Die HSG Bad Wildungen verliert nach 9:23-Rückstand in der 37. Minute in Leipzig mit 21:30

Ein Debakel noch abgewendet - Video

- Leipzig (mg/jh). „Wir haben in der ersten Hälfte im Angriff pomadig gespielt. Leipzig hat uns zudem eiskalt ausgekontert“, sagte HSG-Trainer Karsten Moos über den 9:17-Pausenstand, der eine Mega-Pleite für sein Mini-Aufgebot befürchten ließ.

Mit lediglich zehn Spielerinnen, die A-Jugendlichen Andrea Mertens und Simona-Maria Cipaian fehlten aus schulischen Gründen, war das Team von Moos in die Messestadt gereist. Schon nach acht Minuten mussten die Gäste beim Stand von 1:6 die Hoffnungen auf eine Überraschung beim stark ersatzgeschwächten Tabellenzweiten begraben.

Die Gastgeberinnen, bei denen kurz vor Spielbeginn auch noch Nationaltorhüterin Katja Schülke mit Grippe passen musste, begannen sehr konzentriert. Akzente der Vipers suchten die 13 mitgereisten Fans unter den 1389 Zuschauern auf der Tribüne der Leipziger Arena zunächst vergeblich. Ganze fünf Minuten brauchten die Gäste, um durch einen Rückraumwurf von Sabine Heusdens beim 1:3 ihren ersten Treffer zu erzielen. „Vor allem in Hälfte eins hat mein Team heute energielos gespielt. Wir waren fast immer einen Schritt zu weit weg vom Gegenspieler und konnten uns auch im Angriff keine klaren Chancen erarbeiten“, bilanzierte Moos die desolate Leistung seines Teams in den ersten 30 Minuten. Die Leipzigerinnen ließen die Gäste bis zehn Meter vor dem eigenen Tor schalten und walten, ging es mal näher ran, wurden die Vipers-Angreiferinnen von der starken HCL-Deckung festgemacht.

Nur Heusdens gefährlich

Einzig Heusdens sorgte mit ihren Würfen aus dem Rückraum wenigstens für etwas Torgefahr. Glück im Unglück für die Gäste, dass Leipzig mit den eigenen Möglichkeiten teilweise grob fahrlässig umging, ansonsten hätte es bereits nach 30 Minuten noch schlimmer für Miranda Robben und Co. ausgesehen. Nach 20 Minuten und beim Stand von 13:5 nutzte Leipzig die hohe Führung, um im Hinblick auf die schweren internationalen Spiele gegen Byasen Trondheim am Freitag und Sonntag munter durchzuwechseln. So brachte Trainer Stefan Madsen zum Beispiel die erst 18-jährige Michelle Urbicht für Maura Visser auf der Rückraum-mitte, die vier anderen Youngster wurden dann nach und nach ebenfalls aufs Parkett geschickt. Dennoch gelangen den Vipers bis zur Pause lediglich zwei weitere Treffer. Leipzig hingegen ging durch Elisa Möschter beim 17:7 (29.) erstmals mit zehn Toren in Front. Beim 7:19-Pausenstand mussten die Fans der Gäste Schlimmes befürchten. Ganz so kam es dann am Ende allerdings nicht, auch weil der HCL mit der starken Karolina Kudlacz nach der 23:9-Führung (37.) einen Gang zurückschaltete. Bad Wildungen konnte nun auch seine eigenen Angriffe besser ausspielen und verkürzte den Rückstand nach 43 Minuten beim 14:24 auf zehn Tore. Der HCL, der nun Tabellenführer ist, machte auch danach nicht mehr als nötig, bevor die Gäste nach dem 21:30-Endstand mit gesenkten Köpfen sprachlos in den Katakomben der großen Halle verschwanden. „In Hälfte zwei hat meine Mannschaft besser dagegengehalten, doch insgesamt ist diese Niederlage mit minus neun Toren sicher etwas niedriger ausgefallen, als es der Spielverlauf hergibt“, lautete später das Schlusswort von Trainer Moos.

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