Leichtathletik-EM der Senioren

Gold für Tatjana Schilling

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- Korbach (mn/mas). „Superklasse“ freute sie sich: Tatjana Schilling hat bei der EM der Leichtathletik-Senioren in Ungarn die Goldmedaille im Siebenkampf gewonnen.

Die 39 Jahre alte Lelbacherin im Trikot des TSV Korbach holte nach den Silbermedaillen der WM von Lathi nun ihren ersten internationalen Titel. Mit ihren 4371 Punkten hatte sie einen stolzen Vorsprung von mehr als 400 Zählern vor der Britin Amanda Wale (3964). Den dritten Platz belegte mit 3665 Punkten die Lettin Laila Petersone. Die deutliche Führung vor der letzten Disziplin gestern am frühen Abend erlaubte es Tatjana Schilling, sich auf den 800 m nicht völlig zu verausgaben. Dass sie mit 2:41:95 Min. zwölf Sekunden auf Wale verlor, störte sie nicht. „Ich musste einfach durchkommen. Was soll ich da meine Gesundheit aufs Spiel setzen“, sagte sie. Der Siebenkampf war hart. Die große Hitze, dazu eine ausgefallene Kilmanlage im Hotel, nur fünf Stunden Schlaf in der Nacht zum Freitag und im Stadion von Nyiregyhaza kaum Schatten: „Ich war einfach fertig.“ Aber auch ungeheuer stolz. Denn mit hervorragenden Sprintleistungen am ersten Tag konnte Tatjana Schilling ihr Handicap in den Wurfdisziplinen, eine Prellung am Arm, wettmachen. Kaum glauben konnte sie ihre Zeit zum Auftakt am Donnerstag über die 100 m Hürden: „16,01 Sekunden bin ich nicht mal als Jugendliche gelaufen“, erzählte sie: „Da bin ich mächtig stolz drauf.“ Zumal sie bei deutschen Meisterschaften nur noch die 80 m Hürden läuft. 741 Punkte gab‘s dafür, sechs mehr brachten die 1,54 Meter im Hochsprung, obwohl sie die Prellung behinderte. Das galt noch mehr beim Kugelstoßen, ihre 9,04 Meter waren 488 Zähler wert. Dafür stellte sie über 200 m in 27,30 Sekunden eine weitere persönliche Bestzeit auf, wiederum die schnellste im Feld, und sammelte 755 weitere Zähler ein. Im Weitsprung wurde Schilling mit 4,96 Meter erneut Zweite hinter Laila Petersone (5,11 m) und sammelte 614 Punkte. Glücklich verlief der Speerwurf. „Es waren so merkwürdige Windverhältnisse, da sind die Speere alle nicht weit geflogen.“ Mit 27,24 Metern gewann sie die Teildisziplin sogar – und Gold lag zu ihren Füßen. Über 800 m musste sie nur noch durchkommen.Nach einem Ruhetag heute tritt Tatjana Schilling am Sonntagabend zum Hochsprung an. Ihr Vereinskollege Nils Milde tritt ebenfalls am Sonntag zu seinem ersten EM-Rennen über 1500 Meter an.

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