Verein gewinnt Wettbewerb mit Fitnesspfad zum zweiten Mal

„Großer Stern des Sports" in Bronze für TSV Elleringhausen

Die Gewinner des „Sterne“-Wettbewerbs 2020  (von links): Wolfgang Ochs, Geschäftsführer VfL Bad Wildungen, Sina Jost, Vorsitzende TSV Elleringhausen, Birgit Kleinschmidt, Ansprechpartnerin Fitnesspfad, Werner Thielemann, Vorsitzender SV Mehlen, Sportkreis-Vorsitzender Uwe Steuber, Turngau-Vorsitzende Dörte Fabry und Waldecker Bank-Vorstand Karl Oppermann.
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Preisverleihung auf Abstand: Die Gewinner des „Sterne“-Wettbewerbs zeigen sich in Elleringhausen (von links): Wolfgang Ochs, Geschäftsführer VfL Bad Wildungen, Sina Jost, Vorsitzende TSV Elleringhausen, Birgit Kleinschmidt, Ansprechpartnerin Fitnesspfad, Werner Thielemann, Vorsitzender SV Mehlen, Sportkreis-Vorsitzender Uwe Steuber, Turngau-Vorsitzende Dörte Fabry und Waldecker Bank-Vorstand Karl Oppermann mit Turngau-Maskottchen Turni Turnfrosch.

Der „Fitnesspfad" durchs Dorf ist die Antwort des TSV Elleringhausen auf Bewegungsmangel und Corona-Krise. Für dieses Projekt erhielt der Verein am Montag den „Großen Stern des Sports“ in Bronze und ein Preisgeld von 1500 Euro durch Veranstalter Waldecker Bank.

Elleringhausen – Ehe Worte geredet und Sieger benannt wurden, bekamen die Gäste der Preisverleihung auf einer kleinen Tour das Projekt vorgestellt. Das Motto „Mach mit, bleib fit“ beherzigten bei Liegestütz rücklings oder Balancieren auf Kreideparcours nur einzelne. Der kurze Gang aber war ja mehr dafür gedacht, anschaulich zu machen, was dann im Dorfgemeinschaftshaus ausgezeichnet wurde.

Jeweils einen kleinen „Stern des Sports“ erkannte die Jury auf Platz zwei dem VfL Bad Wildungen für sein Unternehmen „Sprachentwicklung durch Bewegung“ (Preisgeld 1000 Euro) und dem SV Mehlen zu, der den mit 750 Euro dotierten dritten Preis für sein Engagement um junge Schiedsrichter erhielt. Ein Sonderpreis in Höhe von 500 Euro ging an den Turngau Waldeck für „Die bewegte Minute“.

Die Ehrung mit dem TSV Elleringhausen und seiner Vorsitzenden Sina Jost als Ausrichter fand in kleinerem Rahmen als sonst und unter Abstands- sowie Hygieneregeln statt. So war sie als Präsenzveranstaltung möglich.

Das Siegerprojekt

Der Fitnesspfad ist ein mittlerweile auf 20 Stationen angewachsener Trimm-dich-Parcours durch Elleringhausen. Geplant und aufgebaut hat ihn das Juniorteam des TSV. Anlass gab der hundertste Geburtstag des Vereins in diesem Jahr. Der Pfad führt zu markanten Orten im Dorf, an denen eigens entworfene Schilder zu einfachen, leicht in den Alltag integrierbaren Bewegungsübungen für nahezu jedes Alter einladen.

Der Pfad war auch eine Antwort auf die Pandemie, er erlaube es, Sport „Corona-gerecht“ und auch in Zeiten geschlossener Hallen auszuüben, lobte Karl Oppermann, Vorstand der Waldecker Bank. Dem kleinen TSV bescheinigte er großes Engagement und reiche Ideenvielfalt – die Elleringhäuser sind regelmäßig zu den „Sternen“ unterwegs und erster Gewinner in Waldeck überhaupt: 2009 erhielt der Verein den Großen Bronze-Stern und belegte auf Landesebene Platz zwei.

