OK-Chef Hensel zieht positives Weltcup-Fazit · Lob von Hofer

Ein extrem hoher Sockel

- Willingen (ni). Es war sein dritter Weltcup als Organisations-Chef. „Und das war der schönste“, freute sich Jürgen Hensel, Präsident des SC Willingen, in der Rückschau auf das Willinger Skifest.

Mitten im großen Aufräumen und Abbauen am Tag danach nutzten die Skispringer aus Finnland, Frankreich und Norwegen sowie Lokalmatadorin Anna Häfele die immer idealen Bedingungen auf der Mühlenkopfschanze zum Training. „Dank aller Helfer haben wir den Weltcup organisatorisch perfekt gelöst“, lobte Hensels an erster Stelle die „Free Willis“ im Namen des gesamten Vorstands.

Belohnt wurde der enorme Einsatz auch der Gemeinde durch den Sieg von Severin Freund sowie Rang zwei für das deutsche Team – und einem Traumwetter. „Der Werbefaktor für Willingen, so wie es im Fernsehen rüber gekommen ist, ist nicht zu bezahlen“, sagte Hensel. Mit 3,37 Millionen Zuschauern (18,9 Prozent Marktanteil) war der Weltcup am Sonntag Tagessieger im langen Sportnachmittag des ZDF. Der strahlende Sonnenschein schlug sich auch an den Tageskassen nieder, wo viele Kurzentschlossene noch ihre Tickets lösten. Insgesamt pilgerten an den drei Tagen 30600 Zuschauer ins Strycktal. Nach den ständig fallenden Zahlen der vergangenen Jahr damit erstmals wieder eine leichte Steigerung gegenüber 2010. „Wir müssen weiter am Ball bleiben und ständig neue Zuschauer gewinnen“, ist das Ergebnis für Hensel kein Grund zum Nachlassen. „Ich hoffe, dass 90 Prozent nach dieser Superveranstaltung wiederkommen.“

Lob gab es auch vom Skisprung-Renndirektor des Internationalen Skiverbands Fis. „Wir wollen, dass die Bühne, auf dem sich die Sportler präsentieren – unabhängig von Siegspringern in dem Land – einen hohen Sockel hat“, erklärte Walter Hofer, „und Willingen hat einen extrem hohen Sockel“. Das sei umso bemerkenswerter, „da wir hier aus deutscher Sicht seit Jahren statt mit Siegen mit Platzierungen leben mussten“. „Sehr zufrieden“, so Hensel, hatte sich auch der Deutsche Skiverband in einem ersten Resumee gezeigt. Die genaue Analyse der Fis gibt es wie immer im April. „Zwei, drei Prozent gibt es bei so einer Freiluftveranstaltung immer zu verbessern“, weiß Hensel. Keinen Anlass zur Beanstandung dürften Anlaufspur und Aufsprunghügel geben. „Das war alles in Topzustand“, sprach der OK-Chef von „einer der besten Anlagen im Weltcup“. Sein Dank galt den Teams um Schanzenchef Wolfgang Schlüter, seinem Stellvertreter Andreas Rohn und Anlauf-Chef Michael Groß samt Truppe.

Entsprechend sicher ist der Willinger Platz im Weltcup-Kalender. „Wir brauchen das Springen auch definitiv, um den ganzen Sportbetrieb aufrechterhalten zu können“, so Hensel. Zwar ist die Team Tour mit dem Start im Upland bis 2012/13 fest verankert, aber die definitive Zusage der Fis gilt immer nur für ein Jahr. „Aber die Orte stellen sich im Kalender selbst auf“, unterstrich Hofer zwischen den Zeilen aber doch eine gewisse Planungssicherheit für Willinger Skifest. Damit auch für den 10. bis 12. Februar 2012, dem Wochenende vor Karneval. Auf jeden Fall wieder dabei sein werden die hessischen Feuerwehren. „Das war eine richtig gute Aktion“, so Hensel, „und die werden wir noch ausbauen“.

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