20 Kämpfe beim Hessentagsturnier, die Lokalmatadoren mal so, mal so 

Boxen: Leon Anselm macht’s spannend

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Langgemacht: Vadim Salzmann (rechts) aus Korbach an der Hand von Ringrichter Gert Bugdoll, links der unterlegene Dario Mamone.

Wer beim Hessentags-Boxturnier am Donnerstag im Polizei-Bistro alle 20 Kämpfe sehen wollte, brauchte Sitzfleisch. Wer es nicht hatte, verpasste was.

Denn das Beste gab’s am Anfang und am Ende des Reigens von 20 Kämpfen zu sehen. Vor allem für Fans des TSV Korbach, Veranstalter des Turniers. Zu Beginn holte sich Mittelgewichtler Leon Anselm einen knappen Punktsieg, zu guter Letzt unterlag Schwergewichtler Andrej Dominte ebenso knapp.

Jassmann: Werbung für das Boxen

Über gut vier Stunden zogen sich die Gefechte im nagelneuen Ring. „Es war Werbung für den Boxsport“ , sagte Organisator Reinhard Jassmann. Im Zelt herrschte ein Kommen und Gehen, mehrere hundert Zuschauer dürften vorbeigeschaut haben. „Solche Veranstaltungen außerhalb der Sporthallen werden immer gut angenommen“, sagte Jassmann. Auch bei den Aktiven. Noch in der Nacht vor dem Turnier hatte Jassmann eine Absage verschicken müssen.

Zum frühen Höhepunkt wurde der Kampf zwischen Leon Anselm und Chris-Marco Eloundou (BC Mühlheim-Dümpten). Als „zwei deutsche Spitzenboxer“, hatte sie Ringsprecher Ronald Leinbach (Marburg) angekündigt. Das Duell wurde dieser vollmundigen Ankündigung durchaus gerecht. Zwar musste der 19 Jahre alte Korbacher, anders als in der Männerklasse gewohnt, Kopfschutz und leichtere Handschuhe überstreifen, weil sein gegner noch in der Jugendklasse unterwegs ist. Das irritierte ihn nicht offensichtlich.

Der westdeutsche Vizemeister aus Mühlheim schenkte dem mehrfachen Hessenmeister aus Korbach nichts. Am Ende gewann der Lokalmatador mit 2:1-Punktrichterstimmen. „Es war knapp, aber ich fand das Urteil gerecht“, sagte Anselm.

Dominte fehlt auch das Glück

Einen begeisternden Kampf lieferten sich am Schluss auch Andrej Dominte und Kraftpaket Artur Wilhelm (Uppercut Gießen). „Das war vom Feinsten“, fand Reinhard Jassmann. Seinem Schützling, der in der Nacht vor dem Turnier hatte arbeiten müssen und sich nach dem offiziellen Wiegen noch ein paar Stunden aufs Ohr gehauen hatte, fehlte am Ende ein bisschen das Glück für den ersten Sieg im zweiten Kampf.

Der TSV-Nachwuchs schlug sich unterschiedlich. Während die Kämpfe der Schüler Paul Tarek und Maximilian Lang (beide konnten, womöglich wegen der Kulisse, nicht zeigen, was sie draufhaben) wegen Überlegenheit der Gegner abgebrochen wurden, landete Vadim Salzmann gegen den Wiesbadener Dario Mamone einen überlegenen Sieg. Das 0:3 von Junior Andrej Reichenborn gegen Armin El Bachiri (Wiesbaden) war ein zu hartes Urteil; ein Remis schien gerechter. Während Adrian Blüchel im Wettkampfsparring überzeugte, unterlag Mahdi Mohammadi vom VfL Bad Wildungen glatt gegen Daniel Horig aus Gießen. Schweißtreibendes Training zeigten in einer Ringpause die Thaiboxer des KSV Volkmarsen-Breuna.

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