22-Jähriger Ex-Biathlet ist jetzt Radsportler

Tom Gombert: Rennrad statt Ski, Melsungen statt Willingen

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Jetzt Feuer und Flamme fürs Rad: Tom Gombert, der sich als Ex-Biathlet des SC Willingen nun im Regio Team der MT Melsungen beweisen möchte.

Biathlon prägte seine Jugend. Mit 22 steigt Tom Gombert um; von Schnee auf Asphalt, von Skiern aufs Rennrad.

VON GERD BREHM

Dagobertshausen– Die ersten Zweifel kamen am Tag der verpassten Qualifikation für die Junioren-WM. Tom Gombert wollte, so hatte es sich der jetzt 22-Jährige vor einigen Jahren vorgenommen, in absehbarer Zeit dem A-Kader der Deutschen Biathlon Union angehören. Doch plötzlich – so schien es – war das hochgesteckte Ziel für den für den SC Willingen startenden Schwälmer in weiter Ferne.

„Ich hatte das Gefühl, bald eine Entscheidung treffen zu müssen, denn Biathlon ist kein Breitensport“, sagt Gombert beim Gespräch in seinem Elternhaus im Malsfelder Ortsteil Dagobertshausen, in das er vorübergehend zurückgekehrt ist. 

Eine erste Aussprache mit Trainer Roland Biermeier hatte zur Folge, dass Tom Gombert bereit war, die Saison so durchzuziehen, als hätte es keine Rücktrittsgedanken gegeben. „Ich habe hart trainiert, einige respektable Ergebnisse erzielt und meine Zweifel in den Hintergrund gerückt“, erinnert sich Gombert an den Februar 2019.

Abschied im März

Dann kam der März. Bei einem Wettkampf in seinem damaligen Wohnort Ruhpolding hatte Gombert seine letzten Auftritte in der Loipe und am Schießstand. „Ich habe alle drei zuständigen Trainer nacheinander aufgesucht und ihnen jeweils unter vier Augen meinen Entschluss mitgeteilt“, erzählt der Polizeimeister, der seine Ausbildung an der Schule der Bundespolizei im oberbayrischen Bad Endorf im August erfolgreich abgeschlossen hat.

Unterdessen durfte und wollte Tom Gombert wie jeder Ex-Leistungssportler aus gesundheitlichen Gründen nicht ohne sportliche Anstrengungen auskommen und nichts lag näher als Radfahren. Das Sommertraining der Biathleten hatte zum Teil auf Mountainbike- und Rennrädern stattgefunden. „Radfahren hat mir immer großen Spaß gemacht“, sagt der vielseitige Sportler, der mindestens einmal pro Monat – wie er es selbst nennt – „Blut schmecken muss“.

Dagobertshausen statt Chiemgau

Im September verabschiedete sich der Ex-Biathlet vom Chiemgau, um in Dagobertshausen zu wohnen und an diversen Dienststellen der Bundespolizei Praktika zu absolvieren. Gleichzeitig begann die Suche nach einem Verein, für den er – fernab vom Hochleistungssport – Wettkämpfe bestreiten konnte.

Die logische erste Adresse war die MT Melsungen mit ihrer Radsportabteilung, die es dem „Neuen“ nicht schwer machte, Kontakte zu knüpfen. „Ich habe einfach bei einer Trainingsfahrt des Radteams mitgemacht und war willkommen“, sagt Tom Gombert.

Dessen erstes offizielles Straßenrennen im MT-Trikot wird im Frühling stattfinden. Bis dahin muss sich der Umsteiger mit Trainingseinheiten begnügen, die derzeit nicht auf dem Rennrad stattfinden. Weil die Achillessehne zwickt, stehen Schwimmen und der altbekannte Skilanglauf auf dem Programm.

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