Verband: Saisonende ist Saisonende

Handball: Keine Aufstiegsspiele für TSV Korbach

Griff an den Kopf: Korbachs Trainer Harald Meißner (Zweiter von links) und seine Spieler Marc Wilke, Daniel Dierdorf und Lukas Westmeier (von links) werden auch nächste Saison in der Handball-Bezirksoberliga starten.
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Griff an den Kopf: Korbachs Trainer Harald Meißner (Zweiter von links) und seine Spieler Marc Wilke, Daniel Dierdorf und Lukas Westmeier (von links) werden auch nächste Saison in der Handball-Bezirksoberliga starten.

Keine Aufstiegsspiele für die Handballer des TSV Korbach: "Die Saison ist beendet“, betont Verbands-Geschäftsführer Günter Dörr. 

Korbach – Nachdem das Präsidium des Hessischen Handballverbands (HHV) am vergangenen Freitag den Spielbetrieb für alle Klassen eingestellt und damit auch die Spielrunde 2019/20 für beendet erklärt hatte, gab es Irritationen, um die Aufstiegsspiele zur Landesliga Nord. Diese waren bis Dienstag Mittag noch auf der Kommunikationsplattform „Nu-Liga“ angesetzt. 

Da der Tabellenstand vom 13. März maßgebend für die Platzierungen der Saison sein soll, wären der TSV Korbach als Zweiter der Bezirksoberliga Kassel/Waldeck und die ESG Gensungen/Felsberg II als Zweiter der Bezirksoberliga Melsungen-Fulda die Teilnehmer an den für den 8. und 10. Mai angesetzten Aufstiegsspielen gewesen. Daraus wird nichts, das Saisonende gelte auch für Aufstiegsspiele, sagte HHV-Geschäftsführer Dörr.

TSV-Trainer Harald Meißner zürnt

„Für Einzelfälle werden wir Lösungen finden“, antwortete Dörr auf die Frage nach den Auswirkungen der Absage. Manfred Leber wurde in diesem Punkt deutlicher. Da die Saison beendet sei und es deshalb auch keine Aufstiegsspiele geben würde, „gibt es einen Absteiger aus der Landesliga weniger“, sagte der Klassenleiter der Landesliga Nord. Somit bleibe auch der Drittletzte „Hünfeld drin“, so Leber, damit die Liga auf ihre Richtzahl von 14 Mannschaften komme.

„Da haben es sich die Herren des HHV einfach gemacht, was mich nicht überrascht. Sie sind den Weg des geringsten Widerstands gegangen. Das kann ich nicht verstehen, nachdem der Verband im letzten Jahr die Relegation völlig unnötig noch durchgeprügelt hatte“, zürnte Harald Meißner.

Der Korbacher Trainer kann auch die Entscheidung den Spielbetrieb für beendet zu erklären, statt eine Pause einzulegen nicht verstehen. „Das war nicht gut durchdacht. Der HHV hat sich keine Zeit gelassen, die einzelnen Klassen anzuschauen“, sagte Meißner und stellt die Frage, „was hätte man denn verloren, wenn man erst einmal eine Pause eingelegt hätte, da die Saison bis zum 30. Juni läuft?“

Dörr: Richtig enstchieden

Auch die Entscheidung, die Saison mit den Tabellenständen vom 13. März zu werten, ist umstritten. „Das war die geringste sportliche Wettbewerbsverzerrung“, sagte Dörr, der seinem Verband etwas mehr Weitsicht als vielen anderen Verbänden unterstellt, einschließlich den Handball-Bundesligen, „die in Hoffnung leben“. Allerdings habe man auch keine Fernsehverträge zu erfüllen.

„Wir haben richtig entschieden“, sagte der selbstbewusste Funktionär über den Saisonabbruch sowie dessen Modalitäten und spricht von einer Zustimmung von „95 Prozent“. Die Vereine, die damit nicht einverstanden sind, „können gerne Einspruch einlegen“.

Backhaus: Nehmen das hin

Der TSV Korbach will das auch bezüglich der verpassten Aufstiegschance durch die abgesetzten Relegationsspiele nicht tun. „Wir werden das so hinnehmen“, sagte Abteilungsleiter Stefan Backhaus, der sich aber eine bessere Kommunikation von Seitens des Verbandes gewünscht hätte.

.„Wir wollten zwar aufsteigen und die Mannschaft hätte das auch verdient. Aber wir werden gegen die Entscheidung nicht vorgehen“, sagte auch Meißner, der seinen Spielern wegen der geschlossenen Hallen Trainingspläne geschickt hat, damit diese sich fit halten.

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