Ex-Kapitän und stellvertretender Abteilungsleiter löst Trainer ab

Korbacher Handballer: Robert Müller folgt Harald Meißner

Der stellvertretende Handball-Abteilungsleiter des TSV Korbach, Robert Müller, mit großformatigem Porträt von ihm.
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Gibt jetzt auch als Trainer die Richtung bei den Handballern des TSV Korbach vor: Robert Müller, hier bei seiner Verabschiedung als Spieler im Mai 2019.

Harald Meißner ist nicht mehr Trainer der Handballer des TSV Korbach. Wenige Tage vor dem Saisonstart trennte sich der Bezirksoberligist nach drei Jahren aus finanziellen Gründen von dem Zwehrener. Sein Amt übernimmt der Sportliche Leiter Robert Müller.

Korbach - Am Montagvormittag klingelte bei Meißner das Handy. Müller, der auch stellvertretender Abteilungsleiter der TSV-Handballer ist, habe ihn „davon in Kenntnis gesetzt“, dass der Verein aus finanziellen Gründen sein Engagement als Trainer der ersten Mannschaft beenden wolle, gibt Meißner den Inhalt der halbstündigen Unterredung wieder. „Damit habe ich nicht gerechnet. Das hat mich sicherlich überrascht“, sagte der Mann aus Zwehren, der zuletzt wegen der Erkrankung und dem Tod seines Vaters einige Trainingseinheiten beim Bezirksoberligisten nicht hatte leiten können sowie derzeit privat viel zu erledigen hat

.„Es gibt sicherlich bessere Zeitpunkte für einen Trainerwechsel“, sagte Meißner in Anspielung darauf, dass der TSV am kommenden Samstag (18.30 Uhr, Kreissporthalle) gegen die HSG Lohfelden/Vollmarshausen in die neue Saison startet. „Aber ich hege keinen Groll, sondern wünsche den Jungs alles erdenklich Gute“, fügt der erfahrene Coach an. Er habe „drei schöne Jahre“ beim TSV gehabt, sagt Meißner, der mit den Kreisstädtern in dieser Zeit einmal Dritter und zweimal Vizemeister geworden war.

Dass die Korbacher nun aus finanziellen Gründen auf eine interne Trainervariante setzen wollen, könne er verstehen. So wird dem Zwehrener der langjährige TSV-Spieler und Kapitän Robert Müller als Coach folgen.

„Ich denke, dass ich der richtige Mann für die jungen Leute bin. Es ist sicherlich nicht von Nachteil, dass ich sie gut kenne. Ich musste nicht lange überlegen, ob ich einspringe. Aus Verbundenheit für meinen Verein war das für mich selbstverständlich“, sagte der 36-Jährige, der im Mai 2019 seine Spielerkarriere beendet hatte. „Mein Ziel ist vor allem, mit den vielen jungen Spielern aus unserer eigenen Jugend eine Mannschaft mit Perspektive aufzubauen“, fügte der Diplom-Pädagoge an.

Grimmiger Blick: Harald Meißner (rechts), hier in der Vorsaison mit den Spielern Ali Altay (links) und Daniel Dierdorf, ist nicht mehr Trainer der Korbacher Handballer.

„Robert hat eine große Erfahrung als Spieler, kennt die Liga sehr gut und hat einen guten Draht zu den Spielern. Wir sind davon überzeugt, dass er jetzt der richtige Mann an der Seitenlinie ist“, sagte Abteilungsleiter Stefan Backhaus. Aufgrund der Corona-Situation sei der TSV auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten gewesen. „Durch die Zuschauerbegrenzung und die dadurch auch geringeren Erlöse aus der Verköstigung“, so Müller, werde dem TSV „ein erheblicher Teil der Einnahmen verloren gehen“.

Derzeit gehen die Korbacher, die in der Vorsaison 350 Zuschauer im Schnitt hatten, davon aus, erst einmal nur bis zu 150 Besucher in die Kreissporthalle lassen zu dürfen. Das Gehalt von Meißner, der „nach dem guten Gespräch mit Müller“ auf weitere Zahlungen und eine Abfindung verzichtet hat, hat der TSV nun bereits eingespart.

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