Erfolgreich mit Gensungen: Heinrich Wachs, Vince Schmidt und Lukas Voß

Drei Waldecker Handballer spielen künftig in Liga drei

Der Ex-Korbacher Vince Schmidt (Mitte, im Spiel gegen die SG RW Babenhausen) ist einer von drei Waldecker Handballern beim Drittligisten Gensungen/Felsberg.
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Abgehoben: Der Ex-Korbacher Vince Schmidt (Mitte, im Spiel gegen die SG RW Babenhausen) ist einer von drei Waldecker Handballern beim Drittligisten Gensungen/Felsberg.

Waldecks Handballteams bringen immer wieder starke Talente hervor. Drei von ihnen spielen künftig in der dritten Liga - gemeinsam bei der ESG Gensungen/Felsberg vor den Toren des Landkreises.

„Mein Ziel war es immer in der 3. Liga zu spielen“, sagt Heinrich Wachs. Diesen Traum hat sich der Külter durch die souveräne Meisterschaft in der Oberliga mit der ESG Gensungen/Felsberg erfüllt, bei der der frühere Twistetaler Landesligaspieler einer der Leistungsträger ist. 

Zum Team der Erwachsenenspielgemeinschaft gehören mit den Korbachern Vince Schmidt und Lukas Voß noch zwei weitere heimische Handballer. Während Schmidt als Rückraumallrounder Stammspieler des Titelträgers ist, war Voß zweiter Torwart hinter Marc Lauterbach.

„Ich wollte immer schon einmal mit Harz spielen, was in Hessen erst an der 3. Liga möglich ist“, sagt der 1,91 Meter große und 95 Kilogramm schwere Schmidt, der nach einem Jahr im damaligen Landesligateam des TSV Korbach im Sommer 2016 nach Gensungen gewechselt war, wo er sich „kontinuierlich weiterentwickelte“, wie der Sportliche Leiter Michael Stahl sagt. 

Dort war der 23-Jährige zuletzt zweiter Spielmacher hinter Wachs, der ihm 2018 zur ESG gefolgt war, nachdem das Riesentalent bester Werfer in der Landesliga war und beim Traditionsklub gleich mit 200 Treffern als Oberligatorschützenkönig durchstartete.

Kaum zu stoppen: Der frühere Twistetaler Heinrich Wachs (ESG Gensungen/Felsberg, rechts) hat sich gegen Phil-Lukas Ljubic (TSG Offenbach-Bürgel) durchgesetzt. Er ist einer der besten Torjäger der Oberliga.

Damals spielte der gelernte Halblinke noch auf seiner Stammposition und auch auf Linksaußen, bevor Trainer Arnd Kauffeld den 1,91 Meter großen und 89 Kilogramm schweren gebürtigen Bad Arolser vor der abgelaufenen Saison zum Spielmacher umschulte.

Wachs war der beste Feldtorschütze bei Genungen/Felsberg

„Das hat ganz gut geklappt“, sagt Wachs bescheiden, während ihm Stahl bescheinigt, dass er für das Team sogar noch wichtiger geworden sei: „Heinrich hat die Mannschaft geführt und für einen Neuling sensationell auf der Mitte gespielt“, sagt Stahl über den „unbekümmerten und torgefährlichen“ Rückraumspieler, der mit 85 Treffern bester Werfer aus dem Feld bei der ESG war und in der Ligatorschützenliste Rang 15 belegte. „Ich habe jetzt im Angriff noch mehr Verantwortung und muss meine Mitspieler noch mehr im Blick haben“, sagt Wachs, der sich als „ehrgeizig, hilfsbereit und unpünktlich“ beschreibt.

Während er noch seine Ausbildung als Erzieher beim Fröbelseminar in Korbach absolviert, hat Schmidt diese bereits abgeschlossen und arbeitet in der Bad Arolser Karl-Preising-Schule.

