Handball-Landesligist hat Klassenerhalt in der Tasche

Saisonbilanz: Abwehr als Grundlage für Rang sieben der Twistetaler Frauen

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In die Zange genommen: Die Twistetalerin Hanna Brida (Zweite von links) versucht sich gegen die Rotenburgerinnen Alina Hollstein (links) und Michelle Horn durchzusetzen, während ihre Mitspielerin Svenja Isenberg zuschaut. 

Auch in der kommenden Saison spielen Twistetals Handballfrauen in der Landesliga. Wie fällt das Fazit der verkürzten Saison aus?

Mühlhausen – „Wir haben alles, was wir uns vorgenommen haben, erreicht. Wir haben den Klassenerhalt geschafft und die jungen Spielerinnen weiterentwickelt“, sagt Twistetals Trainerin Andrea Hartmann im Rückblick auf die mit Rang sieben abgeschlossene Landesligasaison.

Die war wegen des Coronavirus vier Spieltage vor Schluss abgebrochen worden, wobei die HSG-Handballerinnen mit nur 435 Gegentoren nach 18 Spielen (Schnitt 24,2) die beste Abwehr der Liga stellten und mit dieser die Grundlage zum Klassenerhalt legten. Dass die Waldeckerinnen mit drei verschiedenen Abwehrformationen (3:2:1, 5:1 und 6:0) agieren konnten, war ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Nur ein Abgang für HSG Twistetal

„Mit Katharina Wieck und Alica Schmincke hatten wir das stärkste Torhütergespann der Klasse. Sie haben außergewöhnliche Leistungen gezeigt“, sagt Hartmann über die Kapitänin und das Talent, das in der nächsten Saison zum Oberligisten SG Kirchhof II wechseln wird. Ansonsten geht Hartmann aber davon aus, weiter auch die restlichen 15 Spielerinnen zurückgreifen zu können, wobei die 39-Jährige die sehr gute Trainingsbeteiligung des Kaders, „so etwas habe ich noch nie erlebt“, lobt.

Ein weiterer Abgang wird Trainer Henning Scheele nach seiner Wahl zum Lichtenfelser Bürgermeister sein, während die Twistetalerinnen auch in der nächsten Runde weiter auf Hartmann und Athletiktrainerin Nina Dittmann bauen können.

Starke Rückrunde der Twistetalerinnen

Nachdem die HSG mit 8:14-Zählern als Achter die Hinrunde abgeschlossen hatte, startete der Vorjahressiebte mit 8:0-Punkten in die Rückserie, in der Twistetal 10:4- Zähler holte. Zum Aufwärtstrend trug auch die Rückkehr der Halblinken Janina Winkler im Januar nach deren Babypause bei. Durch deren Wurfkraft wurde die HSG torgefährlicher und auch die die Abwehr weiter stabilisiert. „Janina macht mit ihrer Präsenz etwas her. Mit ihr hat sich unser Spiel verändert“, sagt Hartmann über die langjährige Leistungsträgerin.

Die entlastete im Angriff auch Spielmacherin Svenja Isenberg und die auf halbrechts spielende Rechtshänderin Hanna Brida, die in ihrer ersten Spielzeit bei den Aktiven gleich zur besten Feldtorschützin der HSG wurde und auch in der Abwehr überzeugte. „Hanna ist im eins-gegen-eins sehr stark“, sagt Hartmann über die 19-Jährige, während sie der gleichaltrigen Isenberg „die größte Weiterentwicklung“ in ihrem Team bescheinigte.

Durch seine starken Leistungen löste das Talent sogar Judith Happe als erste Spielmacherin ab. „Svenja hat die Mannschaft geführt“, lobte Hartmann. Die Trainerin bestätigt auch Linksaußen Leonie Schäfer (19) eine große Weiterentwicklung. Zudem habe Rechtsaußen Gina Maier im Abwehr-Innenblock „sehr gute Spiele“ gemacht.

Trainerin Hartmann sieht gute Perspektiven

Auch durch ein weiter verbessertes Tempospiel konnte die HSG schon vor Winklers Rückkehr deren Pause und den Abgang von Karoline Happe (HSG Hoof/Sand/Wolfhagen) sowie die dadurch bedingte geringere Wurfkraft halbwegs kompensieren. Trotz der mit nur 460 Toren (25,6 im Schnitt) drittschwächsten Offensive der Liga sieht Hartmann aufgrund der vielen jungen Spielerinnen und der guten Nachwuchsarbeit gute Perspektiven für ihr Team, das zu Hause zwölf Punkte holte.

Als Saisonhöhepunkt ist der Lehrerin für Mathematik, Sport und Politik an der Gesamtschule Edertal das 24:24 bei der TG Rotenburg in bester Erinnerung, als die HSG einen 20:24-Rückstand nach 58 Minuten noch egalisierte. „Das war ein tolles Erlebnis“, schwärmt Hartmann.

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