Frauen bei Team-DM der Seniorinnen besser als gedacht

Jubel beim TSV Korbach über DM-Bronze

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Das Bronzeteam des TSV Korbach: Marion Tenbusch, Beate Wrede, Diana Richter und Tatjana Schilling, das Foto entstand bei der Hallen-DM in Erfurt. Foto: Ralf Görlitz

Essen/Korbach - Nach zwei Disziplinen war das Quartett des TSV Korbach Letzter. Dann ging’s nur noch nach vorn - auch dank der richtig gewählten Jokerdisziplin. Die Männer der LG Eder belegten Rang sechs.

Eigentlich waren sich Tatjana Schilling, Marion Tenbusch, Beate Wrede und Diana Richter gar nicht so sicher, ob sie bei den deutschen Teammeisterschaften der Senioren (DAMM) am Samstag in Essen überhaupt starten sollten. Zu viert hatten sie sich gegen die stärker aufgestellte Konkurrenz in ihrer Altersklasse W40/45 wenig Chancen ausgerechnet - der spätere Vize Bayer Leverkusen etwa bot 14 Athletinnen auf.

„Wir haben erst am Donnerstag das Hotel gebucht“, erzählte Tatjana Schilling. Mehr Starterinnen bringt den Vorteil mit sich, dass man die Spezialistinnen gezielter einsetzen kann. Bei der DAMM dürfen in jeder der fünf Disziplinen (plus Staffel) drei Aktive starten, jeweils zwei davon werden gewertet. Die vier Korbacherinnen mussten mithin häufiger ran als die Frauen der Konkurrenzvereine.

Die ersten beiden Disziplinen schienen die Skepsis zu bestätigen. Beim Diskuswerfen und im 800-Meter-Lauf sammelte der TSV nur sieben Punkte - und war mit Abstand Schlusslicht unter den sechs Teams. Gezählt wurde wie nach dem Prinzip der Cupwertung: Punkte wurden nicht für die jeweilige Leistung verteilt, sondern für die Platzierung bei der jeweiligen Disziplin. Das umgekehrte Prinzip der Platzziffer. „Da haben wir was gelernt“, sagte Tatjana Schilling. Bei dieser Zählweise könne man etwas anders taktieren.

Beim Weitsprung holten die Korbacherinnen dann gewaltig auf. Auch dank einer weiteren Besonderheit der Team-DM: der Jokerdisziplin. Sie bringt die doppelte Punktzahl und muss vor dem Wettkampf von jedem Team benannt werden. Umgekehrt verfügt jedes Team über ein Streichergebnis: Dafür wird automatisch die punktschlechteste Disziplin herangezogen.

Tatjana Schilling gewann mit 5,04 Meter den Weitsprung, Diana Richter wurde Vierte, damit wanderten 46 Zähler aufs Korbacher Konto. Weil auch die 100 Meter (20 Punkte) und das Kugelstoßen (16) wie erhofft liefen, rangierte das TSV-Quartett vor der abschließenden 4x100- Meter-Staffel bereits auf Platz drei. Mit einer neuen Bestzeit von 55,59 Sekunden belegten Tenbusch, Schilling, Wrede und Richter Platz zwei hinter dem deutschen Teammeister LAZ Obernburg-Miltenberg (53,10) und verteidigten ihren Bronzeplatz sicher. „Da haben wir natürlich gejubelt“, erzählte Tatjana Schilling, die wie gewohnt die meisten Zähler für den TSV holte.

LGE-Team geschwächt

Sieger Obernburg-Miltenberg erreichte 118 Punkte, fünf mehr als der Rangzweite Leverkusen. Korbach verwies mit 99 Punkten die LG Staufen (93,5) auf Rang vier.

Unter einem weniger guten Stern stand die DAMM für die Senioren der LG Eder in der Altersklasse M30/35. Nachdem die Klasse um die M30 erweitert worden war, stellten sie das mit Abstand älteste Team. Schwerer wogen die Absagen: Nils Milde war verletzt, Christian Wolf verhindert, Gerrit Engelbach krank und Micha Thomas noch nicht wettkampffähig. Die Hoffnungen auf eine bessere Platzierung als Rang sechs waren schon vor dem ersten Start gesunken.

Bewertet nach den einzelnen Leistungen steigerte sich die LGE-Mannschaft im Vergleich zum Vorkampf von 9288 auf 9472 Punkte. „Insgesamt zufriedenstellende Ergebnisse und mannschaftliche Geschlossenheit haben dafür gesorgt, dass wir ganz knapp hinter dem Fünften Phönix Lübeck gelandet sind“, erklärte Matthias Schute.

Die besten Platzierungen erzielten Olaf Wickenhöfer in 9:38:12 Minuten über 3000 Meter und Robert Ingenbleek mit 38,32 Metern im Diskuswurf. Die LG holte nach Cupwertung 92,5 Punkte, Lübeck kam auf 97. Sieger wurde mit 200 Zählern das Team LT DSHS Köln.(mn)

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