Wildunger Handballerinnen verlieren 21:29 in Metzingen

Keine Punkte für couragierten Auftritt und Sorgen um Spielvogel 

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Schied mit Fußverletzung: Fehlt Anna-Maria Spielvogel den Vipers länger?

Metzingen - Ohne Druck befreit aufspielen – das war das Ziel der Vipers im Spiel bei der TuS Metzingen. Und das ist dem Wildunger Handball-Erstligisten trotz der 21:29-Niederlage auch gelungen.

Von William Conrad

„Ich bin stolz darauf, dass wir 45 Minuten gut mitgehalten haben“, bekannte Trainerin Tessa Bremmer nach der Schlusssirene. Und Rückraumspielerin Sabine Heusdens befand, dass die Niederlage „ein paar Tore zu hoch“ ausgefallen sei.

Wobei man sagen muss, dass „gut mitgehalten“ fast noch etwas untertrieben ist. Die HSG stellte in einem von technischen Fehlern geprägtem Spiel die Ermstälerinnen vor einige Probleme. Allen voran Torhüterin Manuela Brütsch zeigte eine hervorragende Leistung. Denn die Metzingerinnen kamen gegen die aggressive Deckung der HSG zu zahlreichen Abschlüssen, fanden aber in der Schweizerin immer wieder ihre Meisterin. 

Spielvogel in die Kabine getragen

Mehrere „Freie“ klaute Brütsch dem Team von Trainerin Edina Rott, und ihre Vorderleute konnten diese Gelegenheiten immer wieder nutzen. Nach kurzzeitiger Führung (3:2, 5.) ging Metzingen zwar, wie erwartet, in Führung, doch angeführt von Jana Scheib und Heusdens blieb Bad Wildungen bis Minute 18 in Schlagdistanz (7:8).

Doch dann bekam die HSG eine ganz bittere Medizin verabreicht: Bei einem Wurfversuch von der Linksaußen-Position kam es zum Kontakt von Anna-Maria-Spielvogel mit Marlene Zapf. Der Wurf wurde abgepfiffen, aber die Linksaußen der Vipers blieb verletzt liegen und wurde nach mehrminütiger Behandlung in die Kabine getragen. „Sie hat eine Verletzung am Fuß, was genau, wissen wir noch nicht. Das ist sehr, sehr bitter. Sie hat einen riesen Schritt gemacht bisher“, so Bremmer. Ein Bruch oder Bänderriss scheint nicht ausgeschlossen zu sein.

Bremmer muss alles umwerfen

Die Folge dieser Verletzung bemerkte die Niederländerin unmittelbar. „Ich musste alles umschmeißen", klagte Bremmer, die ihre Deckungsformation nun umstellen musste. Metzingen war dies herzlich egal: die Gastgeberinnen nutzten die Konfusion in dieser Phase eiskalt aus und warfen sich bis zur Pause auf drei Treffer davon (10:13). 

Wer nun aber dachte, die Vipers kommen unter die Räder, staunte nicht schlecht: Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff stand es 13:13, und als Alina Otto vom Kreis das 14:13 für den Gast (35.) markierte, sah sich TuS-Trainerin Rott zu einer lautstarken Auszeit gezwungen. 

Heusdens: Ein paar Fehler zu viel

Die Tussies berappelten sich zwar danach, doch bis zum 16:18 (43.) blieb die HSG trotz eines verworfenen Siebenmeters von Heusdens in Schlagdistanz. Aber dann ließen die Kräfte nach: Fehlpässe und Stürmerfouls häuften sich auf Seiten der Vipers, und auch in der Defensive bekam man keinen richtigen Zugriff mehr.

„Es waren am Ende ein paar Fehler zu viel“, gab Heusdens zu, betonte aber auch, dass man am Ende „mit gefühlt fünf Spielerinnen“ gespielt habe. Metzingen jedenfalls wusste diese Fehler auch dank des breiteren Kaders zu nutzen.

"Auf Leistung stolz sein"

 Binnen vier Minuten wurde aus einem Drei ein Sechs-Tore-Rückstand, (17:20, 46.; 17:24, 50.); und über 18:26 (53.) gab es am Ende eine im Ergebnis erwartete Auswärtsniederlage für die Heimreise mit.

„Die Verletzung von Spieli ist bitter, sie ist sehr wichtig für uns. Aber auf diese Leistung können wir stolz sein“, so Heusdens. Ohnehin hatten sich die Vipers  in Metzingen eher weniger Zählbares ausgerechnet. Da schon eher im Heimspiel am kommenden Wochenende gegen FrischAuf Göppingen. Aber „das wird nicht einfach“, blickt Bremmer schon voraus. Egal ob mit oder ohne die Linksaußen.

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