Hessenliga-Neuling unterliegt mit 3:8 der KSG Haunedorf

Eine Niederlage, kein Untergang für SV Rennertehausen

Zum Mäusemelken: Jessica Engelbachzeigt nach einem verschlagen Ball ihre Enttäuschung.
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Zum Mäusemelken: Jessica Engelbachzeigt nach einem verschlagen Ball ihre Enttäuschung.

Rennertehausen - Die erste Hausaufgabe in der neuen Umgebung war nicht lösbar. Ein wenig Honig können die Tischtennis-Spielerinnen des SV Rennertehausen dennoch aus der Partie gegen einen starken Gegner saugen.

Melanie Landau hatte sich schon warmgespielt und stand in Trikot und Rock bereit zu ihrem dritten Einzel, als am Nebentisch die Niederlage ihres Teams besiegelt wurde. Heike Hartmann, Haunedorfs bärenstarke Nummer eins, hatte in diesem Augenblick Nina Klaus-Materna in drei Sätzen besiegt - das 8:3 für die Gäste und Schlusspunkt der Rennertehäuser Hessenliga-Heimpremiere. Sie hinterließ natürlich enttäuschte,aber keineswegs gedemütigte Gastgeberinnen. Und sorgte auch für einen gewissen Aha-Effekt.

„Das war schon ein Kaliber. Es wurde viel mehr mit Taktik und Material gespielt, und da haben wir unsere Probleme“, sagte jedenfalls Teamchefin Landau. „Willkommen in der Hessenliga.“

Die Gäste aus Osthessen stellten sich als gestandenes Team vor. Und bestätigten mit ihrem Auftritt, dass Hochrechnungen und Quervergleiche im Vorhinein kaum tragen. Der Vierte der Vorsaison hatte sich am Vortag mit 7:7 vom KSV Auedamm II getrennt - das gleiche Resultat hatte der SVR zum Start gegen die Kasselerinnen erreicht. Und doch hatten die Aufsteiger am Sonntag gegen Haunedorf keine wirkliche Chance auf einen Punktgewinn.

Gleich in den Eingangsdoppeln deutete sich an, wie wenig die KSG dem Heimquartett liegen sollte. Nina Klaus-Materna/Jessica Engelbach unterlagen gegen gegen Heike Hartmann/Carmen Bott glatt in drei Sätzen. Melanie Landau und Ute Ernst hatten sich gegen Claudia Ackermann/Marion Fey etwas ausgerechnet, gewannen aber nur einen Satz.

So ausgeglichen wie in den Doppeln stellten sich die Gäste auch in den Einzeln vor - mit besagter Hartmann als Ausreißerin nach oben. „Keine Chance“, stellte Ute Ernst nach ihrer 7:11, 9:11, 2:11-Niederlage gegen die Angriffsspielerin fest. Später verwies sie auf den im Vergleich rund 100 Punkte höheren QTTR-Wert der Haunedorferin: „Sie war schon sehr stark.“ Das bekam Melanie Landau beim 2:11, 1:11, 6:11 ebenfalls zu spüren.

Mehr ärgerte sich die Spitzenspielerin des SVR über ihre Viersatz-Niederlage zum Start gegen Carmen Bott, die vor allem mit ihrer Vorhand punktete. Im dritten Satz vergab Landau drei Satzbälle zur möglichen 2:1-Führung. Ute Ernst kam besser mit Bott zurecht und holte den Punkt im zweiten Matchball durch einen Aufschlagfehler ihrer Gegnerin zum Zwischenstand von 2:6.

Die Rennertehäuser Nummer zwei hatte mit ihrer Nervosität zu kämpfen. Dazu trug die für eine Tischtennis-Begegnung vergleichsweise stolze Kulisse unbedingt bei. 30, 40 Zuschauer saßen und standen im DGH - fünf-, sechsmal mehr als in der Verbandsliga. „Da ist der Druck ziemlich hoch“, sagte Ute Ernst. Vor allem bemühe man sich mehr um ein schönes Spiel - das verspricht aber nicht automatisch Erfolg.

Auch die Teamkolleginnen waren nervös und mussten sich erst an die Beobachter, den gelegentlichen Szenenapplaus gewöhnen. „Ich war noch nie so aufgeregt“, gab Nina Klaus-Materna zu Protokoll. Ihrem Spiel war das nicht anzumerken, sie trumpfte im zweiten Paarkreuz mit zwei Dreisatzerfolgen gegen Ackermann und Fey souverän auf. Und zu guter Letzt gegen Hartmann blieb ihr der verdiente Satzgewinn nur knapp verwehrt.

Dagegen kam Jessica Engelbach weder mit der einen noch mit der anderen Gegnerin im zweiten Paarkreuz zurecht und verlor zweimal glatt. Wiederholt haderte sie mit sich, wenn ihr ein leichter Fehler unterlaufen war. Ja, sie seien sehr nervös gewesen, sagte die Nummer vier des SVR. „Trotzdem muss man dann an der Platte konzentriert sein und sein Spiel spielen. Das ist heute leider nicht gelungen“, meinte sie selbstkritisch.

Bei aller Enttäuschung über die Niederlage: Sie wussten ja vor der Saison, dass es passiert. „Solche Spiele werden wiederkommen, das ist kein Beinbruch“, sagte Ute Ernst, umgekehrt werde das Team ja gewiss noch seine Punkte holen. Melanie Landau entdeckte das Positive, dass sie und die Ihren aus der Begegnung ziehen müssten: „Wir haben keinen Abschuss bekommen, obwohl die spielerisch schon sehr stark waren.“

"Erfahrungen sammeln, draus lernen, Kopf hoch“, sagte Jessica Engelbach. Bei der Vorschau auf den kommenden Doppelspieltag am 8./9. November konnte sie schon wieder lächeln: „Dann greifen wir an und machen mal ein bisschen Training. Vielleicht hilft das ja.“

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