Viel Lob für Sport- und Jugenddorf, Projekt "Platzwechsel" vorgestellt

Korbach in Bewegung bringen

Korbach. Von oben brannte die Sonne, unten gab es warme Worte. Hessische Sport- und lokale Politprominenz hat am Samstag offiziell das Sport- und Jugenddorf beim Hessentag eröffnet. Gleichzeitig fiel der Startschuss für ein ganz neues Projekt, den "Platzwechsel", der in Korbach ab 6. August viele Leute in Bewegung bringen soll.

In diese runde halbe Stunde hatten Sportkreischef Uwe Steuber sowie Yasmine Seibel und Kerstin Mühlhausen aus dem Vorstand viel hineingepackt: die Vorstellung des "Platzwechsels" und des stationären Mitmachangebots an der Hessentagsstraße sowie eine Übergabe von Bescheiden an Vereine. Der Landessportbund Hessen war mit Präsident Rolf Müller und zwei weiteren Präsidiumsmitgliedern an Ort und Stelle, auch Vorsitzende benachbarter Sportkreise, die Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher oder die Landtagsabgeordnete Daniela  Sommer aus Frankenberg saßen auf den Bänken unter den Gästen.

Sport- und Jugenddorf: Lob auf breiter Front

Spendabel  zeigten sich alle Redner mit Lob für das mit großem Engagement vieler errichtete und betreute Sport- und Jugenddorf an der Hessentagsstraße.  "Bei uns steht der Sport in der Mitte des Hessentags in einem wirklich wunderschönen Ensemble", gab Bürgermeister Klaus Friedrich bei seinem Blitzauftritt  mit dem Hessentagspaar zu Protokoll. Um hinzufügen: "Das ist auch die Stellung, die der Sport in Korbach hat."

Der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese sagte, die vielen Helfer hätten ein "ganz tolles Ambiente geschaffen". Rolf Müller ergänzte, sie hätten es möglich gemacht, dass sich an dieser Stelle das "sympathische Gesicht des Sportes zeigt". 

Müller bedauert Trennung vom Behindertensportverband

In all die Anerkennung mischte der LSBH-Chef aber auch leise Kritik. Es ging um Inklusion. Landesportbund und Hessischer Rehabilitations- und Sportverband (hat seine Aktionsfläche am Kreishaus) hätten in den  vergangenen Jahren eine Einheit gebildet. In Korbach lägen die Angebote nun räumlich weit auseinander. "Das soll kein Symbol sein, wir gehören zusammen", sagte Müller. Uwe Steuber bekräftigte das und verwies auf das inklusive Sportabzeichen im Sportkreis. "Behindertensport steht bei uns absolut im Fokus."

Entscheidende Impulse für den "Platzwechsel" hatten Mark König-Philipp und seine Frau Angela gegeben. "Der TSV Korbach mit seinen 2700 Mitgliedern hat dann gesagt, wir übernehmen das Projekt", erklärte Steuber. Weitere Partner sind der Landkreis und der Stadt. 

Dahinter verbirgt sich ein bundesweites Kooperationsprojekt des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) und des Teams Gesundheit GmbH der Betriebskrankenkassen und soll der Gesundheitsförderung dienen. In Korbach ist die Pronova BKK mit im Boot.  "Ziel ist es vorrangig, Korbach in Bewegung zu bringen. Dass man den Platz wechselt - vom Bürostuhl in die Bewegung, auf den Sportplatz,  in das Schwimmbad. vom Auto raus in die Natur", erklärte Sonja Trautmann (Hannover), bei der Kasse mit für Gesundheitsförderung zuständig. 

Viel Aktion am 6. August zum eigentlichen Start

Zielgruppe sind  junge Erwachsene, aber auch Familien.  Für den eigentlichen Starttermin am Montag, 6. August, bereiten die Akteure  ein "Schnupper"-Programm vor, bei der die Korbacher gratis verschiedene Sportarten wie Badminton, Fechten, oder auch Kraulen ausprobieren können, Baseball ist präsent, Ex-Basketball-Profi Joe Asberry und der Fitnesscoach Felix Klemme geben Anregungen.   

Herzstück ist laut Sonja Trautmann der Bewegungsparcous auf dem Eisenberg in Goldhausen. Der bisherige Trimm-Dich-Pfad sei "wiederbelebt" worden. 

Übergabe auf der Bühne:  Vertreter der Sportvereine, die Geld vom Landessportbund erhalten, mit Sportkreis-Chef Uwe Steuber und Sportbund-Präsident Rolf Müller (Mitte zweite Reihe). 

Müller: Modell Korbach

LSBH-Präsident  Müller forderte die anderen Sportkreise in Hessen auf, dem "Modell Korbach" nachzueifern.  Es stehe dem organisierten Sport gut zu Gesicht, wenn durch die Aktion "Platzwechsel" neue Zielgruppen für den Gesundheitssport erschlossen würden.

Der Hessentag bot schließlich auch den Rahmen für die Übergabe von neun Bewilligungsbescheiden: Vereine erhalten damit schwarz auf weiß, mit wie viel Geld der LSBH ihre Investitionen oder Anschaffungen fördert. Ausgeschüttet wurden insgesamt 11780 Euro, der größte Batzen ging an den TV Jahn Willingen und die Landauer Sportschützen.  

  

  

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