Hans-Jürgen Hübner Nachfolger von Andrea Hartmann

Twistetaler Handball-Frauen haben einen neuen Trainer

Hat mit dem Handball aufgehört: Die langjährige Twistetaler Torhüterin und Kapitänin Katharina Wieck wird nicht mehr für die HSG jubeln.
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Hat mit dem Handball aufgehört: Die langjährige Twistetaler Torhüterin und Kapitänin Katharina Wieck wird nicht mehr für die HSG jubeln.

Hans-Jürgen Hübner heißt der neue Trainer der Landesliga-Handballerinnen der HSG Twistetal.

Mühlhausen – Der 63-Jährige tritt damit die Nachfolge von Andrea Hartmann an. „Meine Prioritäten haben sich verschoben. Ich habe aus beruflichen und privaten Gründen mein Amt abgegeben“, sagt Hartmann, mit der ebenso aus Zeitgründen auch ihre Co-Trainerin Nina Dittmann aufgehört hat. „Ich werde der HSG, die mein Heimatverein ist, aber weiter verbunden bleiben“, sagt die 40-Jährige. In den vergangenen zwei Spielzeiten hatte Hartmann nach ihrer Rückkehr zur HSG, bei der sie bereits zwischen 1997 und 2014 als Spielerin und Spielertrainerin der ersten Mannschaft aktiv war, das Team gecoacht.

Nach Platz sieben in der vorletzten Runde hatten die Twistetalerinnen in der vergangenen Spielzeit wegen der Coronapandemie einzig am 17. Oktober ihr Heimspiel gehen die TSG Dittershausen austragen können, das sie mit 25:20 gewannen. „Wir hatten eine tolle Vorbereitung und einen tollen Kader und hätten richtig was reißen können“, trauert Hartmann, die an der Gesamtschule Edertal in Giflitz Sport, Mathematik und Politik unterrichtet, den durch Corona verhinderten möglichen sportlichen Erfolgen der HSG nach. Mit ihren Spielerinnen hatte die Twisterin mit zwei wöchentlichen Videomeetings bis zuletzt Kontakt gehalten.

Ebenso nur auf diese Weise konnte sich Hübner seiner neuen Mannschaft vorstellen. Der gebürtige Wiesbadener ist im März 2020 von Breckenheim nach Waldeck gezogen. Den Landkreis und besonders die Gegend um Twistetal kannte der studierte Wirtschaftsinformatiker bereits bestens, weil er mit von ihm betreuten Mannschaften seit 37 Jahren Trainingslager in Mühlhausen abhielt, nachdem ihn seine frühere Spielerin Manuela Hannich dies einst vorgeschlagen hatte.

HSG eine „Herzensangelegenheit“

Weil er frühzeitig von Hartmanns Entscheidung, am Saisonende aufzuhören, wusste, kontaktierte der HSG-Vorsitzende Thomas Tönepöhl seinen alten Bekannten Hübner. „Wir haben ein bisschen gebabbelt und dann habe ich für die nächste Saison zugesagt“, sagt Hübner. Für ihn ist die HSG wegen seiner langen Verbundenheit eine „Herzensangelegenheit“.

Nachdem er als 16-Jähriger anfing Mannschaften zu trainieren, hat C-Lizenzinhaber Hübner, der früher für Regionalligist TuS Holzheim spielte, schon eine ganze Reihe Stationen hinter sich. Zuletzt coachte der an zwei Wochentagen an der Grundschule Kelsterbach als Sportlehrer arbeitende Hübner die Männer der HSG MainHandball in der Bezirksliga A Wiesbaden-Frankfurt.

In den 1990er-Jahren war der frühere Regionaligahandballer auch vier Jahre lang als Trainer der Frauen beim damaligen Männererstligisten SG Wallau/Massenheim aktiv und betreute auch schon die Frauen der TSG Bretzenheim zu Regionalligazeiten.

Nun hofft Hübner, der seinem neuen Team, „die Mädels haben Bock“, einen Trainingsplan für den Monat Mai zukommen ließ, dass er bald mit den Twistetaler Handballerinnen vor Ort trainieren kann, denn Training per Video ist für ihn „Kokolores und nicht mein Ding“.

Katharina Wieck und Janina Winkler hören auf

In Torfrau Katharina Wieck und der linken Rückraumspielerin Janina Winkler kann Twistetals neuer Trainer Hans-Jürgen Hübner in der kommenden Saison auf zwei langjährige Stützen der HSG nicht mehr zurückgreifen. Die 30-jährige Wieck, „sie war die stärkste Torhüterin in der Landesliga“, so Ex-Trainerin Andrea Hartmann, und die ein Jahr ältere Torjägerin Winkler, „sie war viele Jahre das Aushängeschild der HSG“, so Hartmann, haben ihre Handballlaufbahn beendet. „Damit fehlen uns zwei extrem starke Spielerinnen“, sagt Kapitänin Gina Meier.

Um die hinterlassene Lücke von Wieck halbwegs kompensieren zu können, haben die Twistetalerinnen mit der 20-jährigen Nathalie Fiand von A-Ligist HSG Baunatal II und der 19-jährigen Bad Wildungerin Sophia Martel von der A-Jugend des SV Germania Fritzlar (Bezirksliga Melsungen/Fulda) zwei Torwarttalente verpflichtet, die zusammen mit der Noch-A-Jugendlichen Johanna Gleumes das HSG-Gehäuse hüten sollen.

Zudem werden die Halbrechte Sofie Grabarz und Kreisläuferin Alice Wilke aus der 2. Mannschaft künftig das Landesligateam verstärken. „Die nächste Saison ohne Katharina und Janina wird anders sein, aber das heißt ja nicht das sie automatisch schlechter werden muss“, sagt Meier über den weiter vollzogenen Generationswechsel bei der HSG. „Die Stimmung bei uns ist total positiv. Wir sind hochmotiviert und weil ‘Hübi´ keine von uns kennt, sind wir alle auf dem gleichen Stand“, sagt Meier.

Den neuen Twistetaler Trainer charakterisiert die 22-jährige Rechtsaußen als jemand, „der komplett auf Handball baut und dem man seine Leidenschaft anmerkt“, um dann anzufügen: „Der will loslegen“, was auch für die Twistetaler Handballerinnen gilt. (jh)

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