Fußball-Gruppenliga

Großes Finale: Titelrennen, Abstiegskampf und ein Trainer-Abschied

- Willingen/Korbach (py/ni/tor). Meisterschaft, Relegation oder die „goldene Ananas“ – für den SC Willingen ist am finalen Spieltag der Fußball-Gruppenliga Kassel gegen den FSC Gensungen/Felsberg alles möglich. Der TSV Sachsenhausen will in Gilsa die Abstiegsrelegation vermeiden, der TSV Altenlotheim präsentiert vor dem Derby in Bad Wildungen zwei neue Spielertrainer. Und dann sind da noch zwei Absteiger, die ihre Abschiedsvorstellungen geben.

Aus eigener Kraft können die Willinger Platz zwei vom einen Punkt besseren, die Saison bereits beendet habenden FC Körle erobern. Wegen des deutlich besseren Torverhältnisses reicht dafür ein Unentschieden, bei einer Niederlage wird in Körle gejubelt. Die bessere Tordifferenz könnte dem SCW auf den letzten Drücker sogar noch die Meisterschaft bescheren. Ein Heimsieg morgen vorausgesetzt muss dafür Spitzenreiter Melsunger FV zeitgleich in Mengsberg verlieren. Daran denkt Willingens Trainer Hubertus Albers freilich (noch) nicht. „Ich habe meiner Mannschaft immer gesagt sie soll auf sich gucken und nicht auf andere“, fordert er unmissverständlich auch diesmal erst die eigene Aufgabe zu stemmen. So, wie zuletzt beim 2:1 im Spitzenspiel in Treysa.

Mindestens genauso spannend ist es beim TSV Sachsenhausen vor dem finalen Duell bei der SG Gilsa/Jesberg/Waltersbrück. Während den Gästen ein Punkt reichen würde, um die Abstiegsrelegation zu vermeiden, braucht die SG den „Dreier“, um die Liga ohne Schützenhilfe zu halten. Karsten Braune, Sachsenhausens Trainer, war gerade erst in einem „erholsamen“ Urlaub auf Mallorca: „Und ich denke nicht, dass meine Nerven am Samstag allzu arg strapaziert werden. Ich bin sehr optimistisch.“ So will Braune auch von einem „Schicksalsspiel“ nichts wissen, „wichtig“ oder „entscheidend“ könne man es aber durchaus nennen. „Ich freue mich drauf und versuche, der Mannschaft diese Freude auch zu vermitteln“, denkt Braune positiv, „für einen Fußballer gibt‘s doch nichts Schöneres, als so eine Partie zu spielen“. Ziel sei „auf keinen Fall“ das Remis, „das geht meistens in die Hose“.

Das letzte Derby der Saison zwischen der SG Bad Wildungen/Friedrichstein, die mit Rang fünf ihre Ziele längst erreicht hat, und dem TSV Altenlotheim steht ganz unter dem Eindruck des Trainerwechsel bei den Gästen für die neue Runde. Christoph Brieden hört nach zwei Jahren auf und reicht das Spielertrainer-Amt an Mark Schomberg und Kai Bremmer weiter. Die Entscheidung erfolgte in beiderseitigem Einvernehmen heißt es in der TSV-Pressemitteilung. Dass damit sich nicht nur einer sehr beliebten Floskel bedient wird, unterstreichen beide Seiten. „Das ist fair für alle Beteiligten abgelaufen“, erzählt Brieden von einem längeren Findungsprozess. „Christoph hat seinen Job gemacht, wir können ihm nur ein gutes Zeugnis ausstellen“, meint der Sportliche Leiter Michael Wickenhöfer.

In der Bekanntgabe wird denn auch von zwei erfolgreichen Jahren gesprochen. Nach Platz drei in der Saison 2008/09 musste die Elf vom Oberbach freilich durch ein ganz tiefes Wellental, ging gar als Tabellenschlusslicht in die Winterpause. „Das will hier keiner mehr erleben“, erinnert sich Wickenhöfer nur ungern an die schwache Hinrunde. „Dann haben wir aber noch gut die Kurve gekriegt“, freut sich Brieden, hat er die Elf doch noch bis auf Platz acht nach vorne gebracht. „Es waren ja dieselben Spieler wie in der Hinrunde“, erzählt Wickenhöfer, „es hat dann einfach klick gemacht“.

„Es war eine anstrengende Saison für alle“, so Brieden. Man habe ans Leistungslimit gehen müssen, „das steckt in der Jacke“. Nach der enormen Belastung sieht der bisherige Coach deshalb den richtigen Zeitpunkt, um Platz zu machen, um der Mannschaft für die neue Runde zusätzlichen Rückenwind zu geben. Eine neue Aufgabe hat der 40-jährige Medebacher noch nicht im Visier.In die Verantwortung rücken nun die Stammkräfte Mark Schomberg und Kai Bremmer. „Jetzt sind Leute gefragt, die vor Ort sind und alles kennen, was Altenlotheim ausmacht“, war Wickenhöfer die Nachfolge aus den eigenen Reihen sehr wichtig für den Generationswechsel. Damit ist in der neuen Saison der Tabellenplatz eher zweitrangig, „nur nicht wieder da hinten drin“. Es gilt vielmehr neben den bereits bei den Senioren eingesetzten und nun von den A-Junioren aufrückenden Sascha von Drach und Andre Wolf weitere fünf Eigengewächse um Jannik Leisner einzubauen.

Für die übrigen drei Waldecker Teams geht es darum, sich mit Anstand und am besten erfolgreich zu verabschieden. Nach nur einem Jahr der Gruppenliga-Zugehörigkeit geben der TSV Berndorf (gegen die SG Schauenburg) und die SG Goddelsheim/Münden (beim SC Neukirchen) ihre vorerst letzten Vorstellungen in der Gruppenliga. Dabei wollen die Lichtenfelser Schützenhilfe leisten für Sachsenhausen, denn Neukirchen ist ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf.

Der TSV/FC Korbach II beendet die Runde gegen den Rangvierten 1. FC Schwalmstadt II.

Ausführliche Berichte in unserer Print-Ausgabe am Freitag.

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