Handball

HSG: Wirbel um Abgang von Maria Pirvan

- Bad Wildungen. Rückraumspielerin Maria Pirvan spielt nicht mehr für HSG Bad Wildungen. Ein Vertrag für die neue Saison in der 2. Handball-Bundesliga Süd kam nicht zustande. Die Spielerin fühlt sich abserviert.

Die HSG hatte am Montagabend die Personalie im Zweitligateam bekannt gegeben. Nach „intensiven und langen Vertragsverhandlungen“ habe man „nicht alle Punkte zur Zufriedenheit“ klären können. Unterschiedliche Auffassungen über Einsatzzeiten, Trainingsintensität und Trainingseinheiten hätten zur einvernehmlichen Trennung geführt. Von einvernehmlich kann aber keine Rede sein. Die Rückraumspielerin, immerhin fünf Jahre lang für die HSG im Einsatz und eine der Leistungsträgerinnen in der Regionalliga, hat eigenen Angaben nach rechtliche Schritte gegen die HSG eingeleitet. Zum einen habe sie einen bis zum 30. Juni kommenden Jahres laufenden Vertrag. Zum anderen habe sich die HSG nicht an Absprachen gehalten. „Im Mai haben wir mündlich eine Prämie für erzielte Tore verhandelt. Leider nur mündlich“, sagte Maria Pirvan. Sie sprach von schlechtem Stil – der Verein habe sie noch nicht einmal persönlich von der Trennung in Kenntnis gesetzt. Die Darstellung der HSG von erfolglosen Vertragsverhandlungen wies Pirvan zurück. Auf die Frage, ob finanzielle Dinge eine Rolle gespielt hätten, sagte sie, es gebe aus ihrer Sicht nur „zwischenmenschliche Gründe“ für ihr Aus bei der HSG – im Klartext: Zoff mit Trainer Gerry Weiss. Diese habe sie mehrfach beleidigt und beschimpft. Auslöser war das Testspiel der HSG am Freitag gegen den VfL Sindelfingen. Pirvan hatte nur zwei Minuten gespielt. Ihr Trainer habe sie während der Begegnung in rumänischer Sprache – beide stammen aus Rumänien – wieder übel beleidigt und sie dann für das Spiel am Samstag disziplinarisch freigestellt. Bei den HSG-Verantwortlichen riefen die Vorwürfe Verwunderung hervor. „Wir waren angehalten, Verträge für alle Bundesliga-Spielerinnen zu machen“, so HSG-Chef Hans-Werner Derx. Das habe auch für Pirvan gegolten. „Das Nicht-Zustandekommen eines Vertrages ist normalerweise nicht so spektakulär“, sagte Derx. Er verwies auf bestimmt Bedingungen für eine Vertragsverlängerung, die nicht erfüllt worden seien, wollte aber keine Details nennen. Derx räumte ein, dass man nicht selbst mit Pirvan gesprochen habe. Allerdings habe man auch die Verhandlungen nicht mit ihr selbst, sondern mit einer von ihr beauftragten Person geführt. Dieser habe man auch folgerichtig mitgeteilt, dass ein Kontrakt nicht zustande komme. Deshalb verwundere ihn der Vorwurf, er habe nicht persönlich die Spielerin informiert. Unterdessen macht Trainer Gerry Weiss auch sportliche Gründe für die Trennung verantwortlich: „Sie ist nicht mehr die Nummer eins auf ihrer Position gewesen. Sabine Heusdens (Neuzugang) war sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung besser.“ Dennoch bedauert Weiss den Abgang: „Das ist sehr schade, denn wir hätten sie gebraucht. Aber zu den gleichen Bedingungen wie alle anderen Spielerinnen auch.“ (mas)

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