Wachs und Schmidt kennen sich aus der Jugend

„Als junger Spieler musste ich mich in Gensungen erst einmal zurechtfinden und hatte extreme Höhen und Tiefen“, sagt Schmidt. Mit Wachs („er ist ein Pfennigfuchser und so auch unser Kassenwart“) hat er bereits in der Jugend in Korbach und Twistetal zusammengespielt und ist bei der ESG seit zwei Jahren ein „fester Bestandteil“ ist. „Ich habe mich hier persönlich und körperlich weiterentwickelt“, sagt der nach „Chips“ süchtige Rückraumspieler. Mit 52 Toren war der gelernte Halblinke fünftbester Werfer der Nordhessen, bei denen er vorletzte Saison hinter dem 23-jährigen Wachs mit 94 Toren zweitbester Schütze war.

Wie Schmidt, der ihn aus Korbach zum Training kutschiert, will sich nun auch Voß, der noch keinen Führerschein hat, bei der ESG weiterentwickeln. „Lukas ist auch durch seine körperliche Präsenz ein Rohdiamant“, sagt Stahl über den 2,03 Meter großen Keeper, der sich selbst als „schludrigstes Teammitglied“ bezeichnet, „weil ich Sachen entspannt angehe“. Dss führte auch dazu, dass der Elftklässler der Beruflichen Schule in Korbach „die Mannschaftskasse gut gefüllt hat“.

Konzentriert: Der Ex-Twistetaler Lukas Voß (Gensungen/Felsberg, links) versucht den Strafwurf von Rico Funck (MSG Umstadt-Habitzheim) abzuwehren. 

Seit der Coronapause hat der 18-Jährige 21 Kilogramm abgenommen, auch weil er weiß, dass er, um sportlich weiterzukommen, beweglicher werden muss. „Die Saison war ein Lehrjahr für mich. Am Anfang habe ich sogar mehr als erwartet gespielt, aber dann ist Lauterbach immer stärker geworden und ich musste erst einmal mit meiner Rolle als zweiter Torwart klarkommen“, sagt der derzeit noch 128 Kilogramm schwere Keeper.

Während er im Sommer 2019 von der HSG Twistetal nach Gensungen kam, wird sein ebenfalls im Tor stehender älterer Bruder Yannik (21) nun von Landesligist Hünfeld zu Oberligaaufsteiger Großenlüder/Hainzell wechseln.

Bei der ESG haben Lukas Voß, Wachs und Schmidt noch für die nächste Runde Vertrag. Im Frühjahr 2021 will Voß sein Fachabitur machen und dann, so Schmidt, „auch Erzieher werden. Wir drei sind eben alle sozial.“ Bis dahin will das Trio aber erst einmal mit Gensungen in Liga drei für Furore sorgen.

Größte Herausforderungen: Die Eintracht und das Harz

Den Klassenerhalt sehen Wachs und Schmidt als realistische Zielsetzung für die nächste Saison an, während Voß dem Drittligaaufsteiger sogar „Platz sechs bis neun" zutraut. Das Trio geht davon aus, dass Gensungen in die Staffel Mitte eingestuft werden wird und freut sich auf das sehr wahrscheinliche Derby gegen Baunatal. 

Im Wettstreit würde es auch darum gehen, wer die Nummer zwei im nordhessischen Handball hinter dem Erstligasiebten MT Melsungen ist. „Die Eintracht ist erfahrener als wir, weil wir eine sehr junge Mannschaft haben“, sagt Schmidt, während Wachs glaubt, dass die ESG mit dem Neunten mithalten kann. 

Das Abschneiden des Neulings wird auch davon abhängen, wie Gensungen damit zurechtkommt nun mit Harz zu spielen. „Das wird eine Herausforderung für uns“, sagt Wachs. Er setzt beim Abenteuer 3. Liga auch wieder auf die große Unterstützung der im Schnitt 500 Fans bei den Heimspielen des Ex-Erst- und Zweitligisten. „In Gensungen wird Handball gelebt. Der Verein ist etwas besonders, weil alle hinter dir stehen“, sagt Schmidt. (jh)

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