Tischtennis-Hessenmeisterschaft der Senioren

Mit 81 Jahren noch im Ligabetrieb

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- Bad Arolsen (tor).Senior ist im Tischtennis jeder über 40. So gesehen ist Dr. Hanskarl Emmerich Senior schon seit 40 Jahren. Er ist eine Größe am Tisch. Und er ist cool. Echt cool.

Die grüne Brille trägt Emmerich lässig wie Rapper Samy Deluxe im Video. Sein Shirt ist schwarz-rot, das Resthaar grau-weiß. Hanskarl Emmerich ist einer der Stars unter den „Oldies“. 22-mal deutscher Meister, Medaillengewinner bei Europa- und Weltmeisterschaften. Und ein feiner Mensch. Einer mit Humor, der auf die Frage nach seinem Alter sagt: „Gerade volljährig.“ Und lächelnd hinzufügt: „Wenn man die Zahlen umdreht.“ 81. Wow.

Gerade hat er bei den hessischen Meisterschaften in Bad Arolsen eine Partie beendet. Er hat gewonnen, was sonst. Er gewinnt oft, hier in Arolsen wird er Hessenmeister im Einzel und im Doppel. Der Zeitplan ist straff, aber jetzt hat er ein bisschen Zeit zum Plaudern.

Emmerich ist in Wölfershausen (Heringen) daheim, aber er kennt die Residenzstadt gut. Ein pensionierter Lehrer. „An der Christian-Rauch-Schule war ich viele Jahre tätig.“ Und dann sagt er einen Satz, den man vor allem bei den Kulturschaffenden der Stadt gerne hören wird: „Mit Freude“ sei er wieder nach Arolsen gekommen, „hier herrscht ein sehr angenehmes geistiges Klima“. Aber Emmerich ist nicht der Kultur wegen gekommen, sondern weil er spielen will. Tischtennis spielen. „Und ich werde weiterspielen, solange es mir der liebe Gott erlaubt.“

Zweimal pro Woche trainiert er regelmäßig, und selbst dem Ligabetrieb hat er noch nicht den Rücken gekehrt: Wenn bei seinem Verein SVH Kassel Not am Mann sein sollte, würde er noch zum Schläger greifen. Natürlich sind die Ü 80 nicht mehr so schnell, die Schläge nicht mehr so hart und flach wie bei den Jüngeren. Emmerich weiß das. „Das muss nun wirklich nicht mehr in die Zeitung“, ruft er den Fotografen zu, die ihn ablichten wollen, „sehenswert ist was anderes.“ Falsch. Was der 81-Jährige in Bad Arolsen zeigt, ist sehenswert. Mit enorm viel Schnitt und Schnittigkeit kauft er seinen Gegnern den Schneid ab, verblüfft mit großer Reaktionsgeschwindigkeit.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Dienstag, 14. Dezember

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