Mehr als 900 Zuschauer und fünf heimische Sieger bei Kampfabend in Volkmarsen

Fight Night: Die Meistergürtel bleiben bei den Panthern

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Ausgekeilt: Gerade hat „Mr. Knockout“ Nikita Gaan (rechts) seinem Namen alle ehre gemacht und einen Highkick angesetzt. Gegner Christian Mündel aus Marburg wankte nach dem Tritt an die Schläfe und ging dann zu Boden, was den vorzeitigen Sieg des Thaipanthers bedeutete.

Volkmarsen. Das war wieder ein Spektakel: Mehr als 900 Kampfsportfans haben am Samstag die 6. Fight-Night in Volkmarsen verfolgt. 16 Kämpfe der Thaiboxer fanden im Ring in der Nordhessenhalle statt; die meisten davon bei einem sehr hohen Niveau und prächtiger Stimmung

„Es tut mir leid. Aber ich mache nun mal im Ring keine Faxen.“ Nikita Gaan entschuldigte sich artig bei „seinem“ Publikum in der Nordhessenhalle, dem er gerne ein paar Minuten mehr K1-Thaiboxen geliefert hätte. Doch es stand zu viel auf dem Spiel. Den bei der 5. Fight Night 2016 errungen Hessenmeistertitel wollte der Korbacher zu gern verteidigen.

Das tat er: Gaan zeigte sich sehr gut auf seinen überwiegend über das Boxen kommenden Gegner Christian Mündel (Zakk Marburg) eingestellt. Im richtigen Moment nutzte der 25-Jährige dann die Gelegenheit zum Highkick. Sein Fußtritt traf Mündel an der Schläfe, er ging zu Boden und wurde ausgezählt. Sechster Sieg (fünfter K.o.) im sechsten Kampf. Ein guter Zeitpunkt zum Aufhören. „Es war mein letzter Kampf. Wir bekommen bal unser zweites Kind, die Familie geht vor“, sagt Gaan am Saalmikrofon.

Gehrings erfolgreicher Schlagabtausch

Schon wenige Minuten zuvor hatte der mit mehr als 900 Zuschauern bestens besetzte Saal gekocht. Julien Gehring und der Erfurter Erik Mahula schenkten sich im Kampf um den Volkmarser Champion-Gürtel über dreimal drei Minuten Kampfdauer aber auch gar nichts. „Es war ein versammpt knapper Kampf. Das wussten wir. Auch eine vierte Runde war möglich“, sagte Heinfried Wicke. Volkmarsens Trainer war mit den sechs im Einsatz befindlichen Thaipanther durchweg zufrieden und konnte verstehen, dass andere Zuschauer Mahula knapp vorn gesehen hatten. Doch Gehring setzte sich nach dem flotten Schlagabtausch nach Punkten durch.

Beste Stimmung: Lautstark peitschten die Fans Lokalmatador Julien Gehring bei dessen Kampf nach vorne.

Ganz so lang wie sein packendes Duell dauerten andere Vergleiche nicht. Den Kampf Jafar Hakim (Nienburg) und Amir Mohagheri (Vechta) unterbrach der Ringrichter schon nach einer halben Minute. Weil er kein Kampf war. Beide „stupsten“ sich nur mit den Handschuhen an, die Tritte waren nur angedeutet. Man sehr zu sehr befreundet, als dass man gegeneinander in Wettstreit gehen möchte, erklärten beide unter den Pfiffen der Zuschauer. „Dass hätten sie mir auch vorher sagen können“, meinte Wicke.

Hoti und Kor überzeugen

Kurz und prägnant auch der Auftritt von Chris Schlegel aus dem thüringischen Rositz. Zu den Klängen der früheren DDR-nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“ marschierte er in den Ring. Doch schon zu Beginn von Runde eins war es mit der Aufsteherei vorbei: Krenar Hoti von den Thaipanthern Volkmarsen hatte seinem Kontrahenten im Schwergewichtskampf einen gezielten Tritt verpasst. „Ich habe gesehen, dass er strauchelte und sofort nachgesetzt“, erklärte Hoti später im Foyer seinen Fans. „Ich bin sehr stolz auf seine Leistung. Wir haben ein Jahr lang vor allem Schnelligkeit trainiert, das zahlte sich aus“, lobte Trainer Wicke.

Auch Hamzar Rashidi lobte der Coach, der dem Österreicher Matthias Sembera über drei Runden Paroli bot. Nicht alle sahen den Lokalmatadoren vorn, der aber nach Punkten hauchdünn gewann. Sieg auch für die Kasselerin Bahar Kor vom gastgebenden Verein. Schon zum dritten mal stand sie Simone Eckert aus Dessau gegenüber. Zweimal gab es ein Remis. „Diesmal hatten wir die Strategie geändert“, erklärte Wicke, warum Kor die Serie zu ihren Gunsten beendete. Im zweiten Frauenkampf sammelte Sina Nasemann wertvolle Erfahrung. Die etwas erfahrenere Janina Hopking (Vechta) war eine halbe Nummer zu groß für die Naumburgerin. „Sie hat zu wenige Lösungen gefunden gegen den Druck“, so Wickes Urteil. 

Insgesamt war der Thaipanther mit dem Abend hochzufrieden. 

Fotostrecke der 6. Fight-Night in Volkmarsen

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