Senior vom TSV Twiste hat mehr als ein Dutzend DM-Medaillen geholt

Hans-Jürgen Schomburg: der Meister der Wurfscheibe

Ein erfolgreicher Typ: Der Wolfhager Hans-Jürgen Schomburg gehört seit vielen Jahren mit dem Diskus zu den Top-Ten im Seniorensport in Deutschland.
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Ein erfolgreicher Typ: Der Wolfhager Hans-Jürgen Schomburg gehört seit vielen Jahren mit dem Diskus zu den Top-Ten im Seniorensport in Deutschland.

„Alter ist kein Hinderungsgrund, sich durch Sport körperlich und geistig frisch und fit zu halten.“ Das sagt der 64-jährige „Wolfhager Junge“ Hans-Jürgen Schomburg, der von seinen Freunden nur liebevoll „Schommel“ genannt wird.

Wolfhagen – Sein tägliches Fitnessprogramm hat mehrere Facetten. Nicht nur, dass er bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zu seiner Arbeitsstelle fährt, der Wolfhager Walter-Lübcke-Schule (früher Wilhelm-Filchner-Schule), sondern auch seine tägliche Gymnastik in den heimischen vier Wänden.

,Einen breiten Raum der körperlichen Betätigung nimmt natürlich auch sein leichtathletisches Training beim Seniorensport im TSV Twiste ein, wobei er sich hier dem Diskuswerfen verschrieben hat. In den Sommermonaten wöchentlich drei Mal, in der dunklen Jahreszeit zwei Mal, lässt er die kleine Wurfscheibe fliegen.

Hans-Jürgen Schomburg: „Letzteres ist in Twiste möglich, weil es dort ein so genanntes Wurfhäuschen gibt, aus dem man allen Witterungsunbilden trotzend diese Sportart praktizieren kann. Da ich dort überwiegend allein trainiere, gibt es auch keine Ein- und Beschränkungen durch die aktuelle Covid19-Pandemie.“

Hans-Jürgen Schomburg: Größter Erfolg mit 18

Hans-Jürgen Schomburg kann man respektvoll als Meister der Diskusscheibe bezeichnen. Bedingt durch eine Knieverletzung hat er erst im 40. Lebensjahr zu dieser Sportart gefunden und hat sich seitdem durchgängig in den Seniorenklassen in den jeweiligen Altersklassen im Fünf-Jahres-Sprung in die nationalen Top-Ten geworfen. Seine momentane Bestweite liegt bei 48 Metern.

Wie viele Gold-, Silber- oder Bronzemedaillen er bei den deutschen Seniorenmeisterschaften inzwischen sammeln konnte, kann er detailliert nicht sagen. „Mit sieben Mal Gold In- und Outdoor dürften es insgesamt über ein Dutzend sein.“ Doch nicht nur mit dem Diskus kam er zu Titelehren. Als 50-Jähriger wurde „Schommel“ mit 5,66 Meter Deutscher Senioren-Vizemeister im Weitsprung.

Seinen größten sportlichen Erfolg feierte Hans-Jürgen Schomburg aber als 18-Jähriger. Als Mitglied der 4 x 400-Meter-Staffel des Sportinternats Bad Sooden-Allendorf sorgte er zusammen mit seinen Teamkameraden Wedekämper, Mohrdieck und Gennies für einen Geniestreich. Das Quartett holte auf der neuen Tartanbahn in Obersuhl sensationell in neuer deutscher Jugendrekordzeit von 3:18,4 Minuten den Sieg. Meister durften sie sich nicht nennen: Damals gab es offiziell noch keine nationalen Jugendmeisterschaften.

Mit diesem Erfolg stockte Hans-Jürgen Schomburg seine bisherige Medaillensammlung weiter auf. Denn als Achtkämpfer mit den Disziplinen 100- und 1000-Meter-Lauf, über 80 Meter Hürden, Weit-, Hoch- sowie Stabhochsprung, Speer und Kugel konnte sich der Wolfhager mehrfach als Hessen-Rekordmeister feiern lassen.

Mit 16 wechselte Schomburg aufs Sportinternat

Begonnen hatte Hans-Jürgen Schomburg, der 1956 in Wolfhagen geboren wurde und heute gegenüber seines Elternhauses wohnt, seine sportliche Karriere in der Fußball-B-Juniorenmannschaft des FSV Wolfhagen. Mit 16 Jahren wechselte er in das Bad Sooden-Allendorfer Sportinternat, machte dort sein Abitur und studierte anschließend in Berlin, Innsbruck, Bremen und York (England) auf Lehramt. Heute unterrichtet er an der Gesamtschule mit Oberstufe seiner Heimatstadt Deutsch, Englisch und englische Politik.

Apropos England: Dort studierte er nicht nur und lebte auch fast drei Jahre dort, sondern dorthin zieht es ihn auch urlaubsmäßig mehrfach im Jahr. Wobei neben Reisen die Literatur und das Singen in der Kreiskantorei Wolfhagen als weitere Hobbys gepflegt werden. Etwas ungewöhnlich ist auch der berufliche Alltag des Wolfhager Studienrats. „Nach drei Arbeitsjahren folgt in der Regel ein Sabbatjahr.“

Was aber immer auf seiner sportlichen Agenda steht, sind die alljährlichen Teilnahmen an den nationalen Seniorenmeisterschaften. „Denn“, so Hans-Jürgen Schomburg, „Seniorensport kann man mit Augenmaß bis ins hohe Alter machen.“

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