Deutsche Handballjunioren begeistern bei 31:21 (15:11)- Erfolg über Frankreich in Korbach

Mit Kanter- zu Turniersieg

- Korbach (jh). 700 Zuschauer in der Kreissporthalle bejubeln die deutsche Mannschaft nach ihrem unerwartet hohen Erfolg gegen den Erzrivalen

Nach dem deutlichen Sieg wurden die deutschen U21-Junioren vom Korbacher Publikum gefeiert, als hätten sie einen Titel gewonnen, was dem Team um Kapitän Max Emanuel sichtlich gefiel, das sich mit dem Erfolg beim Vierländerturnier in Nordhessen allerdings nur eine große Flasche Champagner gesichert hatte.Das Team von Bundestrainer Markus Baur hatte am Sonntagnachmittag für den Turniersieg das Spiel gegen die Franzosen gewinnen müssen, nachdem die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) tags zuvor in Hofgeismar gegen Spanien mit 23:24 (6:12) verloren hatte.

Simon Ernst stark

„Da waren wir in der ersten Halbzeit von der Rolle und konnten dann das Spiel nicht mehr drehen“, sagte Regisseur Simon Ernst, der selbst überrascht war, dass sein Team tags darauf die Franzosen so deutlich distanzierte. An dem Kantersieg hatte der Dormagener Mittelmann, der ein Zweitspielrecht für Erstligist Wetzlar hat, mit acht Toren, davon sieben vor der Pause, großen Anteil. Allerdings wollte Baur den sicheren Siebenmeterschützen nach den Triumph nicht explizit herausheben.

Baur: „Gut verteidigt“

„Wir haben gut verteidigt und eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt und viel weniger Fehler als gegen Spanien gemacht, was sich ausgezahlt hat“, analysierte der Weltmeister von 2007 den gelungenen Auftritt seines ausgeglichen besetzten Teams und war begeistert von der guten Stimmung in der Halle.„Die Kulisse war toll“, schloss sich Ernst der Sichtweise seines Trainer an und nannte nach dem Turniersieg „eine Medaille bei der Europameisterschaft“ im Sommer in Österreich als Zielsetzung der U21-Nationalmannschaft.

Witte: „Würdiger Rahmen“

„Das war ein würdiger Rahmen und eine wunderbare Atmosphäre. Wir haben uns gefreut, dass sie so zahlreich erschienen sind und haben uns Korbach im Kalender rot angekreuzt“, machte DHB-Präsidiumsmitglied Reiner Witte bei der Siegerehrung den Besuchern Hoffnung, dass in nicht allzu ferner Zukunft wieder eine deutsche Auswahlmannschaft in der Kreissporthalle spielt.„Das würde uns freuen“, sagte Korbachs Handball-Abteilungsleiter Thorsten Spohr, der mit seinem Team mit großem Einsatz für eine gut organisierte Veranstaltung gesorgt hatte.

Spanien bezwingt Portugal Bei der hatte sich zunächst Spanien im ersten Spiel des dritten Turniertages mit 34:23 (15:14) gegen Portugal durchgesetzt und wies damit am Ende ebenfalls 4:2-Punkte wie Deutschland und Frankreich auf, wobei das Heimteam wegen der besseren Tordifferenz in den direkten Vergleichen der drei Teams die Nase vorn hatte. Dabei führten die Portugiesen nach zehn Minuten noch mit 8:4, bevor sie nach 35 Minuten beim Stand von 15:19 gegen den körperlich überlegenen Nachwuchs des Weltmeisters einbrachen. Nach der flotten Begegnung wurden beide Mannschaften mit Ovationen vom Publikum verabschiedet, das dann im Anschluss ein Kampfspiel zwischen den beiden Erzrivalen Deutschland und Frankreich geboten bekam.„Das ist immer auch ein Prestigeduell“, sagte Baur, dessen Team nach dem 1:3-Rückstand (4.), zwar beim 5:4 durch Ernst (7.) erstmals in Führung ging, ohne sich danach zunächst entscheidend absetzen zu können.

Tournat als Buhmann

Erst als der französische Kreisläuferhüne Nicolas Tournat, der zuvor schon den Berliner Paul Drux unfair attackiert hatte und so beim Publikum zum Buhmann wurde (10.), beim Stand von 12:10 (24.) für die Deutschen eine Zeitstrafe erhielt, die er mit einer abwertenden Handbewegung kommentierte und deshalb noch einmal zwei Minuten bekam, zog das Baur-Team davon. In Überzahl bauten die Gastgeber ihren Vorsprung auf 14:10 (28.) aus. Nach dem Wechsel blieben die Franzosen bis zum 13:17 (35.) auf Tuchfühlung. In Unterzahl abgesetztDann gelangen den Deutschen in Unterzahl zwei Treffer und insgesamt ein 4:0-Lauf, durch den sie sich auf 21:13 (38.) entscheidend absetzten. Dass die hart zupackenden Gäste insgesamt acht Zeitstrafen kassierten, kam der Mannschaft von Markus Baur natürlich zugute.

Ende mit Kempa-Trick

Nach dem 21:16 (42.) war dann der letzte Widerstand der Franzosen gebrochen, sodass die DHB-Auswahl, angeführt vom Halbrechten Alexander Saul, auf 25:16 (50.) davonzog und beim 28:18 durch Lars Spieß in der 54. Minute erstmals sogar mit zehn Toren führte. Danach sorgte Linksaußen Joscha Ritterbach nach einem Kempa-Trick zur Freude des begeisterten Publikums in der Kreissporthalle für den 31:21-Endstand.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare