"Sicherheit der Menschen wichtiger als alles andere"

Wegen Orkan: Weltcup-Springen am Sonntag in Willingen abgesagt

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Bleibt am Sonntag leer:  Die Mühlenkopfschanze in Willingen.  

+ + + Aktualisiert + + + Erst der Jubel um Stephan Leyhe, am Abend dann die  bittere Entscheidung: Das Sonntagsspringen beim Weltcup in Willingen ist abgesagt worden.   

Willingen - "Die Gemeinde Willingen (Upland) wird einer Öffnung des Stadions morgen nicht zustimmen,“ erklärte Willingens Bürgermeister Thomas Trachte. Laut Pressemitteilung hat ein unter Federführung der allgemeinen Polizeibehörde gebildeter Krisenstab die Entscheidung getroffen.

Grund ist das Orkantief Sabine. Starker Wind hatte schon am Freitag zum Abbruch des Trainings geführt. Die Qualifikation musste verlegt werden. Der Wettkampf am Sonntag war wegen des angekündigten Orkans zunächst von 16 Uhr auf 10.15 Uhr vorverlegt worden. Dem Krisenstab gehörten Vertreter der Polizeibehörde, der Gemeinde Willingen, des Ski-Clubs Willingen und des Internationalen Ski-Verbands FIS an.

"Wir müssen uns bei unserer Entscheidung auf das stützen, was unsere Quellen, das ist momentan der Deutsche Wetterdienst, derzeit an Informationen liefert. Ich bin mir der Verantwortung, die ich in diesem Moment trage, voll bewusst", erklärte Trachte. 

Sorge um das Wohl der Besucher, Sportler und Helfer

Die Gemeinde habe Sorge für das Wohl aller Beteiligten, "also der Besucher, der Athleten und Betreuer und aller Helfer zu tragen. Wir würden das Risiko eingehen, dass die Leute spätestens auf dem Weg nach Hause in den angekündigten Sturm geraten", so der Verwaltungschef weiter. 

Trachte verwies auch auf die Helfer, die  mit dem Abbau von Zelten, Technik, Ständen, Banden  und weiterer Installationen beschäftigt sind. "Sie brauchen sechs bis acht Stunden, bis alles abgebaut ist. Die Sicherheit der Menschen, mit denen wir es hier zu tun haben, ist natürlich wichtiger als alles andere“, sagte Trachte weiter.

Für Stephan Leyhe bedeutet die Absage den Gewinn der zum dritten Mal ausgetragenen Extrawertung ""Willingen/5" nach nur drei Sprüngen. Die Siegprämie: 25.000 Euro. Es ist die bisher mit Abstand größte Einzelleistung des Schwalefelders.

Ski-Club: Wechselbad der Gefühle

"Für uns ist das ein Wechselbad der Gefühle", sagte Dieter Schütz, Weltcup-Pressechef des Ski-Clubs. "Wir haben uns alle so gefreut für Stephan Leyhe. Es ist was ganz Besonderes, dass er gerade hier seinen ersten Weltcup-Sieg geschafft hat." Das werde man kräftig feiern.

Die Willinger hätten sich "sehr gewünscht, morgen wieder ein tolles Sportfest zu haben", sagte Schütz.  Die Absage sei für den Veranstalter aber hinzunehmen, "weil die Sicherheit immer Vorfahrt haben muss". 

Schütz verwies darauf, dass auch andere Ausrichter wegen Wetterkapriolen Wettbewerbe absagen mussten. Anfang Dezember 2019 hatte es im finnischen Kuusamo  die erste windbedingte Absage eines Weltcups in diesem Winter gegeben.    

Kosten für Tickets werden erstattet

Die gute Nachrichten für alle Inhaber von Eintrittskarten:  Die Kosten werden abzüglich der Vorverkaufsgebühr gegen Vorlage der Originaleintrittskarten erstattet, und zwar dort, wo das Ticket gekauft wurde. Eine Barauszahlung erfolgt nicht. Stattdessen soll die Rückerstattung laut Schütz soweit möglich online abgewickelt werden.  "Das ist ein Riesenaufwand, aber die Leute, die morgen nicht kommen können, haben ja ein Recht darauf, dass sie das Geld wiederbekommen."

Schütz warb um Verständnis, dass es eine Weile dauern könne, bis das Geld wieder auf dem Konto der Ticketkäufer lande. Der wirtschaftliche Schaden für den Ski-Club lässt sich laut Pressechef noch nicht abschätzen. (mn)

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