Biathlon-Schwestern in Lehrgangsgruppe 1a eingestuft

Horchlers mit gutem Gefühl

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Auch im nächsten Winter ist für Nadine (links) und Karolin Horchler der Biathlon-Weltcup das Ziel.

Willingen. Sie haben beide ein gutes Gefühl. Zum einen kommt das durch die starken Ergebnisse am Ende des Winters, zum anderen sind es die neuen Trainer, die für frischen Wind sorgen sollen. Seit dieser Woche bereiten sich Nadine und Karolin Horchler auf die nächste Biathlon-Saison vor.

„Das war eine richtig gute Saison“, blickt Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld) auf den Gesamtsieg im IBU-Cup und drei Top-Ten-Plätze beim Weltcup-Finale, dabei der fünfte Rang in der Verfolgung. Die verpasste Olympia-Teilnahme, bedingt auch durch ihren schweren Unfall in der Vorbereitung, hat die Sportsoldatin, die am Mittwoch ihren 29. Geburtstag gefeiert hat, abgehakt.

Weitermachen oder aufhören?

Das gilt auch für ihre drei Jahre ältere Schwester Nadine. Als Dritte des IBU-Cups durfte sie ebenfalls zum Abschluss im russischen Tjumen starten. Dort stürmte sie als 39. nach dem Sprint in der Verfolgung auf Rang zwölf nach vorne. „Krass, ich kann oben mitlaufen“, erinnert sich die Sportlerin des SC Willingen zu gern an die zweite Nettozeit auf den zehn Kilometern.

Ob das ein gelungener Abschluss ihrer langen Karriere, oder neue Motivation für ein weiteres Jahr Quälerei war, dass wusste die Ottlarerin, die im Juni immerhin schon 32 Jahre alt wird, freilich lange Zeit selbst nicht. „Da spielten doch viele Faktoren rein.“ Spaß am Biathlon, die Grundvoraussetzung, hat sie immer noch, „aber es muss auch Sinn machen“. Mit den guten Rennen in Westsibirien hat sich sich gerade noch rechtzeitig bewiesen, dass sie in der Beletage der Skijägerinnen auch noch mithalten kann, „weil letztlich interessiert es keinen, wenn ich im IBU-Cup rumlaufe“.

Ein ganz wichtiger Aspekt war aber, dass nur mit einer erneuten Kadereinstufung sich auch ihr Vertrag bei den Gebirgsjägerin in Mittenwald um ein weiteres Jahr verlängert hätte. Die Entscheidung erreichte sie erst am Tag vor dem Flug mit ihrem Lebensgefährten in den Urlaub. Es war Freitag, der 13. April. „Das war kein so schlechter Tag“, schmunzelt Nadine Horchler.

Gewusst, also inoffiziell, hat sie es freilich schon vorher. Erzählt haben es ihr der neue Damentrainer Kristian Mehringer, der Gerald Hönig beerbt hat, der sich künftig nur noch um die Treffsicherheit der Damen kümmert, und der neue Co-Trainer Florian Steirer „Das war ein richtig gutes Gespräch“, erzählt Nadine Horchler.

Alles wird auf Null gesetzt

Zusammen mit ihrer Schwester Karolin und den sechs Olympia-Starterinnen ist sie in die Lehrgangsgruppe 1a eingestuft worden. „Das ist eine echte Chance, weil jetzt alles auf Null gestellt wird.“ Ihre Schwester Karolin, die am Stützpunkt Ruhpolding schon unter Mehringer trainiert hat, hofft ebenfalls auf „neuen Schwung“ durch die beiden erst 36 Jahre alten Trainer. (ni)

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