters darum, wie soll sie sich verhalten, wenn eine von den sieben Disziplinen mal daneben geht. „Ich muss lernen, solche Enttäuschungen schnell abzuhaken, denn es geht ja sofort weiter.“

Im kommenden Jahr wird ihre Geduld mit der Enttäuschung vermutlich auf eine harte Probe gestellt. Sie wechselt in die U18. Sie wird im Dezember 15 Jahre alt und muss sich dann mit 17-Jährigen messen. Doch davon lässt sich Chayenne nicht einschüchtern. „Ich kann dann trotzdem gute Leistungen erbringen“, sagt sie und fügt hinzu: „It"s impossible, but I can do it.“ Was so viel bedeutet wie: Nichts ist unmöglich. (rsm)

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