Im Vorjahr Rekordzahl im Landkreis

Inklusives Sportabzeichen: Es geht weiter

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Der Spaß kommt nie zu kurz: Die inklusive Sportabzeichen-Gruppe des TV Volkmarsen mit Aktiven, Prüfern und ihrem Gast Jürgen Damm (hinten Mitte). 

Volkmarsen – Das Sportabzeichen war in den letzten zwei Jahren ein Mittel der Inklusion in Waldeck-Frankenberg. 65 Menschen mit Behinderung schafften 2018 die Prüfungen – meist gemeinsam mit Nichtbehinderten.

Es waren damit so viele wie in keinem anderen hessischen Sportkreis, gab jetzt die zuständige Sportkreis-Beauftragte Kerstin Mühlhausen zu Protokoll.

Die Topzahl ist das Resultat eines von Jürgen Damm, dem Vorsitzenden der Aktion für Menschen mit Behinderung (AfMB), vorangetriebenen, vom Land Hessen finanziell geförderten, von Land- und Sportkreis, Vereinen und Schulen unterstützten und umgesetzten Projekt, das zwei Jahre hintereinander in einen inklusiven Aktionstag mündete. Das eigentliche Ziel: eine Verstetigung gemeinsamen Trainings und gemeinsamer Prüfung von Menschen mit und ohne Behinderung zu erreichen.

Vier Treffs trainieren inkulsiv

Das inklusive Sportabzeichen muss nun allein laufen. Das tue es, sagt Jürgen Damm. „Die Sportabzeichentreffs in Waldeck, Frankenberg, Diemelsee und Volkmarsen sind inklusiv auf dem Weg, für das Sportabzeichen zu trainieren.“ Am Ende sollen es möglichst viele aus den Gruppen erhalten.

In Volkmarsen machte sich Damm selbst ein Bild. „Hier an der Basis gibt es großes Interesse am inklusiven Sportabzeichen“, beobachtet er. Regelmäßig kämen zwölf bis fünfzehn behinderte und etwa zehn nicht behinderte Sportler zusammen, berichtet Martina Hohmann-Michels. Sie organisiert das Projekt, das von einem Team mit sechs, sieben Prüfern umgesetzt wird.

"Teilnehmer geben viel zurück"

„Ich bin froh, dass sie da sind“, sagt Hohmann-Michels, „behinderte Menschen brauchen immer Betreuung.“ Die Volkmarser waren von Anfang an beim Inklusions-Projekt dabei. Eine Erfahrung besagt: Es ist eine Herausforderung, Menschen mit geistiger Behinderung zum Sportabzeichen zu führen. Im vergangenen Jahr schafften zwei der Schützlinge aus der Gruppe die Prüfung.

Am Wurfball: Jasmin aus der Volkmarser Gruppe.

Um allen die gewollten Erfolgserlebnisse zu vermitteln, stellt der TV intern Urkunden aus. Eine Anerkennung, die zum Weitermachen motiviert. „Es macht Spaß, die Teilnehmer geben sehr viel zurück“, betont die Organisationsleiterin. Und: Es sei wichtig ein solches Angebot zu schaffen, weil die Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen der Stadt lebten und wohnten.

Inklusiver Kreiswandertag

Jürgen Damm nennt den Trainingsbesuch in Volkmarsen ein „tolles Erlebnis“. Er spannt den Bogen weiter: „Es ist ein wichtiger Teil der Teilhabeplanung des Landkreises, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam etwas unternehmen.“ Bewegung spiele da eine besondere Rolle.

Auch vor diesem Hintergrund ruft Damm zur Teilnahme am ersten inklusiven Kreiswandertag am Samstag, 7. September (ab 10 Uhr), auf. Zur Wahl stehen Strecken von drei, sechs oder zwölf Kilometern plus im Raum Bad Wildungen sowie im Natur- und Nationalpark Kellerwald-Edersee, der die Aktion unterstützt.

Abbau von Barrieren

Die Strecken entsprächen den unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmer, heißt es im Flyer. Dort sind auch Ziele des Wandertags formuliert, das bei einem Kartoffelfest mit Programm in Reinhardshausen endet. Eins lautet: „Abbau von Barrieren in den Köpfen und Herzen.“

„Das wird ein ganz runder Tag“, sagt Damm, der auch für diese Aktion 3000 Euro in Wiesbaden lockermachte (WLZ berichtete). Anmeldungen gehen an den AfMB-Vorsitzenden per E-Mail (juedamm@freenet.de). Nach der Anmeldung werden die Teilnehmer über Strecken, Meldepunkte, Umfeld und Fahrdienste informiert. 

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