Biathlon-IBU-Cup

Hennecke fehlen nur 4,9 Sekunden zum Sieg

- Willingen/Obertilliach. Weihnachten kann für das Duo des SC Willingen kommen. Carolin Hennecke steigerte sich beim Biathlon-IBU-Cup als Sprintdritte in der Verfolgung auf den Silberrang. Nadine Horchler stürmte mit der besten Laufzeit von Rang 27 auf 10 vor.

Die ansonsten eher schüchterne Carolin Hennecke war selten so aufgekratzt. „Ich freue mich riesig“, gluckste die Stormbrucherin nach ihren famosen Auftritten in Obertilliach. Mit Bronze im 7,5-km-Sprint hatte sie bereits ihr erstes dickes Ausrufezeichen des noch jungen Winters gesetzt, in der 10-km-Verfolgung legte sie noch einmal kräftig nach. Am Ende fehlten der 24-Jährigen nach 31:25,8 Minuten inklusive drei Strafrunden gar nur 4,9 Sekunden zu ihrem ersten Europacupsieg. Mit jeweils einem Fehler bei den ersten drei Abstechern zum Schießstand hielt sich Hennecke zwischen Platz vier und fünf. Als dann aber beim letzten Stehendanschlag alle fünf Scheiben auf weiß klappten, da schaltete sie den Turbo zu. „Auf der letzten Runde ging es richtig gut“, war sie dort die Schnellste. So dauerte es nicht lange, bis sie die vier bzw. 8,5 Sekunden vor ihr liegende Russin Evgeniya Sedova und die Italienerin Dorothea Wierer ein- und überholt hatte. Nur Vortagessiegerin Gabriela Soukalova rettete einen kleinen Vorsprung ins Ziel. „Ich hab sie schon vor mir gesehen“, erzählte Hennecke, „die Strecke hätte nur noch ein Stückchen länger sein müssen“. Letztlich überwog bei der Juniorenweltmeisterin von 2006 und 2007 aber die Freude über Rang zwei, hinter Soukalova (31:20,9/3), aber vor Sedova (31:35,6/3) und Wierer (31:41,6/2). Fünfte wurde Franziska Hildebrand (31:48,4/1) aus Clausthal-Zellerfeld. „Wichtig war, dass endlich auch das Schießen geklappt hat“, meinte Hennecke. „im Training habe ich es ja schon oft gezeigt, aber jetzt kann ich es offenbar auch umsetzen“. Die Sportsoldatin fährt heute von ihrem Wohn- und Trainingsort Ruhpolding zur wohlverdienten Weihnachtspause nach Hause. Ihre Teamkollegin Nadine Horchler, die vor dem Heimaturlaub noch bei ihrem Freund in der Schweiz vorbeischaut, hatte sich mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch ins letzte Rennen des Jahres in Osttirol gestürzt. „Ich hatte eine Verlagerung drin, die sich selbst die Trainer nicht richtig erklären konnten“, wurmten sie die zwei Fehler im Liegendschießen beim Sprint. „Ohne die hätte ich sogar noch ums Podest mitgekämpft.“ Aber auch so war der Auftritt in der Verfolgung fulminant. Als 27. Mit 1:52 Minuten Rückstand gestartet, war die Ottlarerin nach dem ersten, fehlerfreien Schießen schon 17., büßte mit einer „Fahrkarte“ im zweiten Liegendanschlag zwei Plätze ein. Als die Null im ersten Stehen hielt, war sie zwischenzeitlich bereits Neunte. Wieder zwei Fehlschüsse hauchdünn am Rand stoppten aber ihren Drang nach ganz vorne. „Irgendwann fallen auch die Klappen wieder“, ließ sich Horchler nicht irritieren und flog auf dem stumpfen Neuschnee wieder von Rang 14 auf zehn im Ziel vor. Zufrieden registrierte sie die Verbesserung um 17 Plätze und freute sich noch mehr über die beste Laufzeit aller 55 Teilnehmerinnen, „ein tolles Gefühl“. Carolin Hennecke war als vierte in der Loipe nur wenige Sekunden langsamer. Gute Aussichten aus Willinger Sicht für den nächsten IBU-Cup am 8./9. Januar, dann sind in Nove Mesto/Tschechien Einzel und Sprint angesagt.

Janine Becker siegt im Deutschlandpokal

Erster Saisonstart, erster Saisonsieg. Janine Becker vom SC Willingen erwischte einen glänzenden Start in den Biathlon-Winter. Dominik Schüßler und Jan Müller leisteten sich derweil am Schießstand zu viele Fehler. Langdorf/Willingen. Ihre Möglichkeiten hatte Janine Becker bereits beim Einzel am Freitag angedeutet. Trotz sieben Strafminuten war sie auf den 10 km nach 48:01,1 im 18-köpfigen Feld der Jugend 16 auf Rang acht gelandet.Im 6-km-Sprint leistete sich die Winterbergerin, die das Willinger Skiinternat besucht, nur zwei „Fahrkarten“ und wurde mit nur 8,9 Sekunden Rückstand auf Anne-Marie Kahl (SC Zella-Mehlis, 23:37,3/2) Zweite. Es war eine glänzende Ausgangsposition für die abschließende Verfolgung über 7,5 km mit vier Abstechern zum Schießstand. Dort leistete ich Janine nur zwei Fehler und gewann am Ende mit über zwei Minuten Vorsprung.

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