„Das könnte noch mehr werden“, hoffte Oppermann auch auf Anerkennung in Frankfurt für das aktuelle Projekt, bei dem übrigens, ebenso wie damals, Birgit Kleinschmidt als Ansprechpartnerin fungierte. Die Übungsleiterin betonte für die Entwicklung des Pfads konsequent die starke Rolle des Juniorteams. Es hat zum Beispiel die Stationen so angelegt, dass sie ohne extra Geräte auskommen. Mitunter reichen eine vorhandene Sitzbank oder mit Kreide aufgezeichnete Linien, um die Leute zur Bewegung zu animieren.

Die „Sterne des Sports“

Den Wettbewerb um die „Sterne des Sports“ veranstalten der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Volks- und Raiffeisenbanken jährlich, um besonderes gesellschaftliches Engagement der Sportvereine zu honorieren. In der Region schreibt die Waldecker Bank ihn seit 2009 aus, 31 Projekte hatten Waldecker Sportvereine trotz Corona-Krise in diesem Jahr eingereicht. Es gehe dabei um die tagtägliche Vereinsarbeit, die „lokale Leistung“, die der Verein zum Wohle jedes seiner Mitglieder auf die Beine stelle, sagte Bank-Vorstand Karl Oppermann. Der Jury gehörten an: Bärbel Kiel (TSV Korbach), Carsten Stumpe (Marketingleiter der Bank), Matthias Schäfer (Leiter Landkreis-Fachdienst Sport) Uwe Steuber (Sportkreis-Vorsitzender) und Gerhard Menkel (WLZ-Sportredaktion). (mn)

Der Sportkreis-Vorsitzende Uwe Steuber, eines von fünf Mitgliedern der Sterne-Jury, lobte diesen Ansatz als besonders innovativ. Im Grunde habe er vorweggenommen, was in der kürzlich verabschiedeten neuen Sportentwicklungsplanung des Landkreises ganz oben auf der Prioritätenliste steht: „Mit wenigen Mitteln Menschen in Bewegung zu bringen“, Stichwort: Gestaltung bewegungsfreundlicher Schulhöfe. Vom Sportkreis versprach Steuber dem TSV 300 Euro zusätzlich, um den Fitnesspfad nachhaltig auszubauen.

Auch mal auf allen Vieren: Übungsleiterin Karin Bernhard zeigt den Gästen der Preisverleihung eine Kräftigungsübung.

Der zweite und dritte Preis

Bank-Vorstand Oppermann betonte die Wertschätzung der Sportvereine durch den Sterne-Wettbewerb, die seinem Institut besonders am Herzen liege. Die Vereine führten Menschen zusammen, sie leisteten „große und wichtige Arbeit, die für unsere Gemeinschaft unverzichtbar ist“. Die weiteren ausgezeichneten Projekte passen in dieses Bild.

Der VfL Bad Wildungen, bisher einziger heimischer Bundessieger, hat sich erneut einer bestimmten Zielgruppe zugewandt: Der Verein kooperiert mit Kindergärten, um die Sprachentwicklung von Kindern mit Sprachhemmnissen, die etwa aus Flüchtlings- oder Familien mit Migrationshintergrund kommen, zu fördern. Unter Anleitung lizenzierter Übungsleiterinnen lernen sie während spielerischer Sportangebote durch „Mimik, Gestik und Körpersprache“. „Es steckt viel mehr als Bewegung dahinter“, so Geschäftsführer Wolfgang Ochs.

Beim SV Edergold Mehlen würdigte die Jury, dass der Verein in Zeiten teils gewalttätiger Übergriffe gegen Fußball-Schiedsrichter ein Zeichen gesetzt habe und drei junge Kameraden nicht nur zur Ausbildung geschickt hat, sondern sie auch danach langfristig weiter begleitet. „Er lässt die jungen Schiedsrichter nicht allein“, betonte Oppermann.

Der Sonderpreis

Als im Corona-Lockdown im Frühjahr Schulen und Kitas dicht, Sporthallen geschlossen waren, hatten sie beim Turngau Waldeck eine prima Idee: Sie setzten „Die bewegte Minute“ ins Bild, einfache Übungen für zuhause, 24 Tage lang, jeden Tag eine andere. Veröffentlicht wurden sie in der WLZ und Sozialen Netzwerken. Die Resonanz war groß. Turngau-Vorsitzende Dörte Fabry erzählte, selbst aus einer Schreinerei hätten sie Mitmach-Fotos erreicht. Nun erhielt der Fachverband ein Extrageld.

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