HTV führt Sockelbetrag ein - Moderate und notwendige Erhöhung

Turnverband erhöht Beiträge um zwei Euro pro Mitglied

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Turnen wird teurer, dafür sollen Leistungen des Verbands besser werden. Das Foto entstand beim Turnpokal des Turngaus Waldeck in Adorf und zeigt Isabella Kuhn vom TSV Korbach. 

Langen. Der Hessische Turnverband (HTV) bittet seine Vereine ab kommendem Jahr stärker zur Kasse. Beim 41. Landesturntag am Samstag in Langen beschlossen die rund 140 Delegierten eine Beitragserhöhung in zwei Schritten und mit zwei Komponenten.

Ab 2019 wird ein Basisbetrag von 50 Euro jährlich für alle der 2117 Mitgliedsvereine des HTV fällig. Gleichzeitig sollen die Zahlungen an den Verband pro Vereinsmitglied steigen – und zwar um jeweils einen Euro in beiden Altersstufen. Für Kinder und Jugendliche bis 18 werden dann zwei Euro fällig, für Erwachsene 2,25 Euro. 2021 soll eine weitere Erhöhung um einen Euro auf dann 3,0 und 3,25 Euro folgen, bestätigte der Vorsitzende des Turngaus Waldeck, Hartmut Schmidtke.

Laut Pressemitteilung des HTV votierte eine „überwältigende Mehrheit“ der Delegierten für die höheren Beiträge. Vorausgegangen war eine einstündige Debatte. Dabei habe der Vorstand die Entwicklung des Haushalts offengelegt und die Bedeutung steigender Einnahmen für die Arbeit deutlich gemacht. Der HTV ist mit gut 600 000 Mitgliedern der größte der 58 Fachverbände im Landessportbund Hessen.

Schmidtke, aus gesundheitlichen Gründen selbst an der Teilnahme in Langen gehindert, schließt Reaktionen in den Turn- und Sportvereinen nicht aus. „Die Vereine müssen die höhere Beiträgen nun vielleicht in ihren eigenen Beiträgen unterbringen“, sagte er. Den Schritt des HTV verteidigte er als erforderlich und gerechtfertigt.

Zusätzlich Mittel benötigt der HTV, um Pläne für ein neues Regionalkonzept umzusetzen. Jeweils vier, fünf Turngaue sollen sich zu einer Region zusammentun und hauptamtlich unterstützt werden (WLZ vom 20. Oktober). Da die Ämter nicht mehr mit Ehrenamtlichen allein besetzt werden können, ist das für Schmidtke folgerichtig: „Dafür muss Geld da sein.“

Schmidtke: Beiträge moderat

Der heimische Turngau-Chef rechnet damit, dass die Vereine von der Arbeit einer hauptamtlichen Kraft profitieren können. Die Nähe zu ihnen und die lokale fachliche Unterstützung durch Lehrgänge oder Seminare müsse aber beibehalten werden, hatte er in einem WLZ-Interview erklärt.

Als weiteren Grund für die Erhöhung nannte Schmidtke höhere Zahlungen der Landesverbände an den Deutschen Turner-Bund (DTB). Von den Abgaben der Vereine an den HTV gingen 50 Prozent (Kinder und Jugendliche) bzw. 60 Prozent an den DTB. Der Bundesverband will das Anmeldeportal Gymnet überarbeiten und ab dem 1. Januar das Passwesen vollständig digitalisieren.

Schmidtke verwies darauf, dass die Beiträge des HTV im Vergleich noch relativ moderat seien. Ein Teil der zusätzlichen Einnahmen soll dem Leistungssport in den olympischen Disziplinen Gerätturnen, Rhythmische Sportgymnastik und Trampolinturnen zugutekommen. Auch Bildungsarbeit sowie die Beratung der Turnvereine sollen laut HTV profitieren.

Kartmann bleibt Präsident

Einstimmig wählten die Delegierten Norbert Kartmann (Butzbach) zum Präsidenten des HTV. Kartmann steht seit einem Jahr an der Spitze, ins Amt kam er durch ein Votum des Landeshauptausschusses. Ebenfalls ein einstimmigfes Votum erhielt der Vizepräsident Finanzen und Wirtschaft, Ulrich Müller (Hanau). Für den Wettkampfsport zeichnet weiter Lothar Ohl (Bürstadt), für Aus- und Fortbildung Rainer Schremb (Marburg) verantwortlich. Ergänzt wird das Präsidium um einen Vizepräsident Turngau-Angelegenheiten. Die Versammlung hatte zuvor durch eine Satzungsänderung bestimmt, diesen neu zu installieren. Das Amt übernahm Helmut Reith (Frankfurt). (r)

Weiterer Beschluss in Langen: Das 16. Landesturnfest wird vom 19. bis 23. Juni 2019 in Bensheim und Heppenheim stattfinden. (mn)

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