Treff ins Leben gerufen, Start beim Aktionstag am 5. September

Schub für Sportabzeichen aus Diemelsee

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Gut aufgestellt: Teilnehmer am Sportabzeichen-Treff der Diemelseer Sportvereine in Vasbeck mit Koordinatorin Marianne Becker (2. von links) und Jürgen Damm (7. von rechts) von der Aktion für Menschen mit Behinderung. 

Vasbeck. An diesem frühen Mittwochabend ist auf dem Vasbecker Sportplatz die Lust am sportlichen Miteinander zu besichtigen. Es ist ein rechtes Gewusel.

Anderthalb Dutzend Bewegungswillige, von der Grundschülerin bis zum Pensionär, machen laufend, springend oder werfend Betrieb. Sie sind die Hauptdarsteller beim ersten Diemelseer Sportabzeichen-Treff und darauf erpicht, schon die ein oder andere geforderte Leistung zu erfüllen. Es sieht leicht aus.

Zu Gast ist Jürgen Damm. Der Oberst a. D. wirbt als Vorsitzender der Aktion für Menschen mit Behinderung nun schon im zweiten Jahr leidenschaftlich für das inklusive Sportabzeichen in Waldeck-Frankenberg mit dem Aktionstag am 5. September zum großen Abschluss.

„Hier entsteht etwas“

Inklusiv ist der Sportabzeichen-Treff in Vasbeck nicht. Vielleicht noch nicht. Personell sind sie in Diemelsee so aufgestellt, dass sie behinderte Menschen anleiten könnten. Neben Sonja Bienert und Günter Siebert, die das einfache Sportabzeichen abnehmen dürfen, weist Vera Schlömer als Prüferin eine Zusatzqualifikation vor, die es braucht, um Sportler mit Beeinträchtigung zum Abzeichen zu führen. 

Damm freut sich, dass zumindest die Voraussetzungen für das inklusive Sportabzeichen gegeben sind. „Ich finde es toll, hier entsteht etwas“, sagt er. Man sei noch ganz am Anfang, sagt Marianne Becker. Sie koordiniert im zweiten Jahr eine intensivere Zusammenarbeit der sechs Diemelseer Sportvereine unter dem Slogan „vereint aktiv“.

Inklusion? Gern, wenn Nachfrage besteht

 Der Sportabzeichen-Treff ist das jüngste Gemeinschafts-Projekt. Er ist ganze drei Wochen alt. Das Sportabzeichen hatte zuletzt ein Dasein im Schatten geführt. Training für den Fitness-Test sei seit gefühlt mindestens 15 Jahren nicht mehr angeboten worden, so Marianne Becker.

Ihr erstes Ziel ist, das Sportabzeichen als Möglichkeit zum Fit-Werden wieder stärker in den Köpfen zu verankern; die Teilnahme am 5. September ist fest eingeplant. Inklusion? Gerne, wenn es Nachfrage gibt. Integrativ sind sie bereits. Zwei albanische Kinder aus der nahen Flüchtlingsunterkunft trainieren an diesem Abend mit.

Migranten wären sehr willkommen

Flüchtlinge oder Asylbewerber, überhaupt Menschen mit Migrationshintergrund würde Damm auch gern am 5. September, einem Mittwoch, beim Prüfungstag auf dem Korbacher Paul-Zimmermann-Sportplatz willkommen heißen. Doch die Rückmeldungen der jeweiligen Sportcoaches in den Städten und Gemeinden fielen eher negativ aus. 

Damm treibt solche Reaktionen um. „Wir haben in der Integration versagt, wenn es uns nicht gelingt, an dieser Stelle dafür zu werben, dass Menschen mit Behinderung dazugehören“, sagt er bei einem Treffen mit seinen Mitstreitern von Land- und Sportkreis. Immerhin: Eine Integrationsklasse der Beruflichen Schulen will teilnehmen.

Aktive mit Behinderung strömten schon im Vorjahr in recht großer Zahl auf den „Pauli“. Der Erfolg des Aktionstags für das inklusive Sportabzeichen hängt aber  auch davon ab, wie viele Menschen ohne Behinderung sich beteiligen. Jürgen Damm, die Sportkreis-Referentin für das Sportabzeichen Kerstin Mühlhausen und Matthias Schäfer als Leiter des Landkreis-Fachdiensts Sport hoffen auf mehr Resonanz als im Vorjahr.

Inklusiv trainieren vier Vereine

 „Die Leute können spontan kommen, wenn sie Lust haben, das Sportabzeichen zu machen“, sagt Mühlhausen. Schäfer ergänzt: „Auch wenn sich jemand nur in einer Teildisziplin prüfen lassen will, kann er das gern an diesem Tag tun.“ Inklusives Training läuft in zumindest vier Vereinen des Sportkreises: Bei TSV Frankenberg, TSV Korbach, TV Volkmarsen und TSV Waldeck üben behinderte und nichtbehinderte Menschen gemeinsam. 

Die größte Gruppe dürften die Schüler stellen. Sowohl die Förder- als auch die Regelschulen sind zur Teilnahme aufgerufen. Damm ist in diesem Punkt ganz optimistisch. Viele Schulen haben Inklusionsklassen, sagt er: „Das Bewusstsein für das Thema müsste eigentlich vorhanden sein.“

 

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