Horchler-Schwestern wollen sich wieder ins Gespräch bringen

Am Ende zählen doch nur Medaillen

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Wohin führt der Weg? Karolin (links) und Nadine Horchler tun alles, um wieder den Sprung in die Teams des Deutschen Ski-Verbands zu schaffen.

Willingen - Sie reden nicht drumherum, das Ziel ist klar formuliert: Aufs Podest. Nadine und Karolin Horchler starten am Wochenende bei Teil eins der deutschen Meisterschaften der Biathleten in Altenberg.

Los geht es bereits heute mit dem Speziallanglauf auf Rollski. Am Samstag und Sonntag im Sprint und der Verfolgung wird dann das Kleinkalibergewehr geschultert.

„Nach den vielen Monaten Training ist es schön, wieder Wettkämpfe zu haben“, freut sich Karolin Horchler auf die Titelkämpfe. Sicherlich spielen dabei auch die positiven Erinnerungen ans vergangene Jahr eine Rolle, als die 25-jährige Ottlarerin mit zwei Siegen, zwei Vizetiteln und einer Bronzemedaille insgesamt fünfmal auf dem Siegertreppchen stand. „Jetzt will ich wieder gute Leistungen anbieten und auf mich aufmerksam machen.“

Dabei dienen die „Deutschen“, die vom 11. bis 14. September in Oberhof fortgesetzt werden, in diesem Jahr nicht als Qualifikation für die Startplätze im Winter. „Letztlich sehen dich doch die Trainer“, rechnet aber Nadine Horchler damit, dass die Auftritte einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die jeweils noch zwei freien Plätze im Welt- und IBU-Cup werden bei drei internen Rennen während eines gemeinsamen Schneelehrgangs Mitte November im norwegischen Sjusjoen von Bundestrainer Gerald Hönig vergeben. Gesetzt für den Weltcup-Auftakt im Dezember in Östersund sind Laura Dahlmeier, die verletzungsbedingt bei der DM nicht startet, Franziska Preuß, Miriam Gössner und Franziska Hildebrand.

Für alle DM-Starter ist es auf jeden Fall eine wichtige Standortbestimmung. „Schauen, ob die Leistung zum guten Gefühl aus der Vorbereitung passt“, sagt Nadine. „Gut reinkommen“ will ihre Schwester, die im Frühjahr aus dem Schwarzwald nach Ruhpolding umgezogen ist und sich dort am Stützpunkt jetzt unter Remo Krug und Tobias Reiter, gleichzeitig Co-Trainer von Gerald Hönig, für die anstehenden Aufgaben vorbereitet hat. „Es war natürlich erst eine Umstellung, aber ich habe mich gleich wohlgefühlt“, sagt Karolin.

Für die Sportlerin des WSV Clausthal-Zellerfeld geht es auch um die berufliche Zukunft. Aktuell befindet die Sportsoldatin sich im BFD, dem Berufsförderungsdienst, der halbjährlichen Eingliederung ins zivile Berufsleben. Mit der entsprechenden Leistung hofft sie wieder bei der Bundeswehr eingestellt zu werden.

Auch Nadine, die bis 2015 in der Sportfördergruppe Bischofswiesen dient, gehört aktuell keinem Kader mehr an, muss sich deshalb erneut rankämpfen. Ab Juni hat sie sich ausschließlich in ihrer Wahlheimat Mittenwald vorbereitet. Zur Trainingsgruppe von Bernhard Kröll gehören auch Laura Dahlmeier und Miriam Gössner, aber weil die sehr viel mit dem A-Kader unterwegs waren, fehlen der 28-Jährigen vom SC Willingen etwas die Vergleiche. „Mal schauen“, kann sie ihren Leistungsstand nicht richtig einschätzen. Zudem ist Nadine etwas vorsichtig, nachdem sie im vergangenen Jahr keine Medaille einheimsen konnte.

Beide Horchler-Schwestern sind gesund durch die Vorbereitung gekommen, gehen die „Deutschen“ entsprechend optimistisch an. „Ich habe etwas mehr trainiert als im Vorjahr“, sieht sich Nadine auf einem guten Weg. „Ich will mein Ding machen und die beste Leistung abrufen“, ergänzt Karolin.

„Das Podest ist das Ziel“, sagen beide ohne Umschweife. Denn nur Medaillen auf Rollski befeuern wirklich die Hoffnungen auf einen guten Winter auf Schnee.

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