Carl-Daniel Mittelbach und Laura Hottenrott gewinnen olympische Distanz in Waldeck

Triathlon am Edersee: Huckschlag und Schumann setzen heimische Glanzlichter

+
Rein ins recht warme kühle Nass: Der Start zum Volkstriathlon in Waldeck. 23,6 Grad hatte der Edersee am Strandbad.

Waldeck - Bei der 36. Auflage des Klassikers verzeichnete der TSV Eintracht als Gastgeber fast 460 Teilnehmer und zog auch deshalb ein positives Fazit. Vor allem beim Volkstriathlon standen mehr Athleten in der Meldeliste als noch im Vorjahr.

Quälende Hitze, schwere Strecken und ein bisschen Konkurrenz durch den Iron Man in Frankfurt am Tag darauf - all das hat den Edersee-Triathlon am Samstag nicht davon abgehalten, ein schöner und durchaus hochkarätiger Wettkampf zu werden. Obendrein gab es einen heimischen Sieg; und einen zweiten beinahe noch „on top“.

Für manche hatte der Tag nicht nur gutes, endete aber äußerst gut. Beispiel: Nils Huckschlag. Als Fünfte kam der Youngster von den Trianhas des VfL Bad Arolsen nach 500 Metern Schwimmen aus dem Edersee, als Führender stieg er vom Rad - dann aber verlor er gleich fast eine Minute Zeit. 

Zwangspause durch den Kampfrichter

Ein Kampfrichter hatte ihn „abgepfiffen“, er musste in der Wechselzone eine Zeitstrafe abbummeln. Huckschlag ging mit Wut im Bauch auf die 5000 Meter lange Laufstrecke.

Und für den 18-Jährigen gab es ein Happy end: Auf der Laufstrecke in der sengenden Sonne haute er eine starke Zeit von 18:14 Minuten heraus und überholte dabei seine beiden Hauptkonkurrenten, denen er mehr als 30 Sekunden abnahm.

Schlussendlich blieb Huckschlag knapp unter 58 Minuten und verwies Florian Drexler vom KSV Baunatal um zehn Sekunden auf Rang zwei. Bastian Schalk (TSV Korbach), der mittlerweile in Wildungen lebt, folgte als Dritter weitere 19 Sekunden dahinter (58:27,2).

Kaputt hinter der Ziellinie: Nach dem Volkstriathlon bei heißem Wetter musste Sieger Nils Huckschlag (Arolsen, vorn) erstmal durchschnaufen. Der zweitplatzierte Florian Drexler (Baunatal, liegend) legt sich erstmal nieder.

Zweites Beispiel: Sonja Schneider. Schon vor dem Schwimmstart passierte der 33-Jährigen ein Missgeschick: Der Rennanzug war gerissen. „Ich musste ihn schnell mit Sicherheitsnadeln zusammentackern. Naja, oft bringt sowas ja Glück“, sagte die Athletin vom ASC Weißbachtal bei Haiger. In der Tat: Das Glück war ihr hold, ihr Sieg bei den Frauen im Volkstriathlon hatte aber auch mit Können zu tun.

Im Freiwasser schwamm Schneider zum ersten Mal im Wettkampf. Aber Radfahren, das liegt ihr. Auf den 18 Kilometern im Sattel überholte sie tatsächlich alle 15 noch vor liegenden Frauen und kam nach 1:14:31,9 Stunden als schnellste Frau ins Ziel. „Beim Laufen habe ich einfach nur gehofft, dass ich nicht kaputt gehe“, sagte die Siegerländerin, die einen ordentlichen Vorsprung auf Johanna Krumm (Bad Marienberg, 1:16:08,9) hatte.

Carl-Daniel Mittelbach, Sieger der olympischen Distanz

Als Vierte kam die beste heimische Athletin ins Ziel: Dörte Ibing aus Rhadern, die in Hannover studiert und für die Triathlon-Abteilung von Hannover 96 startet, war ebenfalls mit dem Rad flott unterwegs, wurde aber im Laufen noch von der schnellsten Läuferin, Pia Krug, abgefangen.

1,5 Kilometer Schwimmen war für die Athleten auf der olympischen Distanz angesagt, es folgten 40 Kilometer auf dem Rad auf einer recht selektiven Strecke. Und dann noch 10 Kilometer in Laufschuhen. 

Ein Siegkandidat: Fabian Pretz. Der 27-jährige vom SC Neukirchen ging im Vorjahr als Zweiter hinter „Promi-Sieger“ Patrick Lange etwas unter. Doch auch dieses Mal sollte es mit dem Sieg nicht klappen.

Schnell um die Ecke: Laura Hottenrott setzte sich beim Laufen deutlich ab und war schnellste Frau auf der olympischen Distanz. Foto: aw

Denn Carl Daniel Mittelbach war nicht zu halten. Der 30-jährige vom Tri Team Hagen machte seinem Ruf als starker Läufer alle Ehre, war aber im Wasser in 21:48,6 Minuten ebenfalls sehr flott und hatte auch die schnellste Radzeit. Nach 2:07,20 Stunden war er logischerweise der  Schnellste am Edersee. Pretz wurde Zweiter.

Hinter ihm sorgten zwei heimische Sportler für Applaus. Allen voran Jens Schumann. Im vorigen Jahr belegte der Lokalmatador vom Team Triathlon Waldeck Altersklassenplatz zwei hinter Patrick Lange und Gesamtplatz 80. 

Bergwertung geht an Relin Mehrhoff

Diesmal strahlte er als Dritter und ließ sich auch von einer Zeitstrafe nicht aufhalten. „Bis du zur Strafzone und wieder zurück gelaufen bist“; vergeht weit mehr Zeit als die 15 Sekunden“, wusste Schumann, der aber realistisch blieb und mit Rang drei hochzufrieden war.In 2:14,30 Stunden fehlten dem 33-Jährigen fast eine Minute auf Pretz (2:13,32).

Knapp hinter Schumann war Relin Mehrhoff (2:15,08) ebenfalls zufrieden mit der „Holzmedaille“. Der Herzhäuser von den Arolser Trianhas erwies sich als Kletterspezialist. 

Kletterspezialist: Relin Mehrhoff (Trianhas Bad Arolsen), wurde Gesamtvierter und gewann die Bergwertung.

In 5:28 Minuten legte er die 1,8 Kilometer zwischen Werbe und Basdorf zurück, auf der es erstmals seit langem wieder einen Bergwertung gab. Ein gepunktetes Trikot gab es als Belohnung - wie bei der Tour de France.

Bei den Frauen landete Laura Hottenrott einen klaren Sieg. Sie lag nicht nur in der Bergwertung vorn, sondern hatte im Ziel nach 2:30:12 Stunden auch gut acht Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte, Hessenliga-Starterin Nicole Best (SKV Mörfelden, 2:38,0). "Die ist geflogen", musste die 24 Jahre ältere Best das starke Rennen der 27-jährigen Marathon-Spezialistin aus Kassel anerkennen. (schä)

Die schönsten Bilder vom Waldecker Edersee-Triathlon

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare