Handball-Landesliga: Überzeugender Angriff beim 38:30-Erfolg

Twistetal siegt „ohne Abwehr“ in Wehlheiden

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Bester Twistetaler Werfer in Wehlheiden: Johannes Happe (links), hier gegen den Hofgeismarer Christopher Gerhold.

Wehlheiden. Wenn die Abwehr gut stehe, habe seine Mannschaft in Wehlheiden gute Siegchancen. Das hatte Twistetals Trainer Dirk Wetekam vor der Landesliga-Partie seiner HSG-Handballer gesagt. Nun, die Abwehr stand nicht gut, aber dennoch siegte der Aufsteiger beim Schlusslicht mit 38:30.

Das klingt deutlich, fast schon souverän, aber für Wetekam „war es ein dreckiger Sieg“. Der Coach war ein wenig enttäuscht, dass seine Spieler in der Defensive so gut wie nichts aus den vorherigen Trainingseinheiten aufs Feld brachten. „Wir haben ohne Abwehr gewonnen. 30 Gegentore sind einfach zu viel“, sagte er.

Angriff überzeugt den Coach

Doch sein Ärger war schnell wieder verflogen, als er über den Angriff sprach. Von der Offensivleistung seines Teams war er sehr angetan, auch über die guten Tempogegenstoß-Aktionen und die variable Spielweise, die durch neun Torschützen deutlich wird. 

Die Waldecker fanden schnell ins Spiel, aber die bereits abgestiegenen Gastgeber ließen sich in der ersten Halbzeit lange Zeit nicht abschütteln. Erst in den letzten fünf Minuten erspielten sich die Gäste erstmals einen Vier-Tore-Vorsprung (17:13), den sie nach dem Wechsel aber prompt wieder verspielten.

20:20 nach 40 Minuten

20:20 stand es nach 40 Minuten. Aber dann ließen die Twistetaler innerhalb von nur fünf Minuten die Muskeln spielen und schraubten das Ergebnis auf 25:20. Damit war die Gegenwehr der Wehlheider gebrochen, die in der Schlussphase auch physisch und konditionell nicht mehr mit ihrem Kontrahenten Schritt halten konnten. So wurde es für die Twistetaler doch noch ein klarer Sieg und sie holten sich zwei wichtige Zähler für den Ligaerhalt.

Doch noch einmal zurück zum schwachen Defensivverhalten. Ein scheinbar positiver Aspekt ist da schon noch zu nennen, der war Wetekam während der Partie gar nicht aufgefallen: Wehlheiden bekam keinen Siebenmeter zugesprochen. Ist das nun ein Zeichen von gutem Abwehrverhalten oder einer äußerst löchrigen Hintermannschaft? Die Antwort fällt Wetekam nicht schwer: „Lieber gut und aggressiv verteidigen und dabei auch ein paar Siebenmeter in Kauf nehmen als so eine Defensive spielen, wie wir sie heute gespielt haben.“

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