S*-Springen beim Bad Wildunger Reitturnier ein Thriller erster Güte 

Frank Plock sorgt für ungläubiges Kopfschütteln

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Ein optimaler Ritt, der trotzdem nicht zum Sieg reicht. Niels von Hirschheydt und sein Pferd Queeny haben eine herausragende Leistung im Stechen des S*-Springens gezeigt, wähnten sich schon als Sieger, aber sie hatten die Rechnung ohne Frank Plock gemacht.

Bad Wildungen. Schon wieder Frank Plock, so langsam wird’s langweilig! Doch wenn selbst der erfolgsverwöhnte Berufsreiter aus Borken seinen Sieg in dieser Form erklärt, „was da passiert ist, gibt es nicht so oft“, dann muss das Finale bei dem dreitägigen Turnier in Bad Wildungen schon außergewöhnlich gewesen sein.

Sieben Teilnehmer hatten das Stechen der schwersten Springprüfung der Klasse S* erreicht. Und die Spannung war auch auf den vollbesetzten Rängen auf der Reitanlage „Am Talquellenweg“ zu spüren.

Als erste Teilnehmerin blieb Leonie Jonigkeit (St. Hubertus Wohlbeck) mit dem 16-jährigen Oldenburger Wallach Candino fehlerfrei. Niels von Hirschheydt (Hardenberg) war mit zwei Pferden im Finale: Er leistete sich mit Amica zunächst einen Abwurf, aber mit der zehnjährigen Hannoveraner Stute Queeny H blieb er nicht nur fehlerfrei, sondern er unterbot die Bestzeit von Jonigkeit um sage und schreibe fast drei Sekunden. Es war ein optimaler Ritt, mit enger Linienführung, besser geht es kaum noch, das sollte auch für den letzten Starter Frank Plock unlösbar sein.

Doch „geht nicht, gibt’s nicht“ für den Borkener. Mit seiner belgischen Stute Miss Picky versetzte er das Publikum und seine Reiterkollegen ins Staunen. Trotz eines Wacklers am ersten Hindernis wirbelte Plock in enger Linienführung durch den Stechparcours mit Hindernissen bis zu 1,50 Metern. Am Ende blieben die Uhren bei sagenhaften 39,29 Sekunden stehen - da konnte auch Niels von Hirschheydt nur noch ungläubig den Kopf schütteln und auch Leonie Jonigkeit fehlte der Glaube, an das, was sie eben gesehen hatte. Die Siegprämie von 540 Euro hatte sich Plock redlich verdient.

Eine zufriedene Bilanz zog Daniel Erd für das dreitägige Reiterfest in der Badestadt, das auch sportlich auf hohem Niveau stand. Er vertrat bei der Analyse seinen Vater Hermann, Vorsitzender des Reitvereins Bad Wildungen. „Es war ein tolles Turnier mit starken Reiterinnen und Reiter. Und alles hat prima geklappt“, sagte Erd. „Das etwas geringere Nennungsergebnis gegenüber den Vorjahren lag an großen Parallel-Turnieren, wie zum Beispiel in Brilon“ erklärte Erd.

Dass gerade nach Bad Wildungen Teilnehmer mit klangvollen Namen und Erfolgen kommen, führt Erd auf das hervorragende Geläuf am Talquellenweg zurück. (bb)

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