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Trainerkarriere statt Trainingspause: Damian Deprez bereichert das Taekwondo beim TSV

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Von: Dirk Schäfer

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Als er zur Wettkampfpause gezwungen war, engagierte sich Damian Deprez als Betreuer und Coach bei den Taekwondoka des TSV Korbach.
Als er zur Wettkampfpause gezwungen war, engagierte sich Damian Deprez als Betreuer und Coach bei den Taekwondoka des TSV Korbach. © Artur Worobiow

Sein sportliches Leben begann traditionell, versetzte ihm aber bald einen Fast-K.o. Vielleicht ist Damian Deprez gerade deshalb so wertvoll in seinem Ehrenamt für die Taekwondo-Abteilung des TSV Korbach.

Der Vater war Kampfsportler, „aber bei uns in der Nähe gab es nur Karate“, erinnert sich Deprez. In Korbach aber gab es auch Taekwondo, und ein Schulkamerad brachte den siebenjährigen Damian dann mal mit ins Training. Spaß und Eifer des Korbachers wurden bald ausgebremst. „Ich hatte Probleme mit dem Schienbein, hatte Schmerzen, wenn es zu sehr belastet wurde.“ Fast vier Jahre Pause musste Deprez hinnehmen, ehe er nach langsamer Eingewöhnung wieder einstieg ins Training.

Vielleicht hat diese Zwangspause Deprez zu dem schon in jungen Jahren wertvollen Ehrenamtler werden lassen, der er heute ist. Denn Taekwondo hat ihn nie losgelassen, zumal das Leben drumherum dem Korbacher einige Steine in den Weg warf. Schulisch und gesundheitlich.

Damian Deprez: Neben der Matte auf Erfolgskurs

In der Taekwondo-Abteilung des TSV Korbach war Damian Deprez Welt aber in Ordnung. Auch ohne sportlich aktiv sein zu können, war er Dauergast in der Sporthalle. Er guckte zu, feuerte an, half hier und da den Trainern und Betreuern. Er war sich nicht zu schade, dass Mädchen für alles zu sein. Vor allem aber: Er lernte. Nicht nur beim Videostudium von der WM vor seiner Schwarzgurtprüfung.

Damian Deprez lernte, Taekwondo von außerhalb der Matte wahrzunehmen. Wie viele Wettkämpfe er seitdem verfolgt hat, weiß er nicht mehr. Aber es wundert nicht, dass er heute, mit 20 Jahren, einen Platz im Trainerteam der TSV-Sparte hat und dessen Leiter Gerd Lange großes Stücke auf ihn hält. „Damian kann man als die gute Seele der Abteilung bezeichnen. Er ist ein Taekwondo-Enthusiast, der fast bei jeder Trainingseinheit zu finden ist“, sagt Lange über den seit Jahren die Übungsleiter unentgeltlich unterstützenden Deprez. „Teilweise vertritt er ganze Trainingseinheiten, die ohne sein Engagement ausfallen müssten.“

Mein Sport motiviert mich, jeden Tag aufzustehen.

Damian Deprez

Kinder, die so alt sind wie er damals beim Einstieg, hat Damian Deprez in der Anfängergruppe trainiert. „Mit viel Spaß.“ Er gibt aber zu, dass ihm die Arbeit mit den Fortgeschrittenen, zu denen er befördert wurde, noch mehr gibt, „weil man schwierigere Sachen trainiert und das technische Level höher ist“. Fortschritte bei den Sportlern zu sehen, mache ihn froh, sagt Deprez. Und es folgen drei, vier Minuten Fachsimpelei im Gespräch mit dem Reporter, der sich einem gestandenen Coach mit 20-jähriger Erfahrung gegenüber wähnt.

Er habe nie gedacht, dass er mal selbst coachen würde, gibt der Jung-Trainer zu. „Es macht Riesenspaß, aber es ist anstrengender als gedacht, weil man den ganzen Kampf über aufmerksam sein muss und gefordert ist, auch wenn man gar nicht selbst kämpft.“ Gerade hat Deprez bei einem Bundesranglistenturnier in Nürnberg drei TSVler hauptverantwortlich betreut und ist stolz, dass alle ins Finale kamen. Anerkennung verspüre er trotz seines jungen Alters, sagt der 20-Jährige.

Die Trainerlizenz ist eines der nächsten Ziele für Damian Deprez, der mit selbstlosem Einsatz als Jugendlicher ein Vorbild ist. Ein anderes: Die Rückkehr zum Wettkampfsport. Der erste Wettkampf als Kämpfer nach neun Jahren war Mitte Juni geplant. Aber der Gegner war zu schwer für die Gewichtsklasse. Kein Stein, über den Damian Deprez stolpern wird. Denn er weiß, dass ihm Taekwondo viel geholfen hat in schwierigen Lebenssituationen. „Mein Sport motiviert mich, jeden Tag aufzustehen.“ (Dirk Schäfer)